{"id":2161,"date":"2010-02-06T14:46:31","date_gmt":"2010-02-06T17:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/02\/06\/ohrenbetaubendes-landleben\/"},"modified":"2010-02-07T13:26:48","modified_gmt":"2010-02-07T16:26:48","slug":"ohrenbetaubendes-landleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/02\/06\/ohrenbetaubendes-landleben\/","title":{"rendered":"Ohrenbet\u00e4ubendes Landleben"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201cMucho ruido y pocas nueces\u201d im San Mart\u00edn-Theater<\/p>\n<p><em>Von Valerie Thurner<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image2160\" alt=laerm11.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/laerm11.jpg\" align=left hspace=5 \/>In seinem 50. Jubil\u00e4umsjahr wagt sich das Theater San Mart\u00edn an die Adaptation von William Shakespeares romanesker Kom\u00f6die \u201cViel L\u00e4rm um nichts\u201d (Mucho ruido y pocas nueces\/Much Ado About Nothing) &#8211; im Stil eines Volkstheaters mit hiesigem Lokalkolorit. Regie f\u00fchrt der Argentinier Oscar Barney Finn; er versetzte die Handlung ins l\u00e4ndliche Argentinien im 19. Jahrhundert, mit dem Ziel, der Kom\u00f6die um Liebe und Intrigen einen neuen Aspekt abzugewinnen. Die Protagonisten werden an den hiesigen kulturellen und historischen Kontext angepasst, was ein paar Verschiebungen in Namen und Funktion der Rollen mit sich bringt. So ersetzt Don Leandro Lagos (Salo Pasik), der Gutsherr, den Don Leonato, der Gerichtsvollzieher Dogberry wird durch den seltsamen Kommissar Robles (Daniel Miglioranza) ersetzt und die Truppen Aragoniens werden hier von ein paar Offizieren um den Kommandanten Pedro Gauna (Fernando Margenet) repr\u00e4sentiert.<!--more--><\/p>\n<p>Die Haupthandlung ist dem Original jedoch treu, die Liebesgeschichte zwischen Beatriz (Virginia Innocenti) und Benedicto (Sergio Surraco) bleibt erhalten, ebenso die Intrige gegen Claudio (Rocco de Grazia) und Elisa (Malena Fig\u00f3).<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst scheint die Wahl der Verortung des Klassikers ganz stimmig: Statt im Italien des 16. Jahrhunderts spielt die Handlung im Sommer 1875\/76 auf einem Landgut irgendwo in \u201cGaucholand\u201d, wo Frauen im Schatten der B\u00e4ume Zuflucht vor der Hitze suchen und sich die unproduktiven Stunden fr\u00f6hlich mit Klatsch und Tratsch vertreiben. Die Grenzen zu den Nachbarl\u00e4nder sind noch umk\u00e4mpft. Die Soldaten kehren aus den Grenzgebieten zu den indianischen Gebieten zur\u00fcck, auf dem Anwesen des Don Leandro Lagos herrscht wohl hitzebedingte \u00fcberdrehte Stimmung.<\/p>\n<p>Es war auch nicht der feine Humor, den Shakespeare in diesem St\u00fcck gew\u00e4hlt hatte, sondern eher ein etwas grobschl\u00e4chtiger Ton, der nicht die romantische Liebe auf den ersten Blick zelebriert, sondern sich mehr auf realistischere Aspekte der Liebe sowie das Kleingeistige und Intrigante konzentriert. Gerede und Maskeraden, die tragenden Elemente dieser gesellschaftskritischen Kom\u00f6die, werden aber in Barney Finns Adaptation noch lauter und hysterischer interpretiert; so wie in den ausgedehnten Festszenen, f\u00fcr deren choreographisches Gelingen Cecilia Elias verantwortlich steht. Und alles vor einem bunten, pastellfarbenen B\u00fchnenbild von Jorge Ferrari. Die \u00dcbersetzung des Originaltexts ins Spanische stammt von Cristina Pi\u00f1a.<\/p>\n<p>Ein weiteres zus\u00e4tzliches Stilmittel ist ein Minnes\u00e4nger, der manchmal begleitet vom Ensemble schw\u00fclstige Gesangseinlagen bietet. Dieser Anspruch, \u00fcber die Kom\u00f6die hinaus noch ein Musical sein zu wollen, scheitert dann leider aber an den zu evidenten Unterschieden des gesanglichen K\u00f6nnens der einzelnen Darsteller.<\/p>\n<p>Die Wortgefechte zwischen den Protagonisten sind das Beste, das diese Inszenierung zu bieten hat. Allenfalls belustigend sind die drei Nebenfiguren der Gauchos, die die Inszenierung als kuriose Witzfiguren vorf\u00fchrt. Ansonsten ist dieser Landl\u00e4rm aber doch etwas zu ohrenbet\u00e4ubend.<\/p>\n<p>Infos <em><a href=\"http:\/\/www.teatrosanmartin.com.ar\/\">hier<\/a><\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cMucho ruido y pocas nueces\u201d im San Mart\u00edn-Theater Von Valerie Thurner In seinem 50. 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