{"id":220,"date":"2005-11-26T04:10:38","date_gmt":"2005-11-26T07:10:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/11\/26\/kleinod-in-belgrano\/"},"modified":"2006-07-29T15:05:56","modified_gmt":"2006-07-29T18:05:56","slug":"kleinod-in-belgrano","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/11\/26\/kleinod-in-belgrano\/","title":{"rendered":"Kleinod in Belgrano"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das \u201eMuseo de Arte Espa\u00f1ol \u201aEnrique Larreta\u2018\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/Museo4.JPG\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Wenn man heute die Stra\u00dfe Juramento in der N\u00e4he der zentralen Ader Cabildo im Stadtviertel Belgrano entlanggeht, ist man mitten im Herzen des Gro\u00dfstadtget\u00fcmmels. Das Leben in Buenos Aires hat sich l\u00e4ngst aus dem Stadtzentrum heraus in die verschiedenen Viertel verlagert. Das Verkehrsaufkommen ist gewaltig, es herrscht L\u00e4rm, die Luft ist mit Abgasen verchmutzt. Riesige Menschenmassen schieben sich durch die Stra\u00dfen. Alle haben es eilig.<\/p>\n<p>Das Museum \u201aEnrique Larreta\u2018 an der Juramento 2291, einen Block von der Cabildo entfernt, ist eine Oase der Ruhe. Der dezente, neo-kolonialistische Stil seiner Fassade, die der Architekt Mart\u00edn Noel dem Haus im Jahr 1916 verlieh, als das bl\u00fchende Buenos Aires seine \u201eBelle Epoque\u201c erlebte, gibt dem Auge des Betrachters Mu\u00dfe zum Verweilen. Mit seiner k\u00fchlen Eleganz trotzt das Museum dem wilden Wechsel der Zeiten.<!--more--><\/p>\n<p>Bevor der Schriftsteller und Politiker Enrique Larreta (1873-1961) dem Architekten Noel im Jahr 1916 den Auftrag zum Umbau des Hauses zu einer st\u00e4ndigen Residenz gab, befand sich auf den L\u00e4ndereien der damaligen unabh\u00e4ngigen Ansiedlung Belgrano ein Sommerhaus. Das Grundst\u00fcck, das bei der Gr\u00fcndung Belgranos im Jahr 1855 einem gewissen Se\u00f1or Venegas geh\u00f6rte, ging zun\u00e4chst in den Besitz von Laureano Oliver \u00fcber, nach dessen Tod Don Francisco Chas das Gel\u00e4nde erwarb. Dieser beauftragte seinen Schwiegersohn, den Ingenieur Enrique Bunge, mit dem Bau der Sommerresidenz.<\/p>\n<p>Im Jahr 1892 kaufte Mercedes Castellanos de Anchorena das Haus, und als deren Tochter Josefina im Jahr 1903 Don Enrique Larreta heiratete, schenkte sie es ihm zur Hochzeit.<\/p>\n<p>Don Enrique Larreta lebte mit seiner Frau bis zu seinem Tod im Jahre 1961 in dem Haus, das im April 1962 von der Stadtverwaltung unter B\u00fcrgermeister Don Hern\u00e1n Mar\u00eda Giralt f\u00fcr $ 65.202.660 erworben wurde, mit dem Ziel, das Haus und die darin enthaltenen Kunstsch\u00e4tze (die die Erben Larretas sp\u00e4ter der Stadt als Schenkung \u00fcbergaben) als Museum der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Am 12. Oktober 1962, unter dem neuen B\u00fcrgermeister Alberto H. Prebisch, nahm das Museum seine Arbeit auf.<\/p>\n<p><em>Die Kunstsch\u00e4tze des Museums Larreta<\/em><\/p>\n<p>Die reich mit Schnitzereien und Intarsien verzierten Holzm\u00f6bel, die Altarbilder, Wappen, Waffen, Teppiche, Kerzenhalter, Essensger\u00e4te, Gobelins, Skulpturen, \u00d6lgem\u00e4lde und Zeichnungen, die Don Enrique Larreta zu einem Gro\u00dfteil in Spanien erworben und nach Argentinien gebracht hatte, stammen in der Hauptsache aus dem 17. und 18. Jahrhundert und vermitteln einen repr\u00e4sentativen Einblick in die Kunst der spanischen Renaissance. In den dunklen, k\u00fchlen R\u00e4umen des Museums ersteht die Atmosph\u00e4re der Epoche vor dem geistigen Auge des Besuchers. Es ist im Grunde ein Gesamtkunstwerk, in dem jedes Detail, jede einzelne Wand, jede T\u00fcr, jede Schwelle, jedes Gitter zur Atmosph\u00e4re beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u00dcberaus interessant sind auch die wenigen Kunstwerke hispano-amerikanischen Ursprungs, die die Sammlung vorzuweisen hat, darunter ein Portr\u00e4t des Herzogs von Lemos, Don Pedro Antonio Fern\u00e1ndez de Castro, Vizek\u00f6nig von Peru. Es ist eines der wenigen erhalten gebliebenen Werke der \u201eEscuela Cuzque\u00f1a\u201c (Schule von Cuzco) aus dem 17. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Das sch\u00f6nste Schmuckst\u00fcck des \u201eMuseo Larreta\u201c ist der entz\u00fcckende andalusische Garten. Durch wei\u00dfe Mauern, die ein Ziegeld\u00e4chlein ziert, von der lauten Au\u00dfenwelt abgeschirmt, vergisst man diese komplett in der Abgeschiedenheit und Ruhe, die der sorgsam gepflegte Garten vermittelt, wenn man \u00fcber die labyrinthartigen Wege lustwandelt, vorbei an herrlichen alten B\u00e4umen, exotischen Str\u00e4uchern und Blumen, Skulpturen, einem Laubengang sowie mit Mosaiken verzierten Brunnen und Treppen.<\/p>\n<p><em>Der Artikel erschien am 26.11.05 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Infos und Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p><em>Adresse<\/em><br \/>\nJuramento 2291. Tel.: 4784-4040.<\/p>\n<p><em>\u00d6ffnungszeiten<\/em><br \/>\nMittwoch bis Sonntag; wochentags 14-20 Uhr, Wochenende 15-20 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen.<\/p>\n<p><em>F\u00fchrungen<\/em><br \/>\nSonntags 16 und 18 Uhr (bis Dezember, dann wieder ab Februar).<\/p>\n<p><em>Eintritt<\/em><br \/>\n1 Peso.<\/p>\n<p><em>Bibliotkek \u201eAlfonso X, el sabio\u201c<\/em><br \/>\nKlassische spanische Literatur, argentinische Literatur des 19. und 20. Jh., Material \u00fcber Buenos Aires. Ge\u00f6ffnet Mo-Fr 13-19 Uhr. Eingang: Vuelta de Obligado 2130. E-Mail: museolarreta_biblioteca@yahoo.com.ar<\/p>\n<p><em>Andalusischer Garten<\/em><br \/>\nGe\u00f6ffnet 9-13 Uhr. Eintritt frei. F\u00fchrungen: 3. Dezember, und ab Februar an jedem 1. Samstag im Monat 15.30-17 Uhr. Eintritt 1 Peso.<\/p>\n<p><em>Kinozyklus<\/em><br \/>\nSamstag, 26.11., 17.30 Uhr: \u201eTranse\u201c, experimenteller Kurzfilm, 2004, 5 Min. Regie: Brenda Margulis. \u201eMarruecos\u201c, Romantik-Drama, 1930, Schwarz-Wei\u00df, 92 Min. Regie: Josef von Sternberg. Mit Gary Cooper, Marlene Dietrich, Adolphe Menjou. Eintritt 1 Peso.<\/p>\n<p><em>Kindertheater<\/em><br \/>\nSamstags und sonntags 16 Uhr: \u201eBlanca Nieves y los 8 enanitos\u201c der Gruppe \u201eLa Galera Encantada\u201c \/ 17.30 Uhr: \u201eHistoria con caricias\u201c, Musical von H\u00e9ctor Presa nach einem Werk von Elsa Borneman. Eintritt 7 Pesos. Eingang: Mendoza 2248.<\/p>\n<p><em>Theater<\/em><br \/>\nSamstags, sonntags und feiertags 20 Uhr (November); samstags 21 Uhr, sonntags und feiertags 20 Uhr (Dezember): \u201eEstimado Don Quijote\u201c von der Gruppe \u201eLa Galera Encantada\u201c. Regie: H\u00e9ctor Presa. Eintritt 10 Pesos (Rentner 8 Pesos). Eingang Mendoza 2248.<\/p>\n<p><em>Konzerte<\/em><br \/>\n\u201eCollegium Musicum de Buenos Aires\u201c unter Ricardo Gr\u00e4tzer. Mittwochs, 30.11. und 7.12.<\/p>\n<p><em>Kunstausstellungen<\/em><br \/>\n\u201eEsculturas en el jard\u00edn XIV\u201c, Werke von M\u00f3nica Canzio, Claudio G\u00f3mez, Dora Isdatne, Edgardo Madanes, Graciela Olio, Marina Papad\u00f3poulos, Mariana Schapiro, Genia Streb, Gerardo Wohlgemuth, Carola Zech, u.a. Kuratorin: Nelly Perazzo. Bis 5.12. \/ \u201eBelgrano en la diversidad de las miradas\u201c, Fotos von Pedro Roth, Ricardo Sanguinetti und Aldo Sessa. Bis 5.12.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u201eMuseo de Arte Espa\u00f1ol \u201aEnrique Larreta\u2018\u201c Von Susanne Franz Wenn man heute die Stra\u00dfe Juramento in der N\u00e4he der zentralen Ader Cabildo im Stadtviertel Belgrano entlanggeht, ist man mitten im Herzen des Gro\u00dfstadtget\u00fcmmels. Das Leben in Buenos Aires hat sich l\u00e4ngst aus dem Stadtzentrum heraus in die verschiedenen Viertel verlagert. 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