{"id":2213,"date":"2010-03-09T13:02:53","date_gmt":"2010-03-09T16:02:53","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/03\/09\/zwei-fotoausstellungen-in-san-martin-theater\/"},"modified":"2010-03-16T20:14:36","modified_gmt":"2010-03-16T23:14:36","slug":"zwei-fotoausstellungen-in-san-martin-theater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/03\/09\/zwei-fotoausstellungen-in-san-martin-theater\/","title":{"rendered":"Zwei Fotoausstellungen im San Mart\u00edn-Theater"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Lo de Leo&#8221; von Alejandro Montes de Oca und &#8220;Santa Luc\u00eda &#8211; Arqueolog\u00eda de la Violencia&#8221; von Diego Araoz<\/p>\n<p><em>Von Vanessa Bersis<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image2214\" alt=Alejandro11.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Alejandro11.jpg\" align=left hspace=5 \/>Im San Mart\u00edn-Theater wurden am Dienstag vergangener Woche zeitgleich zwei Fotoausstellungen er\u00f6ffnet, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten. Alejandro Montes de Oca pr\u00e4sentierte seine Fotoserie &#8220;Lo de Leo&#8221;, w\u00e4hrend im ersten Stock des Geb\u00e4udes Diego Aaroz seine Schwarzwei\u00dffotografie unter dem Ausstellungstitel &#8220;Santa Luc\u00eda &#8211; Arqueolog\u00eda de la Violencia&#8221; zur Schau stellte.<\/p>\n<p>Alejandro Montes de Oca hat sich durch seine vielseitige T\u00e4tigkeit und sein Engagement einen Namen gemacht. Er ist unter anderem Dozent, Mitbegr\u00fcnder und Direktor der &#8220;Escuela Argentina de Fotograf\u00eda&#8221;, der &#8220;Bienal de Fotoperiodismo de Buenos Aires&#8221; und der &#8220;Encuentros Abiertos de Fotograf\u00eda\/Festival de Luz&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Lo de Leo&#8221; ist ein kleines Lokal im Stadtteil N\u00fa\u00f1ez. Die Gesch\u00e4ftigkeit und Atmosph\u00e4re, die dieser Ort in sich birgt, aber allem voran seine G\u00e4ste, boten die Inspiration f\u00fcr das Entstehen der gleichnamigen Ausstellung. Wirft man einen Blick auf die Fotoserie, begegnet man Polizisten des Barrios, dem Brieftr\u00e4ger, dem Hundesitter, einem Professor, Stra\u00dfenverk\u00e4ufern, dem Fleischer, Hauswarten der umliegenden Geb\u00e4ude, einigen Angestellten der Umgebung und nat\u00fcrlich Leo, dem Besitzer des Lokals.<!--more--><\/p>\n<p>Es sind jene Menschen, die in der Nachbarschaft leben und arbeiten und den Stadtteil durch ihre Pr\u00e4senz mitgestalten und pr\u00e4gen. Die Grundidee der Ausstellung wirkt einfach, ebenso die fotografische Ausf\u00fchrung. Es l\u00e4sst sich eine klare Struktur in der Reihenfolge der Fotografien erkennen. Anfang und Ende werden metaphorisch durch Leo, den Hauptakteur des Geschehens, verk\u00f6rpert. Er ist die einzige Person, die zweimal abgebildet ist.<\/p>\n<p>Die farbigen Halbk\u00f6rperfrontalbilder auf wei\u00dfem Hintergrund lassen die Menschen von nebenan wie Fotomodelle einer Werbekampagne erscheinen. Sogar die bescheidenen Alltagsgegenst\u00e4nde einer Kneipe, denen man sonst keine Aufmerksamkeit schenken w\u00fcrde, werden ins rechte Licht ger\u00fcckt: ein Brotkorb, Salz und Pfeffer, ein Flaschen\u00f6ffner, eine Gasflasche, ein altes Konfit\u00fcreglas, das provisorisch zum Trinkgeldbeh\u00e4lter umfunktioniert wurde.<\/p>\n<p>Dennoch verbirgt sich hinter den Fotografien viel mehr, als auf den ersten Blick erkennbar sein mag. N\u00e4mlich der Alltag, viel mehr noch: die pers\u00f6nliche Geschichte jedes einzelnen, der bei &#8220;Lo de Leo&#8221; vorbeischaut. So entsteht jeden Tag aufs Neue eine Art eingeschworene Gemeinschaft, die sich immer wieder zuf\u00e4llig formt. <\/p>\n<p>Die kleine und beschauliche Ausstellung gew\u00e4hrt nur einen oberfl\u00e4chlichen Einblick in einen Alltag, an dem jeder von uns teilhaben k\u00f6nnte oder sogar hat. Jeder kennt oder hat vielleicht seinen eigenen &#8220;Lo de Leo&#8221;, einen Ort, wo man immer wieder gerne zu Gast ist. An dem man zwischen Arbeit und Verpflichtungen kurze Zeit inneh\u00e4lt, um so dem stressigen Alltag f\u00fcr einige Augenblicke zu entfliehen. Wie es allerdings tats\u00e4chlich bei &#8220;Lo de Leo&#8221; aussieht, l\u00e4sst sich nur erahnen. Am besten man probiert es selber aus! Jedenfalls wird nach der Ausstellung die Neugier erweckt, diesen Ort aufzusuchen.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Santa Luc\u00eda &#8211; Arqueolog\u00eda de la Violencia&#8221; von Diego Araoz<\/strong> <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image2216\" alt=diego111.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/diego111.jpg\" align=left hspace=5 \/>Der junge, ambitionierte Fotograf und Dozent Diego Araoz versucht mit seiner Fotoserie &#8220;Santa Luc\u00eda &#8211; Arqueolog\u00eda de la Violencia&#8221; ein St\u00fcck argentinischer Geschichte dokumentarisch aufzuarbeiten. Santa Luc\u00eda ist ein kleines Dorf in der N\u00e4he von Tucum\u00e1n, unscheinbar und heute bereits in Vergessenheit geraten. Doch f\u00fcr Diego Araoz, der den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Dokumentarfotografie und Arch\u00e4ologie legt, ist es eine Fundgrube. Denn Santa Luc\u00eda war in den 1970er Jahren eine Milit\u00e4rbasis f\u00fcr die Truppen, die am &#8220;Operativo Independencia&#8221; teilnahmen, und diente gleichzeitig als geheimer Inhaftierungsort.<\/p>\n<p>Diego Araoz machte sich auf die Suche nach den Spuren der Gewalt einer Vergangenheit, die trotz vielerlei Versuche, die Greueltaten zu vertuschen, nicht ausradiert werden kann. Die Fotografien sind nun mehr die stummen Zeugen jener Schaupl\u00e4tze der blutigen Repression, auf denen fortw\u00e4hrend ein St\u00fcck Geschichte lastet.<\/p>\n<p>Die Schwarz-Wei\u00df-Serie spiegelt die bedr\u00fcckende Stille, Leere und Melancholie, die dieser Ort in sich birgt. Allerdings wird letztendlich doch ein Hoffnungsschimmer durch die Arbeit Diego Araoz&#8217; entfacht, die auffordert, nicht zu verdr\u00e4ngen, aber vor allen Dingen nicht zu vergessen!<\/p>\n<ul>\n<li>FotoGaler\u00eda des San Mart\u00edn-Theaters, Av. Corrientes 1530 (Mo-Fr ab 12, Sa und So ab 14 Uhr, bis zum Ende der Aktivit\u00e4ten des Tages im Theater. Eintritt frei): Alejandro Montes de Oca, \u201eLo de Leo\u201c. \u201eFotoGaler\u00eda\u201c. 2.3.-4.4. \/ Diego Ar\u00e1oz, \u201eSanta Luc\u00eda. Arqueolog\u00eda de la violencia\u201c, Foto-Essay. 1. Stock der Eingangshalle \u201eCarlos Morel\u201c. 2.3.-2.5.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Lo de Leo&#8221; von Alejandro Montes de Oca und &#8220;Santa Luc\u00eda &#8211; Arqueolog\u00eda de la Violencia&#8221; von Diego Araoz Von Vanessa Bersis Im San Mart\u00edn-Theater wurden am Dienstag vergangener Woche zeitgleich zwei Fotoausstellungen er\u00f6ffnet, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten. 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