{"id":22408,"date":"2015-10-05T10:52:29","date_gmt":"2015-10-05T13:52:29","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=22408"},"modified":"2015-10-14T10:53:32","modified_gmt":"2015-10-14T13:53:32","slug":"grenzen-uberschreiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/10\/05\/grenzen-uberschreiten\/","title":{"rendered":"&#8220;Grenzen \u00fcberschreiten&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Cordobeser Professor will bilaterale Zusammenarbeit ankurbeln<\/p>\n<p><em>Von Marcus Christoph<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/c\u00f3rdoba-I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/c\u00f3rdoba-I.jpg\" alt=\"c\u00f3rdoba I\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-22418\" \/><\/a><br \/>\n&#8220;Wir wollen Deutschland hier vor Ort besser bekannt machen und die bilaterale Zusammenarbeit f\u00f6rdern.&#8221; Mit diesen Worten beschreibt Dr. Alexander Freier die Zielsetzung des Projekts &#8220;Cruzando Fronteras \u2013 Grenzen \u00fcberschreiten&#8221;, das der 36-j\u00e4hrige Politikwissenschaftler in C\u00f3rdoba vor zwei Jahren ma\u00dfgeblich ins Leben gerufen hat.<\/p>\n<p>Freier, der seit drei Jahren an der Katholischen Universit\u00e4t C\u00f3rdoba (UCC) einen Lehrstuhl f\u00fcr Internationale Politik innehat, will mit seiner Initiative Interesse f\u00fcr Deutschland wecken. Der Kooperationsgedanke, der sich zun\u00e4chst auf Forschung und Wissenschaft bezog, soll auch auf andere Bereiche wie Kultur und Wirtschaft ausgedehnt werden. Synergieeffekte sollen entstehen. &#8220;Wir wollen Leute zusammenbringen. So entsteht Interesse. Denn bislang wissen die Menschen in C\u00f3rdoba recht wenig \u00fcber Deutschland&#8221;, beschreibt Freier, der selber bis vor drei Jahren in Deutschland lebte.<\/p>\n<p>F\u00fcr &#8220;Cruzando Fronteras&#8221; konnte er das <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/goetheinstitut.cordoba\">Goethe-Institut in C\u00f3rdoba<\/a>, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie die <a href=\"http:\/\/www.buenos-aires.diplo.de\/Vertretung\/buenosaires\/de\/Startseite.html\">Botschaft der Bundesrepublik in Buenos Aires<\/a> als Partner gewinnen. Zur Gr\u00fcndungsveranstaltung des Projektes vor zwei Jahren war Botschafter Bernhard Graf von Waldersee nach C\u00f3rdoba gekommen.<\/p>\n<p>&#8220;Ein Ziel ist, argentinische Studenten und Wissenschaftler zu begeistern, nach Deutschland zu gehen&#8221;, so Freier. Erste Fr\u00fcchte habe man auf diesem Feld bereits ernten k\u00f6nnen. &#8220;Cruzando Fronteras&#8221; veranstaltet des Weiteren regelm\u00e4\u00dfig Vortragsabende zu verschiedenen Themen. F\u00fcr die Zukunft sind au\u00dferdem Publikationen zu den deutsch-argentinischen Beziehungen sowie eine eigene Website geplant. Bislang informiert das Projekt auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/723584014454283\">Facebook<\/a> \u00fcber seine Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Zu diesen geh\u00f6rte auch eine Podiumsdiskussion zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit, die am 2. Oktober in den R\u00e4umen des Goethe-Instituts C\u00f3rdoba stattfand.<\/p>\n<p>Zu den G\u00e4sten des Abends, den Freier mit Reflexionen zur Rolle des wiedervereinigten Deutschlands in der Welt einleitete, z\u00e4hlte der neue deutsche Gesandte Daniel Krull. Der Diplomat stellte die deutsche Wiedervereinigung in den Kontext der europ\u00e4ischen Integration, die er als fast noch wichtiger als die Wiederherstellung der deutschen Einheit bezeichnete. Krull, der vor wenigen Tagen seinen Dienst in Buenos Aires antrat, blickte auf das Jahr 1989 zur\u00fcck. Er hob die Rolle Ungarns hervor, das als erstes Land den Eisernen Vorhang \u00f6ffnete. Es sei von daher eine Ironie der Geschichte, dass es nun ausgerechnet die Ungarn seien, die an ihrer Grenze zu Serbien einen neuen Sperrzaun errichteten, um der Fl\u00fcchtlingskrise Herr zu werden.<\/p>\n<p>Der Historiker und einstige DAAD-Repr\u00e4sentant Hans Knoll erinnerte sich daran, wie er von Argentinien aus den Fall der Berliner Mauer erlebte. Wenige Monate sp\u00e4ter fuhr er selber nach Deutschland, wo bei einem Spaziergang an der nun mehr offenen innerdeutschen Grenzen einen 15-j\u00e4hrigen Ostdeutschen traf und diesen dazu motivierte, zum Schulaustauschjahr nach Argentinien zu kommen.<\/p>\n<p>Die heutige DAAD-Lektorin in C\u00f3rdoba, Laura Benary, war beim Mauerfall zwar erst acht Jahre alt. Dennoch hat die Berlinerin aus dem Ostteil der Stadt recht genaue Erinnerungen an die Einschnitte und Ver\u00e4nderungen, die die historischen Ereignisse von 1989\/90 mit sich brachten: Sie war keine Jungpionierin mehr, und die Produkte des t\u00e4glichen Lebens \u00e4nderten sich fast alle. Pr\u00e4gend waren auch die Erinnerungen an das Dr\u00f6hnen der sowjetischen Panzer, als diese 1994 im Rahmen des Abzugs der Streitkr\u00e4fte aus Deutschland durch die Stra\u00dfen des Stadtteils Karlshorst rollten.<\/p>\n<p>Bewegend waren die Schilderungen von Hans Henning Schiller, dem Vorsitzenden des Deutschen Clubs C\u00f3rdoba. Sein Vater, ein ehemaliger Gutsbesitzer, war enteignet worden und galt den DDR-Oberen als &#8220;Konterrevolution\u00e4r&#8221;, da er als Verwalter einer Genossenschaft (LPG) nicht die gew\u00fcnschten Ernteertr\u00e4ge einbrachte. Nach dem brutal niedergeschlagenen Aufstand vom 17. Juni 1953 fl\u00fcchtete die Familie gen Westen. Viele Jahre sp\u00e4ter besuchte Schiller das Dorf seiner fr\u00fchen Kindheit nahe Halberstadt, in dem sich kaum etwas ver\u00e4ndert hatte. Lediglich das ehemalige Anwesen seiner Familie war dem Verfall preisgegeben.<\/p>\n<p>Redakteur Marcus Christoph nahm f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/www.tageblatt.com.ar\/\/\/\">Argentinische Tageblatt<\/a> an der Veranstaltung teil. Er stellte die Geschichte der einzigen deutschsprachigen Zeitung Argentiniens vor und erz\u00e4hlte von seinen eigenen Erfahrungen als Jugendlicher in Deutschland in den Jahren 1989\/90.<\/p>\n<p>F\u00fcr den musikalischen Rahmen des Abends sorgte der Chor der Uni. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es ein gem\u00fctliches Beisammensein bei W\u00fcrstchen, Kartoffelsalat und einem Schluck Rotwein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/c\u00f3rdoba-II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/c\u00f3rdoba-II.jpg\" alt=\"c\u00f3rdoba II\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-22419\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nLaura Benary (DAAD) und Alexander Freier (UCC, r.) mit dem deutschen Gesandten Daniel Krull.<br \/>\n(Foto: Marcus Christoph)<\/p>\n<p>(V.l.n.r.) Marcus Christoph, Hans Henning Schiller, Daniel Krull und Alexander Freier.  (Foto: Carlota Salom\u00f3n)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cordobeser Professor will bilaterale Zusammenarbeit ankurbeln Von Marcus Christoph &#8220;Wir wollen Deutschland hier vor Ort besser bekannt machen und die bilaterale Zusammenarbeit f\u00f6rdern.&#8221; Mit diesen Worten beschreibt Dr. Alexander Freier die Zielsetzung des Projekts &#8220;Cruzando Fronteras \u2013 Grenzen \u00fcberschreiten&#8221;, das der 36-j\u00e4hrige Politikwissenschaftler in C\u00f3rdoba vor zwei Jahren ma\u00dfgeblich ins Leben gerufen hat. 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