{"id":2242,"date":"2010-03-26T14:06:42","date_gmt":"2010-03-26T17:06:42","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/03\/26\/die-literatur-in-zeiten-der-globalisierung\/"},"modified":"2010-07-10T14:33:51","modified_gmt":"2010-07-10T17:33:51","slug":"die-literatur-in-zeiten-der-globalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/03\/26\/die-literatur-in-zeiten-der-globalisierung\/","title":{"rendered":"Die Literatur in Zeiten der Globalisierung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die erste argentinisch-deutsche Schriftstellerkonferenz nimmt in Berlin grunds\u00e4tzliche Fragen ins Visier<\/p>\n<p><em>Von Maria Exner<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image2247\" alt=Zange11.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Zange11.jpg\" align=left hspace=5 \/>Den ganz gro\u00dfen Auftritt wird der argentinische Kultur- und vor allem Literaturbetrieb erst im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse haben, zu der Argentinien in diesem Jahr als Gastland geladen ist. Um dem deutschen Publikum vorab schon mal die Gelegenheit zu geben, einen Einblick in das Schaffen argentinischer Autoren zu bekommen, pr\u00e4sentierten sich f\u00fcnf von ihnen vergangene Woche auf der Leipziger Buchmesse. Und kamen anschlie\u00dfend nach Berlin. Denn hier wurde am Dienstag in den R\u00e4umen des Instituto Cervantes die erste Konferenz deutscher und argentinischer Schriftsteller er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>&#8220;Botenstoffe&#8221;, so der Titel der Veranstaltung, k\u00f6nnen B\u00fccher aus fremden L\u00e4ndern sein \u2013 T\u00fcr\u00f6ffner in eine bislang ungekannte Welt. Dem literaturinteressierten Berliner Publikum h\u00e4tte die Betrachtung der argentinischen Werke unter diesem Aspekt vielleicht schon gereicht. Aber die zwei Veranstalter der vom Hauptstadt Kulturfonds gef\u00f6rderten Konferenz \u2013 Tom Bresemann vom Literaturhaus Lettr\u00e9tage und Timo Berger vom S\u00fcdamerika-Festival Latinale \u2013 haben sich und den eingeladenen Autoren drei gro\u00dfe Themenkomplexe auf die Agenda gesetzt: Wie anschlussf\u00e4hig ist die Literatur aus verschiedenen L\u00e4ndern im Kontext globalisierter Kultur? Welche Rolle spielt das Politische in der Literatur nach dem Ende der Utopien? Wo liegt die Grenze zwischen Adaption und Plagiat?<!--more--><\/p>\n<p>Dar\u00fcber durften sich die Argentinier Pablo Ramos, Sergio Raimondi, Lola Arias, Laura Alcoba und Felix Bruzzone mit den deutschen Autoren Juliane Liebert, Nora Bossong, Daniel Falb, Julia Zange und Ingeborg-Bachmann-Preistr\u00e4ger Tilman Rammstedt am Donnerstag und Freitag im Kreuzberger Literaturhaus Lettr\u00e9tage austauschen. An den Abenden sollten die Ergebnisse des Diskurses vorgestellt und aus den Werken der Autoren gelesen werden.<\/p>\n<p>Bei der Er\u00f6ffnung im Instituto Cervantes am Dienstag gab es zur Begr\u00fc\u00dfung eine warmherzige Rede von Magdalena Faillace, der Leiterin des Organisationskomitees f\u00fcr den Gastlandauftritt Argentiniens auf der Frankfurter Buchmesse im argentinischen Au\u00dfenmnisterium. Sie bedankte sich f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, argentinische Literatur im lesebegeisterten Deutschland bekannt machen zu k\u00f6nnen und betonte die besondere Funktion der Kultur in Argentinien, die dazu beitrage, jene in die Gesellschaft zu integrieren, die ein schwierigeres Leben h\u00e4tten als andere.<\/p>\n<p>Die Lesung im Anschluss wurde vor allem durch die fr\u00f6hliche Gelassenheit der Schriftsteller aufgelockert, die \u00fcber den offensichtlichen \u00dcbersetzermangel hinwegsahen. Gut gelaunt las Pablo Ramos die spanische Version eines Textes aus &#8220;Die Anstalt der besseren M\u00e4dchen&#8221;, dem bei Suhrkamp erschienenen Deb\u00fctroman der erst 26-j\u00e4hrigen Julia Zange, und entschuldigte sich f\u00fcr seinen &#8220;acento porte\u00f1o&#8221; \u2013 der \u00dcbersetzer sei schlie\u00dflich Bolivianer gewesen. Im Gegenzug las Zange die deutsche Passage aus &#8220;Das Kaninchenhaus&#8221; von Laura Alcoba.<\/p>\n<p>Was zumindest dem Er\u00f6ffnungsabend gefehlt hat, waren Hintergrundinformationen zu den Autoren und die Einordnung der argentinischen Werke innerhalb des Literaturbetriebs ihres Heimatlandes. Abgesehen davon, dass beispielsweise Laura Alcoba &#8220;besonders argentinische Themen ins Auges fasst&#8221;, erfuhr man wenig \u00fcber die Biografien der Schriftsteller. Dass die Eltern der 42-j\u00e4hrigen Autorin vor der Milit\u00e4rdiktatur nach Paris flohen und &#8220;Das Kaninchenhaus&#8221; das Leben in einer Diktatur aus der Sicht eines siebenj\u00e4hrigen M\u00e4dchens schildert, dessen Eltern im Widerstand sind, blieb leider unerw\u00e4hnt.<\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image2248\" alt=Faillace1.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Faillace1.jpg\" \/><br \/>\n<em>Botschafterin Magdalena Faillace bei der Begr\u00fc\u00dfungsansprache.<br \/>\nOben: Julia Zange und Laura Alcoba.<br \/>\n(Fotos: FF\/Lettr\u00e9tage)<\/em><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste argentinisch-deutsche Schriftstellerkonferenz nimmt in Berlin grunds\u00e4tzliche Fragen ins Visier Von Maria Exner Den ganz gro\u00dfen Auftritt wird der argentinische Kultur- und vor allem Literaturbetrieb erst im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse haben, zu der Argentinien in diesem Jahr als Gastland geladen ist. 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