{"id":2244,"date":"2010-04-05T13:27:41","date_gmt":"2010-04-05T16:27:41","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/04\/05\/faszinierendes-unbekanntes-kuba\/"},"modified":"2010-04-16T17:31:06","modified_gmt":"2010-04-16T20:31:06","slug":"faszinierendes-unbekanntes-kuba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/04\/05\/faszinierendes-unbekanntes-kuba\/","title":{"rendered":"Faszinierendes, unbekanntes Kuba"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Caminos de la vanguardia cubana&#8221; im Malba<\/p>\n<p><em>Von Vanessa Bersis<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image2245\" alt=cuba11.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/cuba11.jpg\" align=left hspace=5 \/>Ein Streifzug durch das Malba ist immer wieder ein k\u00fcnstlerischer Hochgenuss, diesmal noch viel mehr. Denn der zweite Stock des Geb\u00e4udes widmet sich der kubanischen Avantgardekunst. Mit dem vielversprechenden Ausstellungstitel &#8220;Caminos de la vanguardia cubana&#8221; und insgesamt 150 Werken wird ein anderer ungew\u00f6hnlicher, aber dennoch faszinierender Blick auf Kuba und seine Kunst zwischen 1920 und 1940 geboten. Die Ausstellung ist f\u00fcr die meisten Besucher eine spektakul\u00e4re visuelle Reise in ein zum Gro\u00dfteil unbekanntes k\u00fcnstlerisches Kuba.<!--more--><\/p>\n<p>Demnach ist es nicht verwunderlich, dass sich jeder, der Rang und Namen in der Kunstkritikerszene von Buenos Aires hat, die Einladung dankend annahm, um sich auf dieses etwas andere, aber hoch faszinierende, Kuba einzulassen. Wissbegierig dr\u00e4ngten sich die feinen Damen in die erste Reihe, um der euphorischen Kuratorin Lilian Llanes zu lauschen, die jedes kleine Detail der Gem\u00e4lde und deren Erschaffer zu beschreiben wusste. Die Liebe der Kuratorin zur Kunst, aber auch ihr Ehrgeiz, sie den Betrachtern zu vermitteln und deren Blick auf die Einzelheiten zu sch\u00e4rfen, war das Highlight f\u00fcr die Anwesenden des Abends.<\/p>\n<p>Die Ausstellung selbst besteht aus einer Auswahl an Themen und Werken, welche am eindringlichsten die &#8220;vanguardia cubana&#8221; ausdr\u00fccken. Die k\u00fcnstlerische Avantgarde in Kuba war ein wichtiger Zeitraum f\u00fcr die Entwicklung der kubanischen Identit\u00e4t. Dar\u00fcber hinaus wurden durch die k\u00fcnstlerische Darstellung Themen aufgezeigt, die zu dieser Zeit neu waren, aber von gro\u00dfer Relevanz f\u00fcr das kubanische Alltagsleben.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist in drei thematische Schwerpunkte gegliedert: Frauen, Nationalismus und politischer Konflikt. Der erste Teil mit Werken von Ren\u00e9 Portocarrero, Condrado Masageurs, Joaqu\u00edn Blez und Carlos Enriquez widmet sich der Frau, ihrer Erotik und Sinnlichkeit. Dabei wird die Frau au\u00dferhalb der h\u00e4uslichen Sph\u00e4re dargestellt. Ein Vorhaben, das f\u00fcr die damalige pr\u00fcde kubanische Gesellschaft als frivol und obsz\u00f6n angesehen wurde, jedoch einen Umbruch in der Sichtweise mit sich brachte.<\/p>\n<p>Ein weiteres wesentliches Thema der avantgardistischen Bewegung und somit ein Schwerpunkt der Ausstellung war jenes des Nationalismus und Universalismus. Nationalismus bedeutete, sich auf die intensive Suche nach den kubanischen Wurzeln und der kubanischen Identit\u00e4t zu machen. Dies wird vor allem durch die Gem\u00e4lde von Wifredo Lam, der sich mit den afrikanischen Wurzeln und der kubanischen Kultur besch\u00e4ftigte, veranschaulicht. Einen wichtigen k\u00fcnstlerischen Beitrag, vor allem durch die Auseinandersetzung mit dem criollismo, leistete auch die Malerin Amelia Pel\u00e1ez, die ebenfalls durch ihre Werke repr\u00e4sentiert ist.<\/p>\n<p>Zu den herausragendsten K\u00fcnstlern dieser Zeit z\u00e4hlen auch der oft untersch\u00e4tzte Marcelo Pogolotti mit seiner sozialpolitischen kritischen Malerei und Eduardo Abela, der durch seine karikaturistische Arbeit und dem darin verpackten Humor auf diesem Terrain Vorreiter war.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend lohnt es sich auch einen Blick auf die Werke von Jos\u00e9 Manuel Acosta, dessen fotografisches K\u00f6nnen nach wie vor zeitlos erscheint. Zudem sind noch Arbeiten von Mario Carreno, Mariano Rodr\u00edguez, Victor Manuel Garc\u00eda, Fidelio Ponce de Le\u00f3n und Ar\u00edstides Fern\u00e1ndez zu sehen.<\/p>\n<p>All jene K\u00fcnstler besch\u00e4ftigten sich mit der Hauptfrage nach der kubanischen Identit\u00e4t. Jedoch lag der bedeutendste Beitrag der kubanischen Kunst f\u00fcr die Moderne wohl in der Art, wie nationale Probleme formuliert wurden. Die K\u00fcnstler der &#8220;vanguardia cubana&#8221; waren stets auf der Suche nach ihren Wurzeln. Ihre herausragenden Charakteristika sind mit Sicherheit die W\u00fcrde und Liebe, die sie ihren Leuten und ihrer Kultur entgegenbrachten. Genau das spiegelt sich in der Ausstellung wieder.<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eCaminos de la vanguardia cubana\u201c, 150 Werke: Gem\u00e4lde, Fotos, Zeichnungen und dokumentarisches Material aus dem Museo Nacional de Bellas Artes von Havanna, der kubanischen \u201eFototeca\u201c und Privatsammlungen. Kuratorin: Lilian Llanes. <a href=\"http:\/\/www.malba.org.ar\/web\/\">Malba<\/a>, Av. Figueroa Alcorta 3415, Saal 5 (2. Stock). Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr, dienstags geschlossen. Eintritt 18 Pesos, Lehrer und Rentner 9 Pesos, Studenten 9 Pesos, unter 5-J\u00e4hrige gratis. Mittwochs: Eintritt 6 Pesos, Lehrer und Rentner 3 Pesos, Studenten gratis. 18.3.-17.5.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Caminos de la vanguardia cubana&#8221; im Malba Von Vanessa Bersis Ein Streifzug durch das Malba ist immer wieder ein k\u00fcnstlerischer Hochgenuss, diesmal noch viel mehr. Denn der zweite Stock des Geb\u00e4udes widmet sich der kubanischen Avantgardekunst. 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