{"id":22721,"date":"2015-11-27T16:43:50","date_gmt":"2015-11-27T19:43:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=22721"},"modified":"2015-11-28T16:49:38","modified_gmt":"2015-11-28T19:49:38","slug":"fliessende-zackige-anmut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/11\/27\/fliessende-zackige-anmut\/","title":{"rendered":"Flie\u00dfende, zackige Anmut"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zeitgen\u00f6ssisches Ballett im Theater San Mart\u00edn<\/p>\n<p><em>Von Laura Meyer<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/cuerpo_sutil.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/cuerpo_sutil.jpg\" alt=\"cuerpo_sutil\" width=\"500\" height=\"294\" class=\"aligncenter size-full wp-image-22722\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/cuerpo_sutil.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/cuerpo_sutil-300x176.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nBallett unterlegt mit Elektromusik, dazu zackige Bewegungen, flie\u00dfende Gruppendynamiken und der immer wiederkehrende elektronische Beat: Im Teatro San Mart\u00edn sind noch bis zum 12. Dezember, unter der Leitung von Mauricio Wainrot, drei zeitgen\u00f6ssische Ballett-Auff\u00fchrungen zu sehen.<\/p>\n<p>&#8220;Sort Sol&#8221; (Schwarze Sonne) von den Choreografinnen Ana Garat und Pilar Beamonte er\u00f6ffnet die Vorstellung, und ist gleichzeitig Premiere des St\u00fcckes. 16 T\u00e4nzer, ein Vogelschwarm: der &#8220;Sort Sol&#8221;. Das Ph\u00e4nomen, unter dem Namen &#8220;Schwarze Sonne&#8221; bekannt, ist ein j\u00e4hrliches Zusammentreffen tausender V\u00f6gel, welche sich in den endlosen Himmeln J\u00fctlands in Norwegen zu einem gewaltigen Spektakel zusammenschlie\u00dfen. In dem Licht einer untergehenden Sonne bilden die T\u00e4nzer die einheitlichen, flie\u00dfenden Bewegungen der V\u00f6gel nach. 25 Minuten ohne Atempause werden die Zuschauer in den Bann des Werkes gezogen. Unterlegt mit einem gleichm\u00e4\u00dfigen Takt schweifen die T\u00e4nzer in stiller Einheit \u00fcber die B\u00fchne, friedlich, in sich selbst ruhend, wie vom leichten Wind getrieben. Mal nach rechts, mal nach links, mal weitet sich der Schwarm, mal zieht er sich zusammen. Die gleichm\u00e4\u00dfige Formation, in der die Gruppe wichtiger ist als der Einzelne, l\u00f6st sich am Ende von einem Moment auf den anderen auf, wie ein Schwarm, der sich pl\u00f6tzlich in alle Himmelsrichtungen zerstreut.<\/p>\n<p>Das zweite St\u00fcck, &#8220;Muta&#8221; von Gustavo Lesgart, ebenfalls Erstauff\u00fchrung, \u00fcberrascht. Aus der Trance des ersten St\u00fccks gerissen, wird der Zuschauer nun Zeuge einer von Kraft strotzenden Gruppendynamik. Anfangs ein kriechender Menschenhaufen, in transparente Kost\u00fcme gekleidet, verwandelt sich die Masse zu rasenden Beats immer schneller, mit abrupten Bewegungen und beeindruckenden Hebefiguren, in eine Einheit. Die Gruppe, das Herz des St\u00fcckes, l\u00f6st sich am Ende auf, jeder verschwimmt mit dem Anderen, bis sich die Masse zu einer einzelnen T\u00e4nzerin vereint. Alleingelassen, einsam, greift sie nach Etwas, oder Jemandem, bis am Ende der Vorhang f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Das dritte und letzte St\u00fcck, &#8220;Cuerpo Sutil&#8221; von Laura Roatta, f\u00fchrt den Zuschauer wieder in weichere Gefilde, unterlegt mit Gesang und einer wiederkehrenden Cellomusik. Die besten T\u00e4nzer des Abends vereinen sich in diesem letzten St\u00fcck zu einer anr\u00fchrenden, sehns\u00fcchtigen Darstellung des Weiblichen und des M\u00e4nnlichen. Ein Paar bildet das Zentrum des St\u00fcckes, getragen von den anderen T\u00e4nzern, nimmt es an der Liturgie des Lebens teil.<\/p>\n<p>Jede Choreografie bildet eine individuelle Einheit, es ist unm\u00f6glich, sie miteinander zu vergleichen. Getragen vom flie\u00dfenden Vogelschwarm von &#8220;Sort Sol&#8221;, gefangen im zackigen Takt von &#8220;Muta&#8221; und befreit durch die anmutigen Figuren des &#8220;Cuerpo Sutil&#8221;, erlebt der Zuschauer eine au\u00dfergew\u00f6hnliche, ber\u00fchrende Darstellung zeitgen\u00f6ssischer Tanzkunst im Teatro San Mart\u00edn, die unbedingt zu empfehlen ist.<\/p>\n<p>Weitere Vorstellungen: Samstag, 28.11., und Sonntag, 29.11., jeweils um 17 Uhr. 140 Pesos. Im Dezember: Freitag, 4.12., 20.30 Uhr, Samstag, 5.12., 20.30 Uhr, Sonntag, 6.12., 19 Uhr, Donnerstag, 10.12., 14.30 Uhr, Freitag, 11.12., 20.30 Uhr, und Samstag, 12.12., 20.30 Uhr. 140 Pesos; donnerstags 65 Pesos.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\n&#8220;Cuerop Sutil&#8221; von Ana Garat und Pilar Beamonte.<br \/>\n(Foto: Carlos Flynn)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitgen\u00f6ssisches Ballett im Theater San Mart\u00edn Von Laura Meyer Ballett unterlegt mit Elektromusik, dazu zackige Bewegungen, flie\u00dfende Gruppendynamiken und der immer wiederkehrende elektronische Beat: Im Teatro San Mart\u00edn sind noch bis zum 12. 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