{"id":22891,"date":"2015-12-22T15:16:33","date_gmt":"2015-12-22T18:16:33","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=22891"},"modified":"2015-12-26T15:17:46","modified_gmt":"2015-12-26T18:17:46","slug":"der-schatten-des-kondors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/12\/22\/der-schatten-des-kondors\/","title":{"rendered":"Der Schatten des Kondors"},"content":{"rendered":"<p><strong>Portugiesischer Fotograf Jo\u00e3o Pina im Parque de la Memoria<\/p>\n<p><em>Von Laura Meyer<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/pina.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/pina.jpg\" alt=\"pina\" width=\"500\" height=\"503\" class=\"aligncenter size-full wp-image-22898\" \/><\/a><br \/>\nAm 15. Dezember wurde wurde im Parque de la Memoria in Buenos Aires (Av. Costanera Norte Rafael Obligado 6745, neben der Ciudad Universitaria) die Ausstellung &#8220;Sombra del C\u00f3ndor&#8221; des portugiesischen Fotografen Jo\u00e3o Pina (geboren 1980 in Lissabon) er\u00f6ffnet. Die Ausstellung zeigt mehr als 100 Fotografien in Schwarz-Wei\u00df und ist kuratiert und in Kategorien organisiert von dem brasilianischen Kurator Di\u00f3genes Moura. Bis Februar 2016 kann sie noch bei freiem Eintritt im PAyS-Saal des Parque de la Memoria besucht werden.<\/p>\n<p>Als Enkel von politischen Gefangenen der portugiesischen Diktatur unter Oliveira Salazar, interessierte Pina die Geschichte der Operation C\u00f3ndor besonders, vor allem die Rolle der sechs beteiligten L\u00e4nder und deren Unterst\u00fctzer. Unter dem Namen &#8220;Operation C\u00f3ndor&#8221; f\u00fchrten zwischen 1970 und 1980 die Geheimdienste von Argentinien, Chile, Brasilien, Bolivien, Paraguay und Uruguay Verfolgungen und Morde an linken und oppositionellen Kr\u00e4ften weltweit durch, mit Unterst\u00fctzung der Vereinigten Staaten. Laut Menschenrechtsorganisationen liegt die Dunkelziffer der Opfer bei etwa 50.000 Ermordeten, 350.000 Verschwundenen und 400.000 Gefangenen.<\/p>\n<p>Die Fotografien zeigen direkt Betroffene, Verwandte und Freunde der Opfer oder auch Gegenst\u00e4nde und Objekte, welche in Zusammenhang mit der Operation C\u00f3ndor stehen. Jede der Abbildungen ist mit einem Erl\u00e4uterungstext versehen, und ein kurzer Dokumentarfilm des K\u00fcnstlers wird ebenfalls gezeigt.<\/p>\n<p>Die Intention von Jo\u00e3o Pina ist es, die Ausstellung in allen damaligen beteiligten L\u00e4ndern zu zeigen, jedoch ohne \u00f6ffentlich anzuklagen. &#8220;Ich habe nicht den Anspruch, jemanden mit meinem Werk anzuprangern. Meine Arbeit soll informativ sein, so dass jede Person ihren eigenen Schluss daraus ziehen kann&#8221;, so Pina. So fand die Ausstellung zuvor in Sao Paulo, Rio de Janeiro, Montevideo, Santiago de Chile und New York statt,<\/p>\n<p>Schon als Kind von Lateinamerika in den Bann gezogen, reiste der K\u00fcnstler fast ein Jahrzehnt durch Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Paraguay und Uruguay, sammelte Bilder von Betroffenen, Foto-Dokumente und Archivmaterial und f\u00fchrte Interviews. So entstand ein Werk, welches nicht nur das Schweigen dieser dunklen Vergangenheit Lateinamerikas bricht, sondern auch zur Aufarbeitung und zum besseren Verst\u00e4ndnis der Geschichte beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der Parque de la Memoria in Buenos Aires, am Ufer des R\u00edo de la Plata, bietet eine Plattform f\u00fcr Ausstellungen und Vernissagen von K\u00fcnstlern aus aller Welt. Von Menschenrechtorganisationen initiiert, wurde das Projekt f\u00fcr die Errichtung eines Gedenkparks f\u00fcr die Opfer der Milit\u00e4rdiktatur in Argentinien 1997 dem Stadtparlament von Buenos Aires vorgestellt und erhielt breite Zustimmung.<\/p>\n<p>Das 14 Hektar gro\u00dfe Areal umfasst eine Reihe von Skulpturen verschiedener internationaler K\u00fcnstler. Aus 665 vorgeschlagenen Werken aus \u00fcber 44 L\u00e4ndern wurden 12 von einer internationalen Jury ausgew\u00e4hlt. W\u00e4hrend des Streifzugs durch den Park kann man die Skulpturen auf der grasbedeckten Ebene betrachten, auf Schildern wird n\u00e4her auf den K\u00fcnstler und die Bedeutung des Werkes eingegangen. Der Skulpturenbestand wird nach und nach erweitert.<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck des Parks bildet das &#8220;Monumento a las V\u00edctimas del Terrorismo de Estado&#8221;, die Gedenkst\u00e4tte, die an die Verschwundenen der argentinischen Milit\u00e4rdiktatur erinnert. Die Namen der Opfer sind auf circa zwei Meter hohe Mauern eingraviert. Die Mauern bestehen aus \u00fcbereinander und nebeneinander angeordneten Steinplatten, an welchen sich der Besucher entlang bewegt, den Blick auf die Namen der Verschwundenen, (desaparecidos) geheftet. Unter ihnen waren auch Kinder und Schwangere. Nach den in den Geheimgef\u00e4ngnissen geborenen und zu Zwangsadoptionen freigegebenen Kindern suchen Angeh\u00f6rige und Menschenrechtsorganisationen bis heute.<\/p>\n<p>Im Park finden regelm\u00e4\u00dfig Workshops, Konzerte, Theaterauff\u00fchrungen und Projekte f\u00fcr Kinder statt, Menschenrechtsthemen werden besprochen und Hinterbliebende von Opfern der Diktatur eingeladen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen findet man auf der <a href=\"http:\/\/parquedelamemoria.org.ar\/\">Webseite des Parque de la Memoria<\/a> oder<br \/>\nunter Tel.: +54-11-4787-0999\/6937.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nFamilien Verschwundener in Calama, Chile, in der N\u00e4he von Massengr\u00e4bern, wo 26 politische Gefangene vom chilenischen Milit\u00e4r begraben wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portugiesischer Fotograf Jo\u00e3o Pina im Parque de la Memoria Von Laura Meyer Am 15. Dezember wurde wurde im Parque de la Memoria in Buenos Aires (Av. 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