{"id":23626,"date":"2016-08-05T15:31:00","date_gmt":"2016-08-05T18:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=23626"},"modified":"2016-08-05T15:32:00","modified_gmt":"2016-08-05T18:32:00","slug":"fur-aufnahme-von-fluchtlingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2016\/08\/05\/fur-aufnahme-von-fluchtlingen\/","title":{"rendered":"F\u00fcr Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Daniel Barenboim diskutierte mit Felipe Gonz\u00e1lez im Teatro Col\u00f3n den Nahostkonflikt und andere brennende Themen der Weltpolitik<\/p>\n<p><em>Von Marcus Christoph<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/bar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/bar.jpg\" alt=\"bar\" width=\"500\" height=\"334\" class=\"aligncenter size-full wp-image-23630\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/bar.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/bar-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDer Dirigent Daniel Barenboim hat die lateinamerikanischen Staaten und vor allem sein Heimatland Argentinien aufgefordert, Fl\u00fcchtlinge aus dem Syrien-Konflikt aufzunehmen. Argentinien sei immer gastfreundlich gewesen, er selbst habe es als Einwanderersohn erlebt, sagte Barenboim am Sonntagabend bei einem Gespr\u00e4ch mit dem ehemaligen spanischen Ministerpr\u00e4sidenten Felipe Gonz\u00e1lez vor rund 800 Zuh\u00f6rern im Theater Col\u00f3n in Buenos Aires. Der Gedankenaustausch fand im Rahmen eines zweiw\u00f6chigen Festivals mit Konzerten des von Barenboim geleiteten West-Eastern Divan Orchestras und der argentinischen Pianistin Martha Argerich statt.<\/p>\n<p>Die Fl\u00fcchtlingskrise sei ein globales Problem, das Deutschland nicht allein l\u00f6sen k\u00f6nne, so Barenboim, der die Aufnahmepolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel als mutig lobte. Der in Buenos Aires geborene Stardirigent argumentierte, dass Globalisierung mehr sei, als &#8220;Spaghettis in Tokio zu essen, sondern dass alle Konflikte global sind und jeden betreffen&#8221;.<\/p>\n<p>Entsprechend m\u00fcsste auch Argentinien mehr Verantwortung \u00fcbernehmen: Sein Geburtsland sei ohnehin als sicherer Hafen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus anderen Kulturen pr\u00e4destiniert: &#8220;Es ist das einzige Land, in dem es selbstverst\u00e4ndlich erscheint, dass man mehrfache Identit\u00e4ten haben kann&#8221;, so Barenboim. Hier k\u00f6nne man Araber, Jude, Pole oder Russe sein, und deswegen sei man nicht weniger Argentinier. Dies erkl\u00e4re auch die enge Beziehung zu Argentinien des von Barenboim geleiteten West-Eastern Divan Orchestras, in dem Israelis, Pal\u00e4stinenser, Iraner und T\u00fcrken zusammenspielen.<\/p>\n<p>Die starken islamischen, christlichen und j\u00fcdischen Gemeinschaften in Argentinien, Brasilien und Chile sollten mit Unterst\u00fctzung der Regierungen ihrer Staaten die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen f\u00f6rdern &#8211; auch wenn man dabei das Risiko der Einschleusung vereinzelter Terroristen nicht vermeiden k\u00f6nne, sagte der Dirigent.<\/p>\n<p>F\u00fcr Argentinien h\u00e4tte eine gr\u00f6\u00dferes Engagement in der Fl\u00fcchtlingspolitik auch den Vorteil, dass seine weltpolitische Bedeutung zunehme. Gegenw\u00e4rtig gibt es Pl\u00e4ne der Regierung von Pr\u00e4sident Mauricio Macri, 3000 Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen.<\/p>\n<p>Dass Syrien alle angehe, betonte auch Gonz\u00e1lez: &#8220;Es gibt heute mehr als 6 Millionen Syrer auf der Flucht. Das ist ein unhaltbarer Zustand und geht die gesamte internationale Gemeinschaft an.&#8221; Der Elder Statesman sah eine gro\u00dfe Verantwortung f\u00fcr die jetzige Krise in Syrien und im Irak bei der Politik des Westens. Besonders kritisierte er die von den USA angef\u00fchrte Milit\u00e4rinvasion in den Irak im Jahr 2003. Gonz\u00e1lez verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die milit\u00e4rische F\u00fchrung des sogenannten &#8220;Islamischen Staates&#8221; sich zu einem Gro\u00dfteil aus ehemaligen Elitesoldaten Saddam Husseins zusammensetze. &#8220;Man verursacht Sch\u00e4den und \u00fcbernimmt danach keine Verantwortung&#8221;, monierte der einstige spanische Regierungschef. &#8220;Man kann einen Krieg gewinnen, aber den Frieden verlieren.&#8221;<\/p>\n<p>Was Israel und die Pal\u00e4stinenser betrifft, kritisierte Barenboim, dass von Israel derzeit keine Initiativen ausgingen, um zu einer dauerhaften Friedensl\u00f6sung zu kommen. Dabei w\u00e4ren die Rahmenbedingungen eigentlich g\u00fcnstig, da Israel momentan in der arabischen Nachbarschaft keinen wirklich gef\u00e4hrlichen Gegner habe. Der Dirigent beklagte, dass der Konflikt zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern von gro\u00dfer Ungleichheit gekennzeichnet sei. Er kritisierte rechte und religi\u00f6s-orthodoxe Str\u00f6mungen in Israel, die dem Friedensprozess entgegenst\u00fcnden.<\/p>\n<p>Barenboim hat neben der argentinischen, der spanischen und der israelischen auch die pal\u00e4stinensische Staatsb\u00fcrgerschaft inne. Um ein Beispiel f\u00fcr friedliches Zusammenleben im Nahen Osten zu setzen, gr\u00fcndete er 1999 mit dem aus Pal\u00e4stina stammenden Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra. In Deutschland ist Barenboim vor allem als Generalmusikdirektor der Staatskapelle Berlin bekannt.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nFelipe Gonz\u00e1lez (l.) und Daniel Barenboim (r.) mit Moderator Hugo Sigman.<br \/>\n(Privat)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daniel Barenboim diskutierte mit Felipe Gonz\u00e1lez im Teatro Col\u00f3n den Nahostkonflikt und andere brennende Themen der Weltpolitik Von Marcus Christoph Der Dirigent Daniel Barenboim hat die lateinamerikanischen Staaten und vor allem sein Heimatland Argentinien aufgefordert, Fl\u00fcchtlinge aus dem Syrien-Konflikt aufzunehmen. 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