{"id":23772,"date":"2016-08-28T19:47:26","date_gmt":"2016-08-28T22:47:26","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=23772"},"modified":"2016-10-15T12:56:45","modified_gmt":"2016-10-15T15:56:45","slug":"offenbarungen-in-schwarz-weiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2016\/08\/28\/offenbarungen-in-schwarz-weiss\/","title":{"rendered":"Offenbarungen in Schwarz-Wei\u00df"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2016\/08\/28\/revelaciones-en-blanco-y-negro\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>&#8220;Revelaciones&#8221; \u2013 Fotoausstellung von Gerardo Korn im Centro Cultural Borges<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/plazasanmartin2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/plazasanmartin2.jpg\" alt=\"plazasanmartin2\" width=\"500\" height=\"353\" class=\"aligncenter size-full wp-image-23670\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/plazasanmartin2.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/plazasanmartin2-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n&#8220;Ich wurde im Jahr 2011 von diesem Rausch erfasst&#8221;, erkl\u00e4rt Gerardo Korn an einem regnerischen Nachmittag im Centro Cultural Borges seine Motivation, Buenos Aires auf eine besondere Art und Weise zu fotografieren. Wir sind gerade durch seine Ausstellung &#8220;Revelaciones&#8221; gegangen, wobei sich herausgestellt hat, dass dieser so tr\u00fcbe Tag ganz besonders gut geeignet ist, seine menschenleeren Schwarz-Wei\u00df-Bilder der Stadt zu betrachten, die er nachts oder abends oder in den fr\u00fchen Morgenstunden aufgenommen hat, wenn das Licht diffus und magisch ist. &#8220;Buenos Aires sieht man sonst meist nur mit strahlend blauem Himmel, \u00fcberall wimmelt es von Menschen&#8221;, meint Gerardo, der nach eigenem Bekunden keine Ahnung hatte, auf was er sich einlie\u00df, als er seine k\u00fcnstlerische Laufbahn begann. &#8220;Ich wusste damals nicht, dass ich f\u00fcr einige Bilder drei Jahre brauchen w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p>Gerardo erz\u00e4hlt von seiner Liebe zur klassischen Fotografie und schw\u00e4rmt von den St\u00e4dten Paris und New York, die die Fotografie-St\u00e4dte schlechthin seien. Er wollte, dass es \u00e4hnliche Bilder auch von Buenos Aires g\u00e4be &#8211; Bilder voller Melancholie, die die Stadt in einem zeitlosen Zustand zeigen. &#8220;Gerade Buenos Aires, eine Stadt, die im Alltag oft aggressiv zu den Bewohnern ist&#8221;, reflektiert der in Argentinien geborene Sohn deutscher Eltern, der mit seiner Kunst die Beziehung der Menschen zu ihrer Stadt wiederherstellen m\u00f6chte, indem er sie in einem friedlichen Zustand zeigt.<\/p>\n<p>Gerardo Korns wundersch\u00f6ne Bilder stellen einen besonderen Rundgang durch die Stadt Buenos Aires dar. Die meisten Motive kennt man oder hat sie schon hundertmal auf Bildern gesehen \u2013 aber noch nie so wie hier. An Stelle von Konsum steht hier Augenschmaus. Jeder einzelne Mensch steht alleine an dieser Stelle und schaut mit dem Fotografen durch das Obektiv, schaut auf einmal richtig hin und kann in Stille und innerer Ruhe mit dem Gesehenen kommunizieren.<\/p>\n<p>Einer, der sofort erkannt hat, dass es sich bei den Bildern Gerardo Korns um wahre Kunstwerke handelt, war der gro\u00dfartige argentinische Maler Guillermo Roux. Diesen sprach Gerardo an, als er begann, einen Ausstellungsraum zu suchen, um seine Kunst bekannter zu machen. Warum gerade Roux? Ganz einfach &#8211; die beiden sind Nachbarn und waren dies bereits seit 40 Jahren. Immer gr\u00fc\u00dfte man sich freundlich aus der Ferne, deshalb war Roux zun\u00e4chst \u00fcberrrascht, als Gerardo bei ihm vorbeischaute und ihn bat, ob er ihm seine Bilder zeigen d\u00fcrfte. Er sagt Ja &#8211; und war begeistert. Innerhalb von f\u00fcnf Tagen hatte er einen Text geschrieben, aus dem auch der Titel der Ausstellung, &#8220;Revelaciones&#8221; (Offenbarungen) stammt, und Gerardo war zu Tr\u00e4nen bewegt. &#8220;Seit diesem Tag im April 2015, als ich bei Guillermo Roux geklingelt habe, ist mein Leben nicht mehr, wie es vorher war&#8221;, sagt Gerardo. Der gro\u00dfe alte Maler, der mittlerweile zu einem Freund geworden ist, gab ihm die Kraft, seine Zweifel zu \u00fcberwinden, und unterst\u00fctzte und unterst\u00fctzt ihn.<\/p>\n<p>Drei der Werke, die in der Ausstellung h\u00e4ngen, sind Gemeinschaftsarbeiten der beiden: Fotografien von Gerardo Korn mit einer Intervention von Roux. Mit Absicht sind die Roux\u2018schen Elemente nur sehr sparsam eingef\u00fcgt, um die friedliche Stille der Werke nicht zu zerst\u00f6ren. So geben sie ihnen einen surrealistischen, \u00fcberraschenden Anstrich. Acht von zehn Werken, die die beiden als Zusammenarbeit angestrebt haben, sind bereits fertig, die drei, die Gerardo am liebsten mag, sind in der Ausstellung zu sehen.<\/p>\n<p>Im vergangenen argentinischen Sommer hat Roux Gerardo Korn eingeladen, fotografisch und filmisch ein Werk von ihm zu dokumentieren: Er wollte eine G\u00f6ttin in sein Schwimmbad malen, und dann begeisterte er sich und malte das ganze Schwimmbad aus. Der Maler, der im Rollstuhl sitzt, wurde dabei von einem Freund hin und hergeschoben und malte mit einem Pinsel, der an einem ein Meter langen Bambusstab befestigt war. &#8220;Das war der Sommer, in dem ich vier Monate in einem Schwimmbad ohne Wasser verbracht habe&#8221;, lacht Gerardo, der in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Mart\u00edn Serra in K\u00fcrze einen Entwurf des Filmes vorstellen will, der aus dem Material entstehen soll.<\/p>\n<p>&#8220;Die Welt ist mein Land&#8221;, sagt Gerardo Korn, der seine mit Kodak Professional Tri-X fotografierten Filme nach Halle in Deutschland schickt, wo ein darauf spezialisierter Betrieb sie entwickelt und digitalisiert. Die digitalisierte Version sendet Gerardo nach London, wo die Werke auf feinstem Papier ausgedruckt werden, um dann den Weg zur\u00fcck nach Argentinien zu finden. Die hohe Qualit\u00e4t der Werke und besonders auch die gewagten, \u00e4u\u00dferst wirkungsvollen 60 x 90-Formate (die neben anderen in 30 x 45 h\u00e4ngen) tragen mit zu dem Zauber bei, den Gerardos Fotografien ausstrahlen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung im Centro Cultural Borges und die Ver\u00f6ffentlichung einiger Werke der Serie &#8220;Revelaciones&#8221; in Jorge Tardittis Luxus-Kunstmagazin &#8220;Georges&#8221; sowie das &#8220;G\u00f6ttin im Schwimmbad&#8221;-Projekt sind erst der Beginn und nur ein Teil der Pl\u00e4ne des entspannten und zugleich mit viel positiver Energie geladenen K\u00fcnstlers &#8211; momentan arbeitet er auch an einem Tango-Projekt. Sein Ziel? Die Welt, die seine Heimat ist.<\/p>\n<p><em>Die Ausstellung &#8220;Revelaciones&#8221; wurde von Virginia Fabri kuratiert und steht unter der Schirmherrschaft der <a href=\"http:\/\/www.buenos-aires.diplo.de\/\">Deutschen Botschaft<\/a>. Besuchen kann man sie nur noch bis einschlie\u00dflich Sonntag, den 4. September, im Saal 22 des <a href=\"http:\/\/www.ccborges.org.ar\/index2.htm\">Centro Cultural Borges<\/a>, Viamonte\/San Mart\u00edn, Buenos Aires. \u00d6ffnungszeiten sind Montag bis Samstag 10-21 Uhr, Sonntag 12-21 Uhr. Der Eintritt ist frei.<\/em><\/p>\n<p>Weitere Infos auf der <a href=\"http:\/\/www.gerardokorn.com\/\">Webseite des K\u00fcnstlers<\/a> bzw. bei <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/gerardo.korn.photography\/\">Facebook<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nGerardo Korn, &#8220;Barrio de Retiro, Plaza San Mart\u00edn, 2012&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. &#8220;Revelaciones&#8221; \u2013 Fotoausstellung von Gerardo Korn im Centro Cultural Borges Von Susanne Franz &#8220;Ich wurde im Jahr 2011 von diesem Rausch erfasst&#8221;, erkl\u00e4rt Gerardo Korn an einem regnerischen Nachmittag im Centro Cultural Borges seine Motivation, Buenos Aires auf eine besondere Art und Weise zu fotografieren. 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