{"id":24123,"date":"2017-11-21T10:04:14","date_gmt":"2017-11-21T13:04:14","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=24123"},"modified":"2018-02-28T12:11:46","modified_gmt":"2018-02-28T15:11:46","slug":"24123","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2017\/11\/21\/24123\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstlerblicke auf Land und Leute"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buenos Aires und die Pampa werden in den Werken von Benito Quinquela Mart\u00edn, Xul Solar, Antonio Segu\u00ed und Florencio Molina Campos lebendig<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image303\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/Quinquel.jpg\" alt=\"Quinquel.jpg\" \/><br \/>\n<em>Hafenstimmung: &#8220;Atardecer rosado&#8221; (1969) von Benito Quinquela Mart\u00edn.<\/em><\/p>\n<p>Der Maler Benito Quinquela Mart\u00edn war von dem Hafenviertel &#8220;La Boca&#8221; gepr\u00e4gt und pr\u00e4gte es selber mit. Alejandro Xul Solar hatte seinen Kopf in den Wolken, aber seine F\u00fc\u00dfe fest auf dem Boden seiner Heimatstadt Buenos Aires. Antonio Segu\u00ed schaut ein bisschen b\u00f6se, ein bisschen wehm\u00fctig auf sein Heimatland, das er schon vor \u00fcber 40 Jahren verlie\u00df, um sich in Paris niederzulassen, und Florencio Molina Campos hat wie kein anderer meisterhaft das Leben der Gauchos in der Pampa und die unendliche Weite ihres Horizonts portr\u00e4tiert.<\/p>\n<p><strong><em>Benito Quinquela Mart\u00edn &#8211; der Maler von &#8220;La Boca&#8221;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image302\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/Benito.jpg\" alt=\"Benito.jpg\" align=right hspace=5 \/>Im romantischen Hafenviertel von Buenos Aires &#8220;La Boca&#8221;, das Tag f\u00fcr Tag Hunderte von Touristen mit seinem bunten Str\u00e4\u00dfchen &#8220;Caminito&#8221;, Tangoschauen, Stra\u00dfenk\u00fcnstlern und seinen mit originellen Souvenirs und Kunstwerken best\u00fcckten M\u00e4rkten verzaubert, begegnet man dem &#8220;Maler von La Boca&#8221;, Benito Quinquela Mart\u00edn, auf Schritt und Tritt. Bis heute einer der popul\u00e4rsten K\u00fcnstler Argentiniens, pr\u00e4gte Quinquela Mart\u00edn (1890-1977) mit seinem Lebenswerk das Gesicht des beliebten Hafenviertels entscheidend mit &#8211; allenthalben sieht man in den Stra\u00dfen von ihm gestaltete Keramiken und Wandgem\u00e4lde; verkaufen K\u00fcnstler von ihm inspirierte Gem\u00e4lde, und nicht zuletzt befindet sich das von ihm gegr\u00fcndete &#8220;Museo Quinquela Mart\u00edn&#8221; mitten im Herzen von &#8220;La Boca&#8221;. Hier kann man nicht nur die beeindruckenden Gem\u00e4lde des K\u00fcnstlers selbst bewundern, die er seinem Viertel als Geschenk \u00fcberreichte, sondern auch eine Sammlung von Werken anderer K\u00fcnstler der &#8220;Boca&#8221;, die auf Quinquelas ausdr\u00fccklichen Wunsch mit in das Museum aufgenommen wurden.<\/p>\n<p><em>Vom Waisenkind zum popul\u00e4ren K\u00fcnstler und Philanthropen<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte des Benito Quinquela Mart\u00edn r\u00fchrt ans Herz. Am 20. M\u00e4rz 1890 wurde das von seinen Eltern verlassene Kind von Ordensschwestern gefunden, die ihn auf den Namen Juan Benito Mart\u00edn tauften und sein Alter auf ungef\u00e4hr 20 Tage einsch\u00e4tzten. In der von einer starken Einwanderung und hoher Arbeitslosigkeit gepr\u00e4gten Zeit wurden bis zu drei Kinder pro Tag in Buenos Aires ausgesetzt, die meisten verbrachten ihr Leben im Waisenhaus oder starben jung. Der kleine Juan Benito lebte 7 1\/2 Jahre im Waisenhaus &#8211; die Ordensschwestern gaben die Kinder erst mit sechs Jahren, also im arbeitsf\u00e4higen Alter, zur Adoption frei &#8211; und wurde dann von dem kinderlosen Ehepaar Manuel Chinchella und Justina Molino adoptiert. Mit 14 Jahren begann er zu arbeiten und besuchte abends eine Kunstschule.<\/p>\n<p>Schon bald kristallisierte sich sein gro\u00dfes Talent heraus und er verlegte sich ganz auf das Studium der Malerei. Zun\u00e4chst malte er Portr\u00e4ts der Menschen seines Viertels, bis er begann, sich seinen ber\u00fchmten Hafenszenen zu widmen. Im Alter von 29 Jahren \u00e4nderte er seinen Namen in Benito Quinquela Mart\u00edn um. Die G\u00fcte, die er von seinen Adoptiveltern empfangen hatte, mit denen er bis an ihr Lebensende zusammenlebte, zahlte er sp\u00e4ter vielfach zur\u00fcck: Er gr\u00fcndete eine Schule, einen Kindergarten, ein Haus, in dem Ammen ausgesetzte oder arme Kinder stillten, eine Kunstschule f\u00fcr Kinder und ein zahn\u00e4rztliches Institut f\u00fcr die Armen. Er selbst hatte sein Leben lang unter seinen schlechten Z\u00e4hnen gelitten.<\/p>\n<p><em>Aus dem Vertrauten neue Welten schaffen<\/em><\/p>\n<p>Benito Quinquela Mart\u00edns Gem\u00e4lde lassen das Leben und die Atmosph\u00e4re des Hafenviertels &#8211; das Universum, von dem er umgeben war &#8211; unmittelbar auferstehen: die emsige Betriebsamkeit der Hafenarbeiter beim Be- und Entladen der Schiffe, die Arbeit in den umliegenden Gie\u00dfereien oder Kohlefabriken, die Schiffe vor Anker oder in der Werft, die Kr\u00e4ne, Fluss- oder Hafenlandschaften zu den verschiedensten Tages- oder Nachtzeiten. Voller Farbenfreude, mit kr\u00e4ftigem Pinselstrich oder energisch aufgetragenem Spachtel, fing Quinquela Mart\u00edn die Nuancen des Lichts, des Himmels, des Wassers, des Nebels, der Bewegungen und Energien seines Universums ein. &#8220;Hier fiel mir alles leicht&#8221;, schrieb er \u00fcber das Thema seiner Malerei, &#8220;die Atmosph\u00e4re und die Dinge hatten sich \u00fcber Jahre hinweg auf meiner Netzhaut eingebrannt, es gab nichts, was mir nicht vertraut gewesen w\u00e4re, ich wusste, wie sich jeder kleinste Muskel beim Beladen oder Entladen bewegte; alles ging wie von selbst, weil ich die Strukturen kannte.&#8221;<\/p>\n<p><strong><em>Xul Solar &#8211; Mystiker mit Wurzeln im Tigre-Delta und Palermo<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image304\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/xul22.jpg\" alt=\"xul22.jpg\" \/><br \/>\n<em>Die Stadt als Symbol: &#8220;Ciud\u00e1 y abismos&#8221; (1946) von Xul Solar.<\/em><\/p>\n<p>Ein Universum f\u00fcr sich ist der argentinische Mystiker und K\u00fcnstler Xul Solar. Sein Werk ist sicher das am schwersten zug\u00e4ngliche in der argentinischen Kunst, in seiner Komplexit\u00e4t und R\u00e4tselhaftigkeit am ehesten vergleichbar dem seines Freundes und weltber\u00fchmten Literaten Jorge Luis Borges. Dennoch findet man auch im Werk Xuls st\u00e4ndige Referenzen seiner Heimatstadt Buenos Aires, vor allem des malerischen Tigre-Deltas, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte und auch seine letzten &#8211; von 1956 bis zu seinem Tod im Jahre 1963. Xuls d\u00fcstere, futuristische Berglandschaften mit endlosen Treppen und Leitern und in Kaminen verschwindenden Menschen, die er unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs malte, entlehnte er dem riesigen Gef\u00e4ngnisbau &#8220;Penitenciar\u00eda Nacional&#8221; im Stadtteil Palermo, in dem sein Vater viele Jahre als Ingenieur arbeitete. Die gelben Mauern des Gef\u00e4ngnis-Kolosses, der 1963 abgerissen wurde, hat das Werk vieler K\u00fcnstler und Literaten inspiriert &#8211; u.a. auch die Geschichten von Don Isidro Parodi, der Kriminalf\u00e4lle von einer Zelle dieser Gef\u00e4ngnisanstalt aus l\u00f6ste, die Borges und Adolfo Bioy Casares unter dem Pseudonym H. Bustos Domecq schrieben.<\/p>\n<p><em>Ein Intellektueller seiner Zeit<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image305\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/Xul2.jpg\" alt=\"Xul2.jpg\" align=left hspace=5 \/>Xul Solar wurde 1887 in Buenos Aires als Oscar Agust\u00edn Alejandro Schulz Solari geboren. Er war einziges Kind eines lettischen Vaters und einer italienischen Mutter. Ein Architekturstudium brach er nach zwei Jahren ab, und er lernte das Geigenspiel. Wie viele junge argentinische Intellektuelle der Zeit, verbrachte Xul Solar viele Studienjahre in Europa. Von 1912-1924 hielt er sich in London, Paris, Mailand und M\u00fcnchen auf. Abgesehen vom Studium der Kunstgeschichte und dem Kontakt zur europ\u00e4ischen Avantgarde begann Xul, sich mit dem Werk Rudolf Steiners und des englischen Esoterikers Aleister Crowley zu besch\u00e4ftigen. So galt sein Interesse schon fr\u00fch nicht allein der Kunst, sondern den Religionen, der Metaphysik, der Mythologie und der Astrologie. Xul schuf fast ausschlie\u00dflich Aquarelle, aber seine Arbeiten waren weit \u00fcber die rein k\u00fcnstlerische Bet\u00e4tigung hinaus immer Ausdruck seiner Suche nach einer allumfassenden Wahrheit, seines Drangs, Verbindungen und Netzwerke herzustellen zwischen Sprachen, V\u00f6lkern, Religionen und Anschauungen. Der K\u00fcnstler, der acht Sprachen beherrschte, besch\u00e4ftigte sich auch Zeit seines Lebens damit, neue linguistische Systeme zu entwickeln. F\u00fcr sein \u201eneocriollo&#8221;, das das Spanische, Portugiesische und Elemente der Indianersprache Guaran\u00ed verbindet, schuf er sogar eine Grammatik; f\u00fcr seine \u201epanlengua&#8221;, die eine universelle Weltsprache werden sollte, fehlte ihm die Zeit. Xul war zudem Erfinder, er entwickelte Spiele und schuf Musikinstrumente und Marionetten.<\/p>\n<p>Im Werk von Xul Solar wird das Gef\u00e4ngnis von Palermo zu einem Symbol neben vielen anderen &#8211; seinen Fahnen, Schlangen, Buchstaben oder B\u00e4ndern &#8211; und verwandelt sich in Berge, die Bienenst\u00f6cken gleichen, vergitterte Fenster oder T\u00fcrme. Seine Visionen von einer neuen, modernen Stadt dr\u00fcckt er in Bildern von der Gro\u00dfstadt Buenos Aires aus, die immer erkennbar ist &#8211; am ehesten in den letzten, farbenfrohen, optimistischen Aquarellen seines Lieblingsorts &#8211; des Tigre-Deltas, wo er bis zum letzten Atemzug in seiner Werkstatt seiner k\u00fcnstlerischen Arbeit und metaphysischen Suche nachging.<\/p>\n<p><strong><em>Antonio Segu\u00ed &#8211; exzellenter Portr\u00e4tist der Stadt<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image306\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/segui2.jpg\" alt=\"segui2.jpg\" \/><br \/>\n<em>Gro\u00dfstadtdschungel: &#8220;Paisaje urbano&#8221; (1998) von Antonio Segu\u00ed.<\/em><\/p>\n<p>Jeder K\u00fcnstler ist ein Sonderfall, aber Antonio Segu\u00ed, 1934 in C\u00f3rdoba, Argentiniens zweitgr\u00f6\u00dfter Stadt geboren und seit \u00fcber 40 Jahren B\u00fcrger von Paris, ist ein Sonderfall der Sonderf\u00e4lle. Wie gelingt es einem K\u00fcnstler aus dem Landesinneren, wie kein zweiter das Gro\u00dfstadtleben der Hauptstadt zu portr\u00e4tieren, wie kann ein so lange schon &#8220;im Exil&#8221; lebender Argentinier den argentinischen Gro\u00dfstadtmenschen auf so satirisch-liebevolle Weise darstellen, wie nur er es vermag? Man kann spekulieren, dass vielleicht gerade ein mit Segu\u00eds Sensibilit\u00e4t ausgestatteter &#8220;Au\u00dfenstehender&#8221; dazu in der Lage ist, aber man muss auch der Tatsache Rechnung tragen, dass Segu\u00eds Kunst eine universelle ist &#8211; es ist &#8220;die Gro\u00dfstadt&#8221; an sich, die er malt, nicht unbedingt nur Buenos Aires (das Paris ohnehin sehr \u00e4hnelt), und &#8220;der Mensch&#8221; an sich, nicht unbedingt nur der &#8220;porte\u00f1o&#8221; (Bewohner der Stadt Buenos Aires). Dennoch erkennt man in Segu\u00eds humorvoll-b\u00f6sen, an Comics angelehnten Grafiken und Gem\u00e4lden den aberwitzigen, hektischen Rhythmus der Stadt am R\u00edo de la Plata sofort, und die leicht verstaubte Ehrenhaftigkeit und Eitelkeit der &#8220;porte\u00f1os&#8221;, deren fragile Identit\u00e4t Segu\u00ed als mit einem umso gr\u00f6\u00dferen Ego zugedeckt entlarvt.<\/p>\n<p><em>Hassliebe und Ruhm<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image307\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/Antonio.jpg\" alt=\"Antonio.jpg\" align=right hspace=5 \/>Nur in der Gro\u00dfstadt Buenos Aires pulsiert das Leben des gigantischen Landes Argentinien, und dieses Leben ist ein gnadenloser, unerbittlicher Konkurrenzkampf. Antonio Segu\u00ed hat ihn am eigenen Leib erlebt, als er als junger K\u00fcnstler, aus C\u00f3rdoba kommend, in Buenos Aires sein Gl\u00fcck versuchte &#8211; wie so viele. Seitdem verbindet ihn eine Hassliebe mit dieser Stadt (die er im \u00fcbrigen mit so manchem ihrer Bewohner teilt). Heute ist Antonio Segu\u00ed einer der erfolgreichsten argentinischen K\u00fcnstler \u00fcberhaupt. Im Mai 2005 hat ihm das renommierte &#8220;Centre Pompidou&#8221; in Paris eine umfassende Retrospektive gewidmet &#8211; die erste, die einem Argentinier zuteil geworden ist. Seiner Heimat Argentinien zeigte er seine Verbundenheit, als er dem Museum f\u00fcr Moderne Kunst von Buenos Aires im Jahr 2001 eine Sammlung von 300 Grafiken als Schenkung \u00fcberreichte.<\/p>\n<p><strong><em>Florencio Molina Campos &#8211; Chronist der Pampa<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image308\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/Molina1.jpg\" alt=\"Molina1.jpg\" \/><br \/>\n<em>In vollem Galopp: Ein Werk von Florencio Molina Campos.<\/em><\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler Florencio Molina Campos (1891-1959) hat mit seinen entz\u00fcckenden, in den Bereich der Karikatur reichenden Darstellungen voller Liebe zum Detail und lichtdurchfluteter Energie wie kein zweiter das Leben auf dem Lande portr\u00e4tiert, vor allem aber die Welt der Gauchos: ihre Reiterkunstst\u00fccke, die Messerk\u00e4mpfe oder das Truco-Spiel in der &#8220;Pulper\u00eda&#8221;, einem Treffpunkt, der Kneipe und Einkaufsladen zugleich war. Molina Campos&#8217; Bilder schm\u00fcckten seit 1931 \u00fcber 15 Jahre lang die Kalender der Alpargatas-Schuhfabrik, mit denen er eine unvergleichliche Popularit\u00e4t erlangte &#8211; es waren 18 Millionen Exemplare von dieser &#8220;Pinakothek der Armen&#8221; im Umlauf, eine f\u00fcr die Epoche fast unvorstellbar hohe Zahl. Wenn man Gl\u00fcck hat, kann man auf dem ber\u00fchmten Antik-Markt von San Telmo heute noch alte Alpargatas-Kalenderbl\u00e4tter mit den Abbildungen von Molina Campos erstehen. 1942 reiste Florencio Molina Campos in die USA, um mit Walt Disney einen auf seinen Zeichnungen basierenden Film zu produzieren. Im Museum Molina Campos kann man Fotos von Walt Disney und seinen Zeichnern in Argentinien bewundern, wohin sie extra reisten, um Florencio Molina Campos die Einladung zu \u00fcberbringen.<\/p>\n<p><em>Detailgetreuer Beobachter<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image309\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/04\/molina2.jpg\" alt=\"molina2.jpg\" align=left hspace=5 \/>Florencio Molina Campos verbrachte seine Kindheit zwischen Buenos Aires und den L\u00e4ndereien seiner Eltern in der Provinz Buenos Aires und der Provinz Entre R\u00edos. In seinen Werken wird deutlich, welch unglaublich scharfer Beobachter er gewesen sein muss, denn jedes Detail in seinen Bildern ist bis ins letzte ausgearbeitet &#8211; die Kleidung der Gauchos, ihre Stiefel, ihre Waffen, das Zaumzeug der Pferde, S\u00e4ttel, Steigb\u00fcgel, usw. Das f\u00fchrt so weit, dass Molina Campos&#8217; Werke bereits als historische Dokumente herangezogen werden. Das hervorstechendste Merkmal seiner Gem\u00e4lde ist der tiefliegende Horizont, der nur etwa das untere Sechstel des Bildes ausmacht. Damit hat Molina Campos die unendlichen Himmel und die fast grenzenlos scheinende Weite der Pampa meisterhaft festgehalten. Dazu kommt seine F\u00e4higkeit, Stimmungen zu schaffen &#8211; es ist vor allem die lebendige Dynamik seiner Werke, die diese so unverwechselbar macht.<\/p>\n<p>Florencio Molina Campos malte ununterbrochen, weil er Spa\u00df am Malen hatte, und wenn ihm das Material ausging, benutzte er sogar Ravioli-Kartons. Seine Bilder verkaufte er zu moderaten Preisen, es ging ihm nie darum, mit seiner Kunst reich zu werden. Zeit seines Lebens musste sich der K\u00fcnstler den Vorwurf gefallen lassen, dass er Pferde im Galopp mit allen vier Hufen auf einmal in der Luft malte. Das sei unm\u00f6glich, wurde ihm gesagt. Er hielt dagegen, er male, was er sehe. Erst als die Technik etwas weiter vorangeschritten war, bekam Molina Campos recht: In der Zeitlupe im Film ist zu erkennen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt im Galopp das Pferd den Boden mit keinem seiner Hufe ber\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buenos Aires und die Pampa werden in den Werken von Benito Quinquela Mart\u00edn, Xul Solar, Antonio Segu\u00ed und Florencio Molina Campos lebendig Von Susanne Franz Hafenstimmung: &#8220;Atardecer rosado&#8221; (1969) von Benito Quinquela Mart\u00edn. Der Maler Benito Quinquela Mart\u00edn war von dem Hafenviertel &#8220;La Boca&#8221; gepr\u00e4gt und pr\u00e4gte es selber mit. 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