{"id":245,"date":"2010-08-17T17:05:56","date_gmt":"2010-08-17T20:05:56","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/02\/25\/gegen-das-vergessen\/"},"modified":"2010-11-12T14:57:37","modified_gmt":"2010-11-12T17:57:37","slug":"gegen-das-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/08\/17\/gegen-das-vergessen\/","title":{"rendered":"Gegen das Vergessen (2003)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/08\/17\/contra-el-olvido\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>&#8220;Kristallnacht&#8221; &#8211; Installation und Buchvorstellung von Remo Bianchedi im Centro Cultural Recoleta<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image277\" alt=remo2.JPG src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/remo2.JPG\" align=right hspace=5 \/>Die fundamentale Bedeutung der Erinnerung war am Donnerstag, dem 20. November 2003, im Centro Cultural Recoleta das zentrale Thema, als Remo Bianchedis Installation &#8220;Kristallnacht&#8221; gezeigt und sein gleichnamiges Buch zu dieser Ausstellung vorgestellt wurden. &#8220;Die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten bedeutete auch die Zerst\u00f6rung der Menschenw\u00fcrde&#8221;, sagte Rabbiner Sergio Bergman. &#8220;Immer wenn wir uns erinnern, tragen wir dazu bei, etwas von der W\u00fcrde des Menschen wiederherzustellen.&#8221; Dass dieses Erinnern gerade f\u00fcr die j\u00fcngeren Generationen, die keinen Kontakt mehr zu Zeitzeugen haben, schwierig geworden sei, darauf wies ein anderer Redner hin. Bianchedis Buch trage dazu bei, diesen kommenden Generationen eine Br\u00fccke zur Vergangenheit zu bauen.<\/p>\n<p>Der argentinische K\u00fcnstler Remo Bianchedi (geb. 1950) hat von 1977 bis 1981 in Deutschland im Exil gelebt. Ein Stipendium des DAAD, das er 1975 erhalten hatte, wurde von der Milit\u00e4rdiktatur boykottiert, seine Papiere wurden 1976 nicht freigegeben. Durch den mutigen Einsatz des damaligen Kulturattach\u00e9s der deutschen Botschaft Gottfried Arenz konnte Bianchedi ein Jahr sp\u00e4ter dann doch nach Deutschland reisen.<!--more--><\/p>\n<p>Bianchedi, der in Kassel Kunst studierte (nicht zuletzt auch bei Joseph Beuys), sah w\u00e4hrend seines Aufenthalts im Jahr 1980 eine Ausstellung von Portr\u00e4ts und Selbstportr\u00e4ts, die Kinder im Konzentrationslager Terezin gemalt hatten &#8211; 5000 Bl\u00e4tter wurden von ihrem Lehrer in zwei Koffern versteckt und \u00fcberdauerten die Zeit des Nationalsozialismus (im Gegensatz zu der Mehrzahl ihrer kleinen Autoren). Bianchedi war von der Ausstellung der Zeichnungen (die um die Welt wandert) tief beeindruckt.<\/p>\n<p>Zehn Jahre lang trug er die Bilder in sich, um sie dann 1990, zur\u00fcck in Argentinien, aus seiner Erinnerung wiedererstehen zu lassen. Er schuf die Portr\u00e4ts der Opfer als Erinnerung an alle Opfer und als Bekenntnis zum Widerstand gegen das Vergessen. Im Jahr 1993 wurde im Saal 4 des Centro Cultural Recoleta (wo die Ausstellung auch jetzt, 10 Jahre sp\u00e4ter, gezeigt wird) die Installation &#8220;1938, La Noche de los Cristales&#8221; er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die Idee, ein Buch \u00fcber diese Installation Bianchedis zu machen &#8211; eben um auch j\u00fcngeren Generationen Zeugnisse zug\u00e4nglich zu machen -, stammt von Elio Kapszuk, dessen Initiative von der Fundaci\u00f3n Memoria del Holocausto von Anfang an bedingungslos unterst\u00fctzt wurde. Viele andere Sponsoren und Auspizianten haben sich dem Projekt angeschlossen und sein Entstehen erm\u00f6glicht: die deutsche Botschaft, das Goethe-Institut, die Pestalozzi-Schule und ihr Tr\u00e4ger, die Asociaci\u00f3n Cultural Pestalozzi, das argentinische Au\u00dfenministerium, AMIA und DAIA, das Simon Wiesenthal Center, die israelitische Gemeinde in Argentinien, Abasto, Banco Bice, Banco Ciudad, Rama, Ort Argentina, Healthy, Prodaltec\/BAAB, Latinogr\u00e1fica und Filo.<\/p>\n<p>Vertreter aller Sponsoren und Schirmherren waren bei der Er\u00f6ffnung anwesend, dar\u00fcber hinaus viele Mitglieder der deutschen Gemeinschaft, darunter einige Zeitzeugen. Vor den zahlreichen G\u00e4sten hielten Dr. V\u00e1zquez vom Au\u00dfenministerium, Daniel Vernik von der Fundaci\u00f3n Memoria del Holocausto, Stefan Duppel, Kulturattach\u00e9 der deutschen Botschaft, Susana Lerner, Vizepr\u00e4sidentin der AMIA, und der Rabbiner Sergio Bergman gehaltvolle Ansprachen.<\/p>\n<p>Remo Bianchedis Buch &#8220;Kristallnacht, un rostro, un nombre&#8221; ist zweisprachig in Spanisch und Englisch erschienen, man kann es f\u00fcr 40 Pesos im Centro Cultural Recoleta erstehen. Die begleitende Ausstellung wird im Saal 4 bis zum 14. Dezember gezeigt.<\/p>\n<p>65 Jahre nach der Reichspogromnacht l\u00e4dt das Buch zur Reflexion und zum aktiven Sich-Erinnern ein. Unter den farbigen Abbildungen der Portr\u00e4ts, die Bianchedi geschaffen hat, ist jeweils eine Kerze abgebildet, die die Seele des Menschen symbolisiert, eine gestrichelte Linie und die Abk\u00fcrzung (ZL), die &#8220;gesegnet sei (das) Andenken&#8221; einer verstorbenen Person bedeutet. Um die Portr\u00e4ts aus der Anonymit\u00e4t zu holen, den Opfern symbolisch Identit\u00e4t und Menschenw\u00fcrde zur\u00fcckzugeben, kann man auf Seite 137 des Buches Aufkleber von Flammen abziehen und die jeweiligen Kerzen &#8220;entz\u00fcnden&#8221;. Auf die gestrichelte Linie kann man den Namen eines Menschen schreiben, dessen Seele man in der Erinnerung zum Leben erwecken will.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 22.11.2003 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bianchedi, Remo: &#8220;Kristallnacht&#8221; &#8211; Installation und Buchvorstellung im Centro Cultural Recoleta<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,2],"tags":[],"class_list":["post-245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-zeitmaschine-la-maquina-del-tiempo","category-kunstler-artistas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=245"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4972,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/245\/revisions\/4972"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}