{"id":24632,"date":"2017-01-19T16:37:59","date_gmt":"2017-01-19T19:37:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=24632"},"modified":"2017-01-15T16:40:38","modified_gmt":"2017-01-15T19:40:38","slug":"vulkan-und-andere-ausbruche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2017\/01\/19\/vulkan-und-andere-ausbruche\/","title":{"rendered":"Vulkan- und andere Ausbr\u00fcche"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Roman &#8220;Territorium&#8221; von Germ\u00e1n Kratochwil &#8211; spannende und vielschichtige Lekt\u00fcre<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/territorium.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/territorium.jpg\" alt=\"territorium\" width=\"250\" height=\"387\" class=\"alignright size-full wp-image-24633\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/territorium.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/territorium-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Mit den Roman \u201cTerritorium\u201d, der Ende 2016 im Picus-Verlag Wien erschienen ist, hat der \u00f6sterreichisch-argentinische Schriftsteller Germ\u00e1n Kratochwil seine Patagonien-Trilogie zu Ende gef\u00fchrt. Er begleitet die mit autobiographischen Z\u00fcgen versehene Figur Ed B\u00f6hm, einen 77-j\u00e4hrigen ehemaligen Sozialwissenschaftler, in seine Holzh\u00fctte am Rande des idyllisch wirkenden patagonischen St\u00e4dtchens Quemquemtr\u00e9u. Die H\u00fctte hatte vor vielen Jahren sein Vater dort errichtet, Ed hat sie mittlerweile mit ein wenig mehr Luxus ausgestattet &#8211; Strom und flie\u00dfendem Wasser &#8211; und er f\u00fchlt sich dort wohl mit seinen B\u00fcchern und seinem Kater Zeno, dessen Gesellschaft er ebenso sch\u00e4tzt wie seine Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Seine Frau Matilda hasst diese Einsiedelei. Sie bleibt in Buenos Aires, wo sie als Kinder\u00e4rztin t\u00e4tig ist, und im Grunde ist das Paar sich einig, dass Ed sich dann und wann auch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit alleine nach Patagonien absetzt. Aber Matilda macht sich auch Sorgen um Ed, das vertraut sie ihrem Jugendfreund Carl Gustav, kurz Tse Ge, an, der auch mit Ed gut befreundet ist und diesen nun zum allerersten Mal in Patagonien besuchen will.<\/p>\n<p>Tse Ge ist nicht der einzige Gast, den Ed erwartet &#8211; aus den Vereinigten Staaten kommt die Seismologin Clara Shuman, die Tochter seines alten Freundes Roy &#8211; und in die hat Ed sich Hals \u00fcber Kopf verliebt. Zwischen Ed und der jungen Clara beginnt es gleich geh\u00f6rig zu knistern, und als Tse Ge, der Bestseller-Autor aus Hamburg, der immer einen Spruch auf den Lippen hat, sp\u00e4ter hinzukommt, versucht er wieder einmal, wie schon damals bei Matilda, Ed die Angebetete auszuspannen.<\/p>\n<p>Vor der Ankunft der beiden G\u00e4ste hat der Leser des sehr kurzweiligen und mit viel Sex gew\u00fcrzten Romanes schon viele der Bewohner Quemquemtr\u00e9us kennengelernt, denn fast alle Nachbarn waren auf einer Hochzeit: R\u00fcckwanderer aus Israel, die ein Hostel betreiben, in dem sich israelische Tramper auf ihrer Weltreise nach ihrem Milit\u00e4rdienst entspannen, der syrische Kaufmann Nadim Obeid, die 100-j\u00e4hrige Mapuche-Schamanin Kilakina Aurora und ihr elfj\u00e4hriger Urenkel Cefo, der ihr einmal nachfolgen soll, der Aussteiger aus Italien Francesco Napoletano und seine Frau Betty sind nur einige davon. Auf den Ausfl\u00fcgen, die Ed in den folgenden Tagen mit Clara und Tse Ge unternimmt, begegnet man noch weiteren bunten Gestalten.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick scheint die Multikulti-Gesellschaft in dieser paradiesischen Landschaft gut zu funktionieren und ein wahrer R\u00fcckzugsort von den Entt\u00e4uschungen der globalisierten Welt zu sein &#8211; aber unter der Oberfl\u00e4che brodelt es. Das betrifft nicht nur die Gemeinschaft vonQuemquemtr\u00e9u, wo es am Ende zu einem schrecklichen rassistischen Vorfall kommen wird, sondern auch den in der N\u00e4he liegenden Vulkan Millaqueo, der wieder aktiv zu werden scheint. Und die Prophezeiungen der Schamanin sagen F\u00fcrchterliches voraus&#8230;<\/p>\n<p>Von Anfang an sind alle Geschehnisse des vielschichtigen Romanes von Unruhe und Vorahnungen durchzogen. Kratochwil erzeugt mit sprachlicher Meisterschaft eine zugrundeliegende Spannung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.<br \/>\nWenn man dementsprechend auch Einiges erwartet &#8211; am Ende verbl\u00fcfft der Autor den Leser dann doch noch einmal vollkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Roman &#8220;Territorium&#8221; von Germ\u00e1n Kratochwil &#8211; spannende und vielschichtige Lekt\u00fcre Von Susanne Franz Mit den Roman \u201cTerritorium\u201d, der Ende 2016 im Picus-Verlag Wien erschienen ist, hat der \u00f6sterreichisch-argentinische Schriftsteller Germ\u00e1n Kratochwil seine Patagonien-Trilogie zu Ende gef\u00fchrt. 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