{"id":24654,"date":"2017-01-29T15:06:26","date_gmt":"2017-01-29T18:06:26","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=24654"},"modified":"2017-02-16T19:56:03","modified_gmt":"2017-02-16T22:56:03","slug":"neues-domizil-fur-die-berliner-daad-galerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2017\/01\/29\/neues-domizil-fur-die-berliner-daad-galerie\/","title":{"rendered":"Neues Domizil f\u00fcr die Berliner DAAD-Galerie"},"content":{"rendered":"<p><strong>In den neuen R\u00e4umlichkeiten auf der Oranienstra\u00dfe werden die Stipendiaten in Zukunft mit Bildender Kunst, Literatur, Musik und Film, Tanz und Performance ihren Auftritt haben<\/p>\n<p><em>Von Nicole B\u00fcsing und Heiko Klaas<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/daad1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/daad1.jpg\" alt=\"daad1\" width=\"500\" height=\"889\" class=\"aligncenter size-full wp-image-24660\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/daad1.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/daad1-169x300.jpg 169w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nWeihnachten ist vorbei, und die ausrangierten Tannenb\u00e4ume verrotten l\u00e4ngst im Schneematsch auf den Berliner B\u00fcrgersteigen. Dennoch erklang am 14. Januar vor zahllosen Er\u00f6ffnungsg\u00e4sten noch einmal die traditionelle Melodie &#8220;O Tannenbaum&#8221;. Die s\u00fcdkoreanische K\u00fcnstlerin Minouk Lim benutzte das weltweit bekannte Lied und seine diversen Varianten in einer Performance, die im Rahmen ihrer Ausstellung &#8220;New Town Ghost GAGA HOHO&#8221; im neu er\u00f6ffneten Domizil der <a href=\"http:\/\/www.daadgalerie.de\/\">DAAD-Galerie<\/a> in Berlin-Kreuzberg stattfand. So wie es in ihrer Heimat \u00fcblich ist, vollzog Lim ein traditionelles Ritual, um das Wohlwollen der Hausgeister f\u00fcr die neuen Bewohner zu erbitten.<\/p>\n<p>Die neuen Bewohner der rund 500 Quadratmeter gro\u00dfen, sich \u00fcber zwei Etagen erstreckenden R\u00e4umlichkeiten sind die Mitarbeiter und G\u00e4ste des <a href=\"http:\/\/www.berliner-kuenstlerprogramm.de\/\">Berliner K\u00fcnstlerprogramms<\/a> des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Gegr\u00fcndet wurde das Berliner K\u00fcnstlerprogramm 1965 als Nachfolger eines bereits zwei Jahre zuvor von der US-amerikanischen Ford Foundation aufgelegten Programms. Zu einer Zeit also, als der Mauerbau noch frisch war und die Stadt drohte, international isoliert zu werden. Den Initiatoren galt West-Berlin damals als &#8220;verletzliche Insel inmitten des kommunistischen Meeres&#8221;, die es auch in kultureller Hinsicht zu st\u00e4rken galt &#8211; was auch gelang.<\/p>\n<p>Die Liste der rund 1000 bisherigen Stipendiaten liest sich denn auch wie ein Who\u2019s Who der Kulturgeschichte der letzten 50 Jahre: Ingeborg Bachmann, Susan Sontag, Nan Goldin, Ilya Kabakov, Nam June Paik, Jim Jarmusch, Damien Hirst oder Cees Nooteboom. Sie alle waren auf Einladung des DAAD f\u00fcr ein Jahr in Berlin und hatten in dieser Zeit mit Ausstellungen, Lesungen oder Filmpr\u00e4sentationen ihren Auftritt im Rahmen des Berliner K\u00fcnstlerprogramms. Viele sind l\u00e4nger in der Stadt geblieben oder kehren seitdem regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcck. Heute kommen bis zu 20 Stipendiaten pro Jahr, die, ausgestattet mit einem monatlichen Zuschuss von 2300 Euro, 12 Monate lang vor Ort arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am neuen, zentralen Ort auf der Oranienstra\u00dfe 161, mitten im belebten Kreuzberger Kiez, werden in Zukunft Bildende Kunst, Literatur, Musik und Film, Tanz und Performance, mithin also alle Sparten des international angesehenen und ma\u00dfgeblich vom Ausw\u00e4rtigen Amt und dem Berliner Senat finanzierten Residenzprogramms ihren Auftritt haben.<\/p>\n<p>Umgebaut hat die in einem Jugendstilgeb\u00e4ude des j\u00fcdisch-ungarischen Architekten Oskar Kaufmann (1873-1956) gelegenen R\u00e4ume das Architekturb\u00fcro Kuehn Malvezzi. Die Berliner gelten sp\u00e4testens seit dem Umbau der Kasseler Binding-Brauerei 2002 f\u00fcr die Documenta 11 als Spezialisten f\u00fcr clevere L\u00f6sungen im Kunstsektor. Zu den weiteren realisierten Projekten geh\u00f6rt etwa die Flick Collection im Hamburger Bahnhof, der Umbau der Berlinischen Galerie oder die Julia Stoschek Collection in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Mit dem Umzug in die Oranienstra\u00dfe verl\u00e4sst die DAAD-Galerie auch ihre bisherigen R\u00e4umlichkeiten in der Zimmerstra\u00dfe beim Checkpoint Charlie. Als sie dort im Jahr 2005 ihre Zelte aufschlug, galt die Gegend noch als Hotspot der Berliner Galerienlandschaft. Doch die Galerien sind l\u00e4ngst weitergezogen und haben eher touristischen Angeboten Platz gemacht. H\u00f6chste Zeit also auch f\u00fcr die DAAD-Galerie, sich eine passendere Nachbarschaft zu suchen. Zusammen mit Bazon Brocks Debattenwerkstatt <a href=\"http:\/\/www.denkerei-berlin.de\/\">Denkerei<\/a> als Nachbar zur linken Seite und dem ebenfalls umtriebigen Programm des <a href=\"http:\/\/www.aufbauhaus.de\/\">Aufbau Hauses<\/a> zur rechten Seite am Moritzplatz gelegen, entsteht jetzt ein kulturelles Cluster, das Kreuzberg gut zu Gesicht steht.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nDAAD-Galerie, Au\u00dfenansicht.<br \/>\n(Foto: Heiko Klaas)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den neuen R\u00e4umlichkeiten auf der Oranienstra\u00dfe werden die Stipendiaten in Zukunft mit Bildender Kunst, Literatur, Musik und Film, Tanz und Performance ihren Auftritt haben Von Nicole B\u00fcsing und Heiko Klaas Weihnachten ist vorbei, und die ausrangierten Tannenb\u00e4ume verrotten l\u00e4ngst im Schneematsch auf den Berliner B\u00fcrgersteigen. Dennoch erklang am 14. 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