{"id":24686,"date":"2017-02-02T17:00:21","date_gmt":"2017-02-02T20:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=24686"},"modified":"2017-02-02T17:00:21","modified_gmt":"2017-02-02T20:00:21","slug":"flucht-und-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2017\/02\/02\/flucht-und-heimat\/","title":{"rendered":"Flucht und Heimat"},"content":{"rendered":"<p><strong>Projekt &#8220;Wohin?&#8221; des Goethe-Instituts auf Deutsch und Spanisch<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fluechtlinge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fluechtlinge.jpg\" alt=\"fluechtlinge\" width=\"500\" height=\"217\" class=\"aligncenter size-full wp-image-24691\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fluechtlinge.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fluechtlinge-300x130.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nF\u00fcr den spanischen Schriftsteller und \u00dcbersetzer Ibon Zubiaur bedeutet der Begriff Fl\u00fcchtling &#8220;eine Person (&#8230;), die au\u00dferhalb ihres Landes Zuflucht gesucht hat, weil ihr das Leben dort unm\u00f6glich geworden ist&#8221;. Amal Saqr, Journalistin aus dem Iran, sagt auf die Frage, ob sie Flucht vor Armut f\u00fcr weniger legitim als Flucht vor Krieg oder politischer Unterdr\u00fcckung halte: &#8220;Im Gegenteil, Armut ist gef\u00e4hrlicher als Krieg oder politische Verfolgung; Armut bedeutet kein Leben zu haben, ein Leben in konstanter Dem\u00fctigung zu f\u00fchren. Dem zu entfliehen und seine Situation zu verbessern ist ein sehr legitimes Recht.&#8221; Ob er glaube, dass er in seinem Leben jemals zum Fl\u00fcchtling werden wird? Alexander Kluge, deutscher Filmemacher und Schriftsteller, sagt dazu: &#8220;Der sichere Augenblick t\u00e4uscht. Niemand kann in seinem Leben ausschlie\u00dfen, dass er zum Fl\u00fcchtling wird. Wenigstens kann er das nicht f\u00fcr seine Kinder.&#8221;<\/p>\n<p>In dem Projekt &#8220;Wohin? 21 Fragen zu Flucht und Migration&#8221; des Goethe-Instituts wurden Autoren und Intellektuelle aus knapp 40 L\u00e4ndern der Welt zu den Themen Flucht und Migration befragt. Inspirationsquelle f\u00fcr die ihnen vorgelegten Frageb\u00f6gen waren die des Schweizer Schriftstellers Max Frisch, welche dieser in seinen Tageb\u00fcchern zu allgemeinen Themen wie Freundschaft, Ehe oder Tod formulierte.<\/p>\n<p>Es ist hochinteressant zu lesen, was die wachsten Menschen aus ihren jeweiligen Kulturkreisen zu sagen haben &#8211; zu den eingangs erw\u00e4hnten Fragen, zum Recht auf Asyl &#8211; Soll es bedingungslos sein? Kann es verwirkt werden? -, zur Frage nach einer Begrenzung der Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen oder zu ihrer Integration. Wie ist die Situation im eigenen Land? Werden dort einige Fl\u00fcchtlinge lieber aufgenommen als andere? Sind Sie bereit, Einschnitte hinzunehmen? Was tun Sie pers\u00f6nlich?<\/p>\n<p>Die Verantwortlichen des Goethe-Instituts schreiben: &#8220;Entgegen dem Eindruck, der bisweilen in den Medien hervorgerufen wird, haben die mehr als sechzig Millionen Menschen, welche sich derzeit auf der Flucht befinden, nur zu einem geringen Teil Europa als Ziel. Schon deshalb war uns eine geographische Vielfalt der Herkunftsl\u00e4nder unserer Teilnehmer ein Anliegen.&#8221; Ihnen ist ein immenses, wegweisendes Projekt gelungen.<\/p>\n<p>Sehr ber\u00fchrend ist die letzte Frage, die direkt von Max Frisch \u00fcbernommen wurde und sich unmittelbar auf den Kern der Sache bezieht: &#8220;Wieviel Heimat brauchen Sie?&#8221; Am niederschmetterndsten beantwortet sie der in den USA lebende Ire Colum McCann: &#8220;<em>Eine<\/em> Heimat.&#8221; Und der Argentinier Alejandro Grimson sagt: &#8220;Heimat ist f\u00fcr mich lebenswichtig. Ein erf\u00fclltes Leben ohne Heimat ist nicht m\u00f6glich. Sie bedeutet W\u00e4rme, Liebe, Vertrauen, die F\u00e4higkeit, sich im Dunkeln zurechtzufinden und blind zu wissen, wo die Dinge sind. Sie gibt Sicherheit. Ohne Heimat gehen alle Sicherheiten verloren. Und ein gewisses Ma\u00df an Sicherheit braucht der Mensch wie die Luft zum Atmen. Es sollte nicht nur ein Recht auf eine Unterkunft geben, sondern auch ein Recht auf Heimat, darauf, mit einem Ort eins zu werden, den man sein Eigen nennt.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.goethe.de\/ins\/ar\/de\/kul\/sup\/woh.html\">Deutsch.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.goethe.de\/ins\/ar\/es\/kul\/sup\/woh.html\">Spanisch.<\/a><\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nFl\u00fcchtlinge am Hauptbahnhof in Budapest.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekt &#8220;Wohin?&#8221; des Goethe-Instituts auf Deutsch und Spanisch Von Susanne Franz F\u00fcr den spanischen Schriftsteller und \u00dcbersetzer Ibon Zubiaur bedeutet der Begriff Fl\u00fcchtling &#8220;eine Person (&#8230;), die au\u00dferhalb ihres Landes Zuflucht gesucht hat, weil ihr das Leben dort unm\u00f6glich geworden ist&#8221;. 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