{"id":249,"date":"2006-01-07T08:27:45","date_gmt":"2006-01-07T11:27:45","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/01\/07\/malerei-als-dokumentation\/"},"modified":"2006-07-29T14:56:54","modified_gmt":"2006-07-29T17:56:54","slug":"malerei-als-dokumentation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/01\/07\/malerei-als-dokumentation\/","title":{"rendered":"Malerei als Dokumentation"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/01\/07\/la-pintura-como-documentacion\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Patricio Larrambebere malt die Geschichte der PanAm<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/Panam.JPG\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>\u201eVerlasst das Land nicht ohne uns!\u201c (Don\u2019t leave the country without us!) war einer der Slogans der legend\u00e4ren US-amerikanischen Fluglinie PanAm, flott dahingeschrieben in klarem, werbewirksamem Design. PanAm war ein Gigant, ein Mythos, die Verk\u00f6rperung des \u201eamerikanischen Traums\u201c. PanAm-Gr\u00fcnder Juan Terry Trippe baute seit 1927 ein Imperium auf, das \u00fcber Jahrzehnte hinweg in fast allen Bereichen des Flugwesens Pionierarbeit leistete. PanAms Glanz \u00fcberstrahlt noch bis heute die Tatsache, dass dieses Imperium zusammengebrochen ist. Denn nach dem Terroranschlag auf eine PanAm-Maschine, die auf das schottische Lockerbie st\u00fcrzte, kam der Luftlinienriese nie wieder auf die Beine und ging nach R\u00fcckschl\u00e4gen und Fehlspekulationen im Jahr 1991 bankrott.<\/p>\n<p>Der Maler Patricio Larrambebere war schon als Kind von PanAm fasziniert.<!--more--> Ihm gefiel die Schrift, er sammelte Logos, Slogans, Kofferanh\u00e4nger, Zeitungsausschnitte. In seiner Ausstellung \u201eThe Chosen Instrument\u201c (Code-Name der US-Regierung f\u00fcr ihren m\u00e4chtigen privaten Alliierten) \u00fcber die Geschichte der PanAm, die bis zum 28. Januar in der Galerie ZavaletaLab gezeigt wird, ist unter anderem ein Bilderrahmen mit dergleichen Artikeln zu sehen. Diese \u201eFu\u00dfnoten\u201c bereichern Larrambeberes bemerkenswerte Gem\u00e4ldeausstellung, in der er mit vollkommener Freiheit und schlafwandlerischer Stilsicherheit den Weg des Giganten nachzeichnet. Dabei bezeugt er zwar Respekt und \u00fcbt auch hier und da mit Augenzwinkern gew\u00fcrzte Kritik, nimmt aber im Gro\u00dfen und Ganzen die Haltung eines \u201eDokumentar-Malers\u201c ein, in der er sich sehr wohl zu f\u00fchlen scheint.<\/p>\n<p>So steht der Betrachter vor einem entz\u00fcckenden Aquarell, das den ersten Luftpostflug der PanAm dokumentiert. Larrambebere legte dem Gem\u00e4lde eine Postkarte von 1929 zugrunde, die von einem PanAm-Piloten zu diesem Anlass entworfen worden war. Das Triptychon \u201eLockerbie\u201c basiert auf verwackelten Videoaufnahmen von dem Flugzeugwrack und der Bergung der Toten. Die verschwommenen, verzerrten Bildfragmente, auf ein gro\u00dfes Format \u00fcbertragen, vermitteln die ersch\u00fctternde Tragik des Terroranschlags. Ein anderes Gem\u00e4lde hat ein aus dem Internet heruntergeladenes Foto als Ausl\u00f6ser, das ein Milit\u00e4rfahrzeug vor einem Passagierflieger der PanAm zeigt. Das letzte Flugzeug der PanAm malt Larrambebere auf galvanisiertes Blech, so als bannte er es direkt auf den Flugzeugbauch.<\/p>\n<p>Larrambeberes Ausstellung von 11 Gem\u00e4lden ist intelligent, witzig, kreativ und nostalgisch, aber vor allem ist jedes einzelne Werk ein beeindruckender Beweis k\u00fcnstlerischer Perfektion.<\/p>\n<p><em>(Patricio Larrambebere, \u201eThe Chosen Instrument\u201c, Gem\u00e4lde. ZavaletaLab, Arroyo 872. Bis 28.1.)<\/p>\n<p>Der Artikel erschien am 7.1.06 im \u201eArgentinischen Tageblatt\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. 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