{"id":25061,"date":"2017-06-27T14:25:11","date_gmt":"2017-06-27T17:25:11","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=25061"},"modified":"2017-06-27T14:25:11","modified_gmt":"2017-06-27T17:25:11","slug":"werkzeug-gegen-ungerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2017\/06\/27\/werkzeug-gegen-ungerechtigkeit\/","title":{"rendered":"&#8220;Werkzeug gegen Ungerechtigkeit&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Osvaldo Bayer pr\u00e4sentiert sein neues Buch &#8220;La Chispa&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Marcus Christoph<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/osvaldo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/osvaldo-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-25062\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/osvaldo-300x225.jpg 300w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/osvaldo.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nDas Interesse war gro\u00df. Die Schlange derjenigen, die eine pers\u00f6nliche Widmung des Autors haben wollten, schien kein Ende nehmen zu wollen: Osvaldo Bayer war mit seinen 90 Jahren noch einmal richtig gefordert bei der Vorstellung seines neuen Buches &#8220;La Chispa&#8221; (Der Funke), die am Sonnabend vergangener Woche im Geb\u00e4ude der Gewerkschaft der Telekommunikationsarbeiter (FOETRA) im Buenos-Aires-Stadtteil Once stattfand.<\/p>\n<p>Das Buch bezieht sich auf die gleichnamige Zeitung, die Bayer 1958 im patagonischen Esquel (Provinz Chubut) ins Leben rief. W\u00e4hrend ihrer nur f\u00fcnfmonatigen Existenz prangerte die Publikation soziale Missst\u00e4nde an. Sie attackierte die Gro\u00dfgrundbesitzer und berichtete detailliert \u00fcber Landraub durch Gesch\u00e4ftsleute und Politiker zu Lasten der Urbev\u00f6lkerung im Bezirk Cushamen. Bayer kritisierte zudem die wirtschaftsliberale Politik des damaligen Pr\u00e4sidenten Arturo Frondizi. In die Zeit von &#8220;La Chispa&#8221; f\u00e4llt der Sieg der kubanischen Revolution, die von Bayer begr\u00fc\u00dft wurde.<\/p>\n<p>Bayer, der zuvor in Buenos Aires und Hamburg Geschichte und Philosophie studiert hatte, war nach Esquel gekommen, da er eine Anstellung bei der dortigen Lokalzeitung gefunden hatte. Wegen seiner sozialkritischen Texte wurde er jedoch entlassen und gr\u00fcndete mit &#8220;La Chispa&#8221; seine eigene Publikation. Sein journalistisches Schaffen hatte schlie\u00dflich die Ausweisung aus der Provinz Chubut zur Folge. Zur\u00fcck in Buenos Aires arbeitete Bayer dann als politischer Redakteur bei der Zeitung &#8220;Clar\u00edn&#8221;.<\/p>\n<p>Breitere Bekanntheit erlangte er durch sein Buch &#8220;Patagonia Rebelde&#8221;, das den Aufstand patagonischer Landarbeiter um 1920 und dessen blutige Niederschlagung durch das Milit\u00e4r zum Thema hat. 1974 wurde das Werk durch Filmregisseur H\u00e9ctor Olivera verfilmt. 1976 ging Bayer ins Exil nach Deutschland, von wo er 1983 nach Argentinien zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p>In dem vorliegenden Buch sind ausgew\u00e4hlte Artikel Bayers geb\u00fcndelt, die damals in &#8220;La Chispa&#8221; abgedruckt wurden. Zudem erl\u00e4utern Texte von Kurator Bruno N\u00e1poli und Verleger Ariel Pennisi den historischen Kontext. &#8220;Die Themen von damals wie Landraub und Ausbeutung sind auch heute noch aktuell&#8221;, begr\u00fcndet der Historiker N\u00e1poli w\u00e4hrend des Podiumsgespr\u00e4chs, weshalb die fast 60 Jahre alten Texte weiterhin interessant seien.<\/p>\n<p>&#8220;Bei &#8216;La Chispa&#8217; hat Osvaldo seinen Stil gefunden: direkt und verst\u00e4ndlich f\u00fcr alle&#8221;, beschreibt Esteban Bayer, Osvaldo Bayers dritter Sohn, der selbst Journalist geworden ist und heute in Deutschland lebt. Verleger Pennisi bezeichnete &#8220;La Chispa&#8221; als Bayers &#8220;Werkzeug im Kampf gegen Ungerechtigkeit&#8221;. Mit seinem couragierten Einsatz f\u00fcr die Benachteiligten stelle Osvaldo Bayer eine &#8220;feste Koordinate f\u00fcr unser heutiges Schaffen&#8221; dar. Florencia Podest\u00e1, Dozentin f\u00fcr Kommunikation an der Nationaluniversit\u00e4t von Avellaneda, w\u00fcrdigte &#8220;La Chispa&#8221; als Beispiel f\u00fcr einen engagierten Journalismus, der der Wahrheit verpflichtet sei.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ergriff auch Bayer selbst das Wort. Es m\u00fcsse der Anspruch journalistischer Arbeit sein, dass sich die Wahrheit durchsetze. Das gelte damals wie heute. Er schloss seine kurze Ansprache mit einem Hoch auf die Freiheit, ehe er bei der anschlie\u00dfenden Autogrammstunde Schwerstarbeit zu verrichten hatte.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nOsvaldo Bayer beim Signieren der B\u00fccher. Rechts sein Sohn Esteban, links von ihm Bruno N\u00e1poli, der die Texte f\u00fcr das Buch zusammenstellte.<br \/>\n(Foto: Marcus Christoph)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osvaldo Bayer pr\u00e4sentiert sein neues Buch &#8220;La Chispa&#8221; Von Marcus Christoph Das Interesse war gro\u00df. 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