{"id":26,"date":"2005-01-01T20:53:28","date_gmt":"2005-01-01T23:53:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/01\/01\/tintenfischbettwasche-und-anarchie-light\/"},"modified":"2006-07-29T16:08:39","modified_gmt":"2006-07-29T19:08:39","slug":"tintenfischbettwasche-und-anarchie-light","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/01\/01\/tintenfischbettwasche-und-anarchie-light\/","title":{"rendered":"Tintenfischbettw\u00e4sche und Anarchie &#8220;light&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/01\/01\/ropa-de-cama-con-pulpos-y-anarquia-light\/\">Click aqu\u00ed para leer versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Neue Winde im Malba\/Sammlung Costantini<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/coloso.jpg\" alt=\"Der Koloss von Hern\u00e1n Marina\" align=right hspace=5 \/>Verwirrt fahre ich auf der Rolltreppe nach unten. Mein Blick wird dabei von der monumentalen Skulptur \u201eEl coloso\u201c von Hern\u00e1n Marina angezogen &#8211; die riesige und dennoch elegante Silhouette eines Sportlers, der \u00fcber den K\u00f6pfen der Zuschauer in einer ewig w\u00e4hrenden Liegest\u00fctze schwebt. Nur noch kurze Zeit wird die seit ein paar Monaten gezeigte Intervention im Malba zu sehen sein. Wohin der Koloss dann gehe, frage ich auf der Rolltreppe abw\u00e4rts die Pressesprecherin des Museums. Worauf die neben dieser herunterschwebende In\u00e9s Katzenstein, ihres Zeichens Kuratorin, antwortet: \u201eNach Rhodos.\u201c Selten so gelacht.<\/p>\n<p>Schon zuvor, oben im zweiten Stock, hatte ich nicht genau gewusst, ob ich lachen oder weinen sollte. Katzenstein pr\u00e4sentierte dort gemeinsam mit dem Chefkurator des Malba, Marcelo Pacheco, f\u00fcr die Presse sechs der neuen Ausstellungsst\u00fccke, die im Jahr 2004 zur Sammlung Costantini hinzugekommen sind. Seit dem 10. Dezember sind sie im Rahmen der Ausstellung \u201eDonaciones, adquisiciones y comodatos\u201c f\u00fcrs Publikum zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Ungl\u00e4ubig nahm ich zur Kenntnis, dass<!--more--> ein blau-wei\u00df gestreiftes Betttuch mit einem Tintenfisch (Feliciano Centuri\u00f3n), eine Lektion in Anarchie \u201elight\u201c von Magdalena Jitrik, ein Putzeimer und Schrubber plus Ghettoblaster mit zusammengebastelten Steckdosen von Diego Bianchi und zwei h\u00fcbsche, aber zweitklassige Fotografien von Alberto Goldenstein sich nun zur Sammlung Costantini z\u00e4hlen d\u00fcrfen. Gleich neben gro\u00dfartigen, dichten Werken von K\u00fcnstlern wie V\u00edctor Grippo oder Liliana Porter, oder intelligenten St\u00fccken von Cristina Piffer und Jorge Macchi, die die Sammlung bereichern.<\/p>\n<p>Pacheco sagte bei der Pr\u00e4sentation der neuen St\u00fccke, \u201edas Malba\u201c habe dieses Werk gekauft, \u201edem Malba\u201c sei jenes Werk in Kommission gegeben worden. Ich begann mich zu fragen, ob das Malba und die Sammlung Costantini weiterhin ein und dieselbe Sache sind.<\/p>\n<p>Das Malba war im September 2001 gegr\u00fcndet worden, um der Kunstsammlung von Eduardo Costantini ein Zuhause zu geben &#8211; und die Stadt Buenos Aires wurde um eine riesige Attraktion reicher. Der erste Direktor des Museums, der Mexikaner Agust\u00edn Arteaga, der leider nach der wirtschaftlichen Krise das Malba und das Land verlie\u00df, verstand es, auf immer neue, intelligente Weise die Bedeutung der Sammlung Costantini hervorzuheben, und ein Gleichgewicht zwischen der Pr\u00e4sentation der Haussammlung und den hervorragenden externen Ausstellungen zu bewahren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/recoleccion.jpg\" alt=\"Ausschnitt der 'Re-Colecci\u00f3n'\" align=left hspace=5 \/>Restlos aus dem Gleichgewicht war ich \u00fcbrigens, als ich mit der Rolltreppe unten angekommen war. Dort, wo sonst im Rahmen der Ausstellungsserie zeitgen\u00f6ssischer Kunst \u201eContempor\u00e1neo\u201c fast ausnahmslos intelligente Projekte zu sehen sind, wird jetzt die Nummer 11, \u201eRe-Colecci\u00f3n\u201c, gezeigt: ein wildes Sammelsurium kleiner St\u00fccke von mehr als 200 K\u00fcnstlern, die alle wohl irgendwie in die momentane \u201ecoole Szene\u201c passen. Gesammelt wurden die Werke von drei K\u00fcnstlern, die im Malba Ausstellungen montieren: Fernando Brizuela, Mariano Dal Verme und Beto De Volder.<\/p>\n<p>Die drei \u201eAusstellungsmacher\u201c betonen: \u201eDie &#8216;Re-Colecci\u00f3n&#8217; ist amorph und in dauernder Ver\u00e4nderung begriffen (&#8230;). Sie zeigt keine Tendenzen auf und will das auch gar nicht. Auch keine Stilrichtungen oder rote F\u00e4den.\u201c Das merkt man. Die \u201eSammlung\u201c ist reiner Selbstzweck und reine Selbstdarstellung. Das alles mag seine Daseinsberechtigung haben. Aber im Malba?<\/p>\n<p>Eine Ausstellung hier bedeutet immer eine gewisse Legitimation f\u00fcr die betreffenden K\u00fcnstler. Im Chaos der \u201eRe-Colecci\u00f3n\u201c aber gehen alle Beteiligten unter. Die Ausstellung wird niemandem gerecht und l\u00e4sst im Gegenteil jeden Respekt vermissen.<\/p>\n<p><em>Der Artikel erschien im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 24.12.2004.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer versi\u00f3n en castellano. Neue Winde im Malba\/Sammlung Costantini Von Susanne Franz Verwirrt fahre ich auf der Rolltreppe nach unten. 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