{"id":2644,"date":"2010-07-16T21:25:32","date_gmt":"2010-07-17T00:25:32","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=2644"},"modified":"2010-07-23T20:38:12","modified_gmt":"2010-07-23T23:38:12","slug":"prinzip-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/16\/prinzip-hoffnung\/","title":{"rendered":"Prinzip Hoffnung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/16\/la-esperanza-como-principio\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Der Kartonbuchverlag &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; pr\u00e4sentierte sich im Deutschen Klub<em><\/p>\n<p>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa11-200x300.jpg\" alt=\"\" title=\"eloisa11\" width=\"200\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2646\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa11-200x300.jpg 200w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa11.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Bunte Poster h\u00e4ngen zwischen piet\u00e4tvollen \u00d6lgem\u00e4lden an den W\u00e4nden des Salons, Stellw\u00e4nde und fast lebensgro\u00dfe Kartonb\u00fccher teilen den Raum eigenwillig auf, ein gro\u00dfer Tisch ist mit Stapeln farbenfroher B\u00fccher mit Kartonumschl\u00e4gen bedeckt. Es herrscht eine gesch\u00e4ftige und fr\u00f6hliche Atmosph\u00e4re im Deutschen Klub, als er sich am Montagabend vergangener Woche langsam mit Menschen f\u00fcllt. Die kleine Menge, die schlie\u00dflich erwartungsvoll plaudernd herumsteht und -l\u00e4uft und auf den Beginn der Veranstaltung wartet, ist erstaunlich heterogen f\u00fcr ein solch edles Ambiente, man sieht schicke Anz\u00fcge gleichberechtigt neben T-Shirts und Turnschuhen.<\/p>\n<p>Heute pr\u00e4sentiert die Deutsche Botschaft in Buenos Aires den Kartonbuchverlag &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; im ehrw\u00fcrdigen Deutschen Klub. &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; wurde nach der argentinischen Wirtschaftskrise Ende 2001 vom Schriftsteller und Dichter Washington Cucurto gegr\u00fcndet, der durch seine teils provokativen Texte und auch das Verlagsprojekt inzwischen einige Ber\u00fchmtheit erlangt hat. Das merkt man ihm allerdings nicht an, er ist heute abend sogar mit seiner kleinen Tochter erschienen, nicht als Chef, sondern einfach als Mitglied &#8220;seiner&#8221; Verlagskooperative.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa22.jpg\" alt=\"\" title=\"eloisa22\" width=\"250\" height=\"167\" class=\"alignleft size-full wp-image-2649\" \/><\/a>&#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; kauft den Cartoneros genannten Papiersammlern, meist ganze Familien, die nach der Krise keine andere Existenzm\u00f6glichkeit mehr hatten, Karton zu h\u00f6heren Preisen ab, als sie normalerweise f\u00fcr ihre Arbeit erzielen k\u00f6nnen, und hilft so ein wenig mit, Leid zu mildern. Aus dem Karton werden die Umschl\u00e4ge ihrer B\u00fccher hergestellt, jedes ein von Hand bemaltes Unikat. Die Idee dazu hatte der K\u00fcnstler Javier Barilaro, der zweite Initiator von &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; Anfang 2002. Inhalt der B\u00fccher sind meist kurze Texte von Jungschriftstellern oder Dichtern, die noch nicht so bekannt sind. Sie schenken ihre Rechte dem Verlag. Aber bei &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; publizieren auch ber\u00fchmte Autoren wie C\u00e9sar Aira oder Alan Pauls, die das solidarische Projekt unterst\u00fctzen. Die Texte werden selbst gedruckt, die B\u00fccher von Hand gebunden &#8211; \u00fcber 200 sind bisher erschienen. F\u00fcr 3 bis 10 Pesos werden sie im eigenen kleinen Laden im &#8220;Verlagshaus&#8221; im Stadtviertel La Boca, auf M\u00e4rkten oder auch in einigen Buchl\u00e4den in Buenos Aires verkauft. &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; will auch Leser erreichen, die wenig Geld haben und die normalen Buchpreise nicht zahlen k\u00f6nnen &#8211; zum sozialen und \u00f6kologischen Aspekt ihrer Arbeit kommt also auch noch der kulturelle Beitrag hinzu. \u00dcber 30 Kartonbuchverlage in lateinamerikanischen Nachbarl\u00e4ndern sind nach dem Vorbild von &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; schon entstanden.<\/p>\n<p>Die Einnahmen werden unter allen Mitarbeitern gleichberechtigt aufgeteilt. Nun will die Kooperative in Florencio Varela, etwa zwei Busstunden von der Hauptstadt entfernt, auf einem kleinen Gel\u00e4nde auch ihr eigenes Obst und Gem\u00fcse anbauen. &#8220;Wir wollen wieder n\u00e4her zur Erde&#8221;, sagt Washington Cucurto.<\/p>\n<p>Das Projekt &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; ist nicht profitorientiert, das sp\u00fcrt man. Keinem geht es um Ber\u00fchmtheit oder Reichtum. Klar, sie w\u00fcrden gerne auch auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober vertreten sein, wo Argentinien dieses Jahr Gastland ist. Immerhin ist &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; ein Ausnahmeprojekt der argentinischen Kultur, das au\u00dferhalb der normalen Produktionswege der Verlage etwas geschaffen hat, das sich sehen lassen kann, das originell, kreativ, anspruchsvoll, solidarisch, nachhaltig, umweltfreundlich, zutiefst demokratisch &#8211; und dar\u00fcber hinaus auch noch sch\u00f6n und billig ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa33.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa33-200x300.jpg\" alt=\"\" title=\"eloisa33\" width=\"200\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2650\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa33-200x300.jpg 200w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eloisa33.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>&#8220;Mir ist gerade etwas klar geworden&#8221;, sagt Rodolfo Caffaro Kramer, der Pr\u00e4sident des Deutschen Klubs, bei seiner Begr\u00fc\u00dfungsrede. &#8220;Es kommt auf die Einstellung an, wie man mit einer Krise umgeht. &#8216;Elo\u00edsa Cartonera&#8217; hat eine positive Einstellung gew\u00e4hlt und hat so nicht nur sich selbst geholfen, sondern auch zu einer solidarischeren, sensibleren Gesellschaft beigetragen.&#8221;<\/p>\n<p>Gr\u00e4fin Finckenstein, die Kulturbeauftragte der Deutschen Botschaft von Buenos Aires, vergleicht die Geschichte des Kartonbuchverlags mit dem M\u00e4rchen vom Baron M\u00fcnchhausen, der sich &#8220;an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen&#8221; habe. &#8220;Genau das hat &#8216;Elo\u00edsa Cartonera&#8217; auch gemacht&#8221;, so Finckenstein. Ein solches Projekt sei mehr als unterst\u00fctzenswert.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Abends lesen zwei deutsche Autoren aus ihren bei &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; erschienenen B\u00fcchern kurze Texte vor. Der in Buenos Aires lebende Schriftsteller Klaus Stadtm\u00fcller tr\u00e4gt aus seinem Werk &#8220;50 x Buenos Aires &#8211; Mit fremdem Blick&#8221; einen passenden Abschnitt \u00fcber den M\u00fcll und die Stadt vor, danach kommt die deutsche Studentin Verena B\u00f6hme zu Wort, die mit anderen Studenten aus Augsburg den zweisprachigen Stadtf\u00fchrer &#8220;Buena Onda &#8211; ein Guide f\u00fcr deutsche Studenten in Buenos Aires&#8221; herausgegeben hat. Teil 2 sei schon in Arbeit, k\u00fcndigt Frau B\u00f6hme an.<\/p>\n<p>Nach einem 7-min\u00fctigen, unterhaltsamen Dokumentarfilm \u00fcber die Arbeit von &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; und einer kurzen Ansprache von &#8220;Elo\u00edsa&#8221;-Mitarbeiterin Miriam, die einst selbst Cartonera war und durch den Verlag erst zum Lesen gekommen ist und dann einen Job bekommen hat, spielt ein Tango-Duo live, w\u00e4hrend sich die Anwesenden angeregt bei H\u00e4ppchen und Getr\u00e4nken unterhalten. Die B\u00fccherstapel auf dem bunten Stand des Kartonbuchverlags sind deutlich kleiner geworden, die G\u00e4ste haben kr\u00e4ftig zugeschlagen und mussten f\u00fcr gute Literatur weder tief in die Tasche greifen noch schwere Schm\u00f6ker nach Hause schleppen. Auf der Frankfurter Buchmesse h\u00e4tte &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; sicher einen Riesen-Erfolg.<\/p>\n<p><em>Fotos von oben nach unten:<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Bunt, originell, kreativ &#8211; die Umschl\u00e4ge machen Eindruck.<\/p>\n<p>Das Team von &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221;, in der Mitte Gr\u00fcnder Washington Cucurto.<\/p>\n<p>Gr\u00e4fin Finckenstein legt bei der Dekoration mit Hand an.<br \/>\n<em>(Fotos: Deutscher Klub)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Der Kartonbuchverlag &#8220;Elo\u00edsa Cartonera&#8221; pr\u00e4sentierte sich im Deutschen Klub Von Susanne Franz Bunte Poster h\u00e4ngen zwischen piet\u00e4tvollen \u00d6lgem\u00e4lden an den W\u00e4nden des Salons, Stellw\u00e4nde und fast lebensgro\u00dfe Kartonb\u00fccher teilen den Raum eigenwillig auf, ein gro\u00dfer Tisch ist mit Stapeln farbenfroher B\u00fccher mit Kartonumschl\u00e4gen bedeckt. 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