{"id":2781,"date":"2010-07-29T23:07:07","date_gmt":"2010-07-30T02:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=2781"},"modified":"2010-11-16T14:24:20","modified_gmt":"2010-11-16T17:24:20","slug":"abwesenheit-auf-schweizerisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/29\/abwesenheit-auf-schweizerisch\/","title":{"rendered":"Abwesenheit auf Schweizerisch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/29\/ausencia-en-suizo\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Fotoausstellung &#8220;Espacios de Ausencia&#8221; in der FotoGaler\u00eda des Teatro San Mart\u00edn<\/p>\n<p><em>Von Katharina K\u00f6hler<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Minelli11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Minelli11.jpg\" alt=\"\" title=\"Minelli11\" width=\"250\" height=\"179\" class=\"alignleft size-full wp-image-2783\" \/><\/a>Im Jahr des 25-j\u00e4hrigen Bestehens der FotoGaler\u00eda und zeitgleich mit der schweizerischen Woche in Buenos Aires pr\u00e4sentieren die Schweizer Botschaft, Pro Helvetia und das Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten der Schweiz eine Gemeinschaftsarbeit von vier Schweizer K\u00fcnstlern. Am Dienstag, dem 27. Juli, wurde in der FotoGaler\u00eda des Teatro San Mart\u00edn die Ausstellung \u201cEspacios de Ausencia\u201d (R\u00e4ume der Abwesenheit) der Fotografen Lisandro P\u00e9rez Aznar, Gian Paolo Minelli, Marianne Winkelmann und Helen Zout er\u00f6ffnet. Wenngleich die visuelle Bandbreite der Werke dieser Fotografen es schwierig erscheinen l\u00e4sst, den roten Faden zu finden, der sie alle vereint, ist das Gef\u00fchl der Abwesenheit und die Verbindung zwischen dem, was da ist, und dem, was darunter verborgen ist, in jeder der von Leila Bustamente kuratierten Arbeiten sp\u00fcrbar.<!--more--><\/p>\n<p>Die deutlichen Unterschiede sowohl in der Themenwahl als auch in der Perspektive jedes einzelnen K\u00fcnstlers bereichern auf der anderen Seite die Pr\u00e4sentation um so mehr. Die Fotografien zeigen Orte, an denen die Leere angef\u00fcllt ist mit Zeugnissen von dem, was einst dort geschehen ist, an denen Licht das Dunkel erhellt, an denen das \u00c4u\u00dfere das Innere repr\u00e4sentiert und wo das H\u00e4ssliche und Verg\u00e4ngliche sch\u00f6n und unsterblich wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Aznar11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Aznar11.jpg\" alt=\"\" title=\"Aznar11\" width=\"250\" height=\"167\" class=\"alignleft size-full wp-image-2782\" \/><\/a>In der vielschichtigen Ausstellung harmonieren die von Minelli fotografierten Innenr\u00e4ume des Gef\u00e4ngnisses von Caseros (&#8220;C\u00e1rcel de Caseros&#8221;, 2000-2002) mit traumartig anmutenden, durch die Bewegungen von Aznars Kamera leicht unscharfen Landschaften (&#8220;De la serie paisajes internos&#8221;, 2009), Winkelmanns gro\u00dfformatigen Essensresten auf dem Geschirr kurz vor dem Abwasch (&#8220;De la serie universo&#8221;, 2004) und der Arbeit von Zout (&#8220;Escrache, manifestaci\u00f3n de repudio en la casa de un represor de la dictadura militar&#8221;, 2005), unmittelbaren, ungesch\u00f6nten Schwarzwei\u00df-Abbildungen von Fingerabdr\u00fccken und Elementen, die im Zusammenhang mit dem Verschwinden vieler Argentinier w\u00e4hrend der letzten Diktatur stehen.<\/p>\n<p>Mit der Problematik von Existenz und Abwesenheit haben sich die Fotografen nicht erstmalig f\u00fcr die hier ausgestellten Bilder besch\u00e4ftigt. F\u00fcr sie selbst ist es vielmehr auch ein pers\u00f6nliches Thema, das ihre Lebenssituation zwischen zwei L\u00e4ndern bereits impliziert.<\/p>\n<p>Gian Paolo Minelli wurde in Genf geboren und lebt seit einigen Jahren in Argentinien und der Schweiz. In Buenos Aires findet er Motive f\u00fcr seine sozial engagierte Fotografie, die den Fokus auf visuelle \u00c4sthetik legt. Seine Bilder bestechen mit ihrer Sch\u00f6nheit, die so gar nicht zu den Orten passen will, die sie abbilden. 2008 wurde er in seiner Heimat mit dem Swiss Art Award geehrt. Die hier ausgestellten Fotografien, die zwischen 2000 und 2002 im Gef\u00e4ngnis von Caseros aufgenommen wurden, spiegeln vor allem die politische Vergangenheit des Landes wider. Ein Gef\u00e4ngnis, das w\u00e4hrend der Milit\u00e4rdiktatur in Betrieb genommen und inmitten einer schwerwiegenden Politik- und Finanzkrise 2001 zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>Die aus Bern stammende Marianne Winkelmann arbeitete bis zu ihrem Umzug nach Argentinien 1999 als B\u00fchnenbildnerin in verschiedenen Theatern, Fernseh- und Kinoproduktionen in der Schweiz und assistierte gleichzeitig bei mehreren Produktionen in verschiedenen Fotostudios. Aus ihrem zwiesp\u00e4ltigen Verh\u00e4ltnis zu Argentinien als neuer Heimat resultiert die Absicht, Isolation, Einsamkeit und Weite sichtbar zu machen, das Sch\u00f6ne und das H\u00e4ssliche, Hass, Liebe und eine fast unverg\u00e4ngliche Freiheit miteinander zu verbinden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Zout11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Zout11.jpg\" alt=\"\" title=\"Zout11\" width=\"250\" height=\"166\" class=\"alignleft size-full wp-image-2784\" \/><\/a>Helen Zout, Argentinierin mit Schweizer Ursprung, reist sowohl wegen ihrer Familie als auch aus professionellen Gr\u00fcnden h\u00e4ufig in die Schweiz, in der sie sich heimisch f\u00fchlt und die in Form von durch ihre Familie vermittelten Werte nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Werke beeinflusst. Insbesondere haben ihre Schweizer Wurzeln ihr einen besonderen Respekt vor der Natur und einen starken Gerechtigkeitssinn verschafft. Daher auch die Motivation, sechs Jahre lang \u00fcber die letzte Milit\u00e4rdiktatur in Argentinien zu forschen. Das Resultat kann in der Ausstellung bewundert werden.<\/p>\n<p>Auch Lisandro P\u00e9rez Aznar aus La Plata, der j\u00fcngste K\u00fcnstler in dieser illustren Runde, ist durch seinen aus dem Kanton Freiburg stammenden Urgro\u00dfvater mit der Schweiz verbunden. Dieser sah sich in den W\u00e4ldern von Salta an sein geliebtes Heimatland erinnert. Inspiriert von diesem Eindruck l\u00e4dt der junge Fotograf den Besucher mit seinen Bildern zu einem Spaziergang durch einen teils realen, teils traumhaften Wald ein.<\/p>\n<p>Die Ausstellung kann bis zum 8. August montags bis freitags ab 12 Uhr, wochenends ab 14 Uhr im ersten Stock der &#8220;Hall Central Carlos Morel&#8221; im Teatro San Mart\u00edn (Avenida Corrientes 1530) besucht werden. Der Eintritt ist frei. Das vollst\u00e4ndige Programm des Complejo Teatral von Buenos Aires ist <a href=\"http:\/\/www.complejoteatral.gov.ar\/\">auf der Website des Theaterkomplexes<\/a> einzusehen.<\/p>\n<p><em>Die Fotos stammen (von oben nach unten) von Gian Paolo Minelli, Lisandro P\u00e9rez Aznar und Helen Zout.<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Fotoausstellung &#8220;Espacios de Ausencia&#8221; in der FotoGaler\u00eda des Teatro San Mart\u00edn Von Katharina K\u00f6hler Im Jahr des 25-j\u00e4hrigen Bestehens der FotoGaler\u00eda und zeitgleich mit der schweizerischen Woche in Buenos Aires pr\u00e4sentieren die Schweizer Botschaft, Pro Helvetia und das Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten der Schweiz eine Gemeinschaftsarbeit von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[],"class_list":["post-2781","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein-general","category-tipp-der-woche-recomendacion-de-la-semana"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2781","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2781"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2781\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5239,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2781\/revisions\/5239"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2781"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2781"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2781"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}