{"id":372,"date":"2006-05-13T08:29:41","date_gmt":"2006-05-13T11:29:41","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/05\/13\/zwischen-gefuhl-und-verstand\/"},"modified":"2010-10-31T12:17:36","modified_gmt":"2010-10-31T15:17:36","slug":"zwischen-gefuhl-und-verstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/05\/13\/zwischen-gefuhl-und-verstand\/","title":{"rendered":"Zwischen Gef\u00fchl und Verstand"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/05\/13\/razonar-y-sentir\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>&#8220;Werke 1996-2006&#8221;: Gabriel Salom\u00f3n in der Galerie Rubbers<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Soll man den Titel der neuesten Ausstellung von Gabriel Salom\u00f3n, &#8220;Lo \u00faltimo en arte&#8221;, als Werbeslogan &#8211; &#8220;Der letzte Schrei in der Kunst!&#8221; &#8211; \u00fcbersetzen? Oder als Weltuntergangssentenz verstehen &#8211; &#8220;Das Letzte in der Kunst&#8230;&#8221;? Ist es ein pers\u00f6nliches Bekenntnis des K\u00fcnstlers &#8211; &#8220;Ich gebe mein Letztes in der Kunst&#8221;? Dr\u00fcckt er seine \u00c4ngste und Zweifel aus &#8211; &#8220;Ist dies das Letzte, was ich zu geben habe?&#8221;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image374\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/05\/salo1.jpg\" alt=\"salo1.jpg\" align=left hspace=5 \/>&#8220;Lo \u00faltimo en arte&#8221; ist zun\u00e4chst der Titel von einer der f\u00fcnf Serien, aus denen diese \u00dcbersicht \u00fcber die letzten zehn Schaffensjahre des K\u00fcnstlers besteht. Seit 1996 fertigt Salom\u00f3n 125 Millimeter messende W\u00fcrfel aus unterschiedlichen &#8211; immer edlen und haltbaren &#8211; Materialien wie Marmor, Glas, Aluminium etc., die als Relief die Inschrift \u201cLo \u00faltimo en arte\u201d tragen. Diese W\u00fcrfel sind f\u00fcr ihn Botschaftstr\u00e4ger &#8211; er \u00fcbergibt sie in einer Zeremonie an Personen, die f\u00fcr ihn etwas bedeuten, oder \u00fcberantwortet sie Orten, die ihm wichtig sind (d.h. er vergr\u00e4bt sie oder versenkt sie im Wasser). Diese Gesten h\u00e4lt Salom\u00f3n in einer Dokumentation fest, auf mit Siegeln und Stempeln versehenen Schriftst\u00fccken, mit denen er dem Ritual eine feierliche Dimension verleiht und es zugleich parodiert. Mit dieser konzeptuellen Serie stellt Salom\u00f3n die Beziehung des K\u00fcnstlers und seines Werks zu seiner Umwelt dar &#8211; er \u201cgibt\u201d das Seine, aber nur er wei\u00df, ob auch \u201cdrin ist, was draufsteht\u201d.<!--more--><\/p>\n<p>1996 \u00fcberraschte Salom\u00f3n die Kunstwelt Argentiniens mit einer Reihe fast schwarzer Gem\u00e4lde, die er bei Ruth Benzacar ausstellte. Ebenso wie die W\u00fcrfel zeugten sie von seiner tiefen Skepsis und Sinnsuche in der Kunst, w\u00e4hrend die schiere Sch\u00f6nheit der Werke gleichzeitig alle Zweifel entkr\u00e4ftete.<\/p>\n<p>Salom\u00f3n zeigt &#8211; noch bis zum 20. Mai &#8211; bei Rubbers weder seine \u201cSchwarze Serie\u201d noch Gem\u00e4lde aus der Serie \u201cHumo\u201d (Rauch), die er im Jahr 2002 in den damaligen R\u00e4umen der Galerie Rubbers vorgestellt hatte. Er pr\u00e4sentiert vielmehr seine \u201cTorres\u201d (T\u00fcrme), stille, harmonische, 2,25 Meter hohe konische Metall-Skulpturen, die eine Synthese seiner mutwilligen \u201cHumo\u201d-Gem\u00e4lde darstellen. Er zeigt \u201cTramas\u201d (Gewebe), auf einer Draht-Komstruktion mit edlen Stoffen komponierte, monochromatische Textil-Gem\u00e4lde (220 x 100 cm). Er stellt eine Serie von Mischtechniken \u201cCoraz\u00f3n-Cerebro\u201d (Herz-Hirn) vor, in denen er auf der Basis von Schulbuchzeichnungen eines Herzens und eines Gehirns mit vielerlei Techniken Verbindungen herstellt und so mit der Komplementarit\u00e4t von Gef\u00fchl und Verstand jongliert. Diese \u00e4sthetischen, aber etwas schematischen Experimente haben den K\u00fcnstler wiederum zu der wundersch\u00f6nen gro\u00dfformatigen Gem\u00e4ldeserie \u201cH\u00e9roes\u201d (Helden, 2005\/2006) gef\u00fchrt, in der er mit absoluter technischer Freiheit Protagonisten aus diesem Kampf von Geist und Seele erschafft, die miteinander ringen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4re Salom\u00f3n nicht Salom\u00f3n, wenn er nicht noch mit seinen konzeptuellen  Aufklebern \u201cPunto de Vista\u201d (Meinung; w\u00f6rtlich: der Punkt, von dem aus ich etwas sehe) den Kunstfreund verwirren w\u00fcrde. Die Sticker kann man beliebig reproduzieren und \u00fcberall dorthin kleben, von wo aus man es f\u00fcr angemessen h\u00e4lt, \u00fcber eine Sache noch einmal nachzudenken. So wie Gabriel Salom\u00f3n selbst es tut, der seine Kunst immerzu in Zweifel zieht.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 13.05.06 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. &#8220;Werke 1996-2006&#8221;: Gabriel Salom\u00f3n in der Galerie Rubbers Von Susanne Franz Soll man den Titel der neuesten Ausstellung von Gabriel Salom\u00f3n, &#8220;Lo \u00faltimo en arte&#8221;, als Werbeslogan &#8211; &#8220;Der letzte Schrei in der Kunst!&#8221; &#8211; \u00fcbersetzen? Oder als Weltuntergangssentenz verstehen &#8211; &#8220;Das Letzte in der Kunst&#8230;&#8221;? Ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,4],"tags":[],"class_list":["post-372","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kunstler-artistas","category-tipp-der-woche-recomendacion-de-la-semana"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=372"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4169,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions\/4169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}