{"id":381,"date":"2006-05-18T16:09:17","date_gmt":"2006-05-18T19:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/05\/20\/buenos-aires-loop-in-wien\/"},"modified":"2006-05-28T14:20:50","modified_gmt":"2006-05-28T17:20:50","slug":"buenos-aires-loop-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/05\/18\/buenos-aires-loop-in-wien\/","title":{"rendered":"Buenos Aires Loop in Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zeitgen\u00f6ssische argentinische und s\u00fcdamerikanische Videokunst und Kunstfilme in der KUNSTHALLE wien<\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image385\" alt=navarro.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/05\/navarro.jpg\" \/><br \/>\n<em>Eduardo Navarro, &#8220;on\/off&#8221;.<\/em><\/div>\n<p>Im Rahmen des FOL (Festival Onda Latina), das vom 20. April bis 4. Juni anl\u00e4sslich des EU-Lateinamerika-Gipfels in Wien 2006 veranstaltet wird, wird vom 5. Mai bis 6. Juni das Projekt &#8220;Buenos Aires Loop&#8221; &#8211; zeitgen\u00f6ssische Videokunst und Kunstfilme aus Argentinien und S\u00fcdamerika &#8211; an drei Schaupl\u00e4tzen der KUNSTHALLE wien gezeigt: in der &#8220;ursula blickle videolounge&#8221;, der &#8220;video wall&#8221; und im &#8220;project space karlsplatz&#8221;.<\/p>\n<p>Die argentinische Privatinitiative MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires) und die Galer\u00eda Belleza y Felicidad pr\u00e4sentieren dieses Projekt, das dem Kurator Enrique Guitart anvertraut wurde.<!--more--><\/p>\n<p>In der &#8220;ursula blickle videolounge&#8221; wird eine Auswahl der Werke von jungen K\u00fcnstlern aus S\u00fcdamerika gezeigt, die neue Formen der Darstellung ihrer eigenen Beobachtungen anstreben, darunter Paula Delgado, Daniel Gimelberg, Ruy Krygier, Eduardo Navarro und Dani Umpi. Auf der &#8220;video wall&#8221; lenkt Jorge Macchi die Aufmerksamkeit auf das, was fehlt oder auf das, was zu viel ist. Im &#8220;Kunsthalle Wien project space karlsplatz&#8221; wird vom 5.-31. Mai die Slide-Show &#8220;Doppeldecker&#8221; (2006) &#8211; Wien-Eindr\u00fccke des venezolanischen K\u00fcnstlers Gustavo Mendez-Liska &#8211; gezeigt.<\/p>\n<p>Enrique Guitart schreibt \u00fcber die ausstellenden K\u00fcnstler:<\/p>\n<p>Ruy Krygier, geb. 1972 in Buenos Aires, lebt und arbeitet in Buenos Aires:<\/p>\n<p>Mit seinen Interventionen in Theater und Kino ist Ruy Krygier einer der jungen argentinischen K\u00fcnstler, der sich in den letzten Jahren am meisten etabliert hat. Die urbane Sprache und die Kraft seiner Videoarbeiten reflektieren das soziale, politische und  \u00f6konomische Umfeld, in dem er lebt. Innerhalb der langen  Tradition des Mediums Film auf dem Kontinent zieht Ruy Krygier den formalen Abstand zum schon Gemachten vor, um eine neue Art und Sprache zu suchen. Trotzdem verweisen seine Themen immer noch auf seine Kultur und Tradition und sind Metapher seiner Wirklichkeit, die durch die Absurdit\u00e4t eine zentrale Rolle spielen. Diese beide Aspekte, der formale und der referentielle, unterscheiden ihn von den anderen und machen ihn zu einem typischen Vertreter der neuen Videokunststr\u00f6mungen in Buenos Aires.<\/p>\n<p>Daniel Gimelberg, geb. 1965 in Buenos Aires, lebt und arbeitet in Buenos Aires und Barcelona:<\/p>\n<p>Mit starken Wurzeln im Video Clip und der VideoArt, verfolgt Daniel Gimelberg f\u00fcr Lateinamerika unkonventionelle Wege. Mit seinem trockenen und scharfen Humor, hat sein erster Spielfilm &#8220;Hotel Room&#8221; beachtliche Kritiken und enormes Echo in Buenos Aires und Barcelona gefunden. Er arbeitet mit den Methoden von Suspense und Krimi; sein Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Zufall, durch den kleine Details ein Leben ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Da der Film in Schwarz\/Wei\u00df gedreht wurde, assoziiert der Zuschauer die Bilder sofort mit alten Hitchcock-Filmen. Durch die Art des Humors und seine zeitgen\u00f6ssische Relevanz macht sich der Regisseur den Zuschauer aber zum Komplizen in der Gegenwart. Die Produktionsbedingungen und die wirtschaftliche Situation auf dem Kontinent sind wiederum in seinen Werken nicht zu \u00fcbersehen: &#8220;Hotel Room&#8221; hat Gimelberg in seiner eigenen Wohnung gedreht; &#8220;1150 Kg&#8221; hat als Setting nur einen Aufzug.<\/p>\n<p>Eduardo Daniel Navarro, geb. 1979 in Buenos Aires, lebt und arbeitet in Buenos Aires:<\/p>\n<p>&#8220;Skulptur ist, wie wenn die Schauspieler einen Zweifel, eine Fantasie spielen; sich im Juni als Santa Claus verkleiden&#8221;, meint Eduardo Navarro. Und das zeigt sich auch in seinen Werken. Sie sind Komplizen des Betrachters, die ihn zum Grinsen einladen. Seine aufblasbaren Objekte, seine dick gepolsterten Menschen oder seine Installationen mit nutzlosen elektrischen Ger\u00e4ten geh\u00f6ren zu einer Welt der \u00dcbertragung. Dieser junge K\u00fcnstler \u00fcbernimmt eine erz\u00e4hlerische Tradition, die in Buenos Aires nicht zu \u00fcbersehen ist. Seine Ann\u00e4hrung an soziale Themen sind in der  fantastischen Literatur eines Julio Cort\u00e1zar zu finden. Es gibt eine Leichtigkeit, die seinen dicken Figuren widerspricht. Bekannte Themen bekommen eine neue Optik. In &#8220;on\/off&#8221; unternimmt ein junger Mann eine lange Reise, um das spirituelle Licht zu empfinden und zu sehen. In einem Land, in dem die Religion eine so starke Rolle spielt, hat diese Inszenierung keine geringe Bedeutung. Trotzdem findet man aber auch Parallelen zu europ\u00e4ischer Religiosit\u00e4t und Spiritualit\u00e4t, die zeigen, dass seine Werke weit \u00fcber lokale Realit\u00e4ten hinausgehen.<\/p>\n<p>Jorge Macchi, geb. 1963 in Buenos Aires, lebt und arbeitet in Buenos Aires:<\/p>\n<p>Jorge Macchi lenkt seine Aufmerksamkeit auf das, was fehlt oder auf das, was zu viel ist, um das Auge darauf zu fokussieren, was es gibt, was aber auf den ersten Blick nicht wahrgenommen wird. Er lenkt seinen Blick auf das Unbemerkbare, auf die Fu\u00dfnote, auf den Rest, auf die Br\u00fcche. Existierende Texte spielen oft eine zentrale Rolle in seinem Werk. Dieser Text wird aus dem Kontext herausgenommen, um eine neue Lekt\u00fcre zu erm\u00f6glichen: in &#8220;The song of the end&#8221; ist es der Abspann, ohne wirklichen Film, in &#8220;Citas&#8221; (&#8220;Zitate&#8221;) gibt es nur Anf\u00fchrungszeichen ohne Text, in den Satie-Partituren werden die Noten durch N\u00e4gel ersetzt. Seine Werke sind Einladungen zur Reflexion in aller Stille. Jorge Macchi lenkt das Interesse der Beobachter auf die Abwesenheit, die Beobachtung dessen, was man nicht sieht, oder nicht sehen will. Diese explizite Suche wiederholt sich auch auf seinen Pl\u00e4nen und Landkarten oder in seinen Installationen.<\/p>\n<p>Paula Delgado, geb. 1977 in Montevideo, lebt und arbeitet in Buenos Aires und Montevideo:<\/p>\n<p>Paula Delgados Videos, Fotos und Installationen entstehen aus einem starken sozialwissenschaftlichen Interesse. Sie ist Mitbegr\u00fcnderin des Vereins Movimiento Sexy (Sexy Bewegung), in dem sie die Wahrnehmung des Individuums und seines Umfelds durch k\u00fcnstlerische Interventionen in der \u00d6ffentlichkeit  hinterfragt. Arbeiten wie &#8220;Tel\u00e9fono Compulsi\u00f3n&#8221;, eine Art &#8220;reality phone&#8221;, oder &#8220;El Album&#8221; zeigen immer wieder ihr Interesse an sozialen Themen. Letzteres ist ein Fotoalbum einer Hochzeit, die nie stattgefunden hat, eigentlich ein Placebo, das den gesellschaftlichen Drang nach einem Hochzeitsfest exorzieren soll.<br \/>\nMit &#8220;\u00bfC\u00f3mo sos tan lindo? Why are you so cute?&#8221; bearbeitet sie ein Work in Progress, das in mehreren L\u00e4ndern und Kulturen stattfinden soll. Sie versucht damit, die \u00e4sthetische \u00e4u\u00dferliche Selbstwahrnehmung der M\u00e4nner unter die Lupe einer Frau zu nehmen. Sie will, dass das m\u00e4nnliche Geschlecht sich Gedanken \u00fcber die eigene Sch\u00f6nheit macht, bzw. versucht sie als Frau den M\u00e4nnern auch k\u00f6rperliche Sch\u00f6nheit zuzusprechen.<\/p>\n<p>Dani Umpi (Daniel Umpi\u00e9rrez), geb. 1974 in Tacuaremb\u00f3, lebt und arbeitet in Buenos Aires und Montevideo:<\/p>\n<p>Dani Umpi hat sich in Argentinien, Brasilien und Uruguay einen Namen gemacht. Seit seiner Ausstellung &#8220;Dani Umpi Records&#8221; (2001), in der er eine nicht existierende Plattenfirma mit einem nicht existierenden Musik-Star pr\u00e4sentierte, gilt der Performance-K\u00fcnstler und geniale Selbstdarsteller als Liebling der Nation. Umpis Methode ist die Wiederbelebung von traditioneller Musik und Pop durch eine verr\u00fcckte Solo-Inszenierung. Er benutzt bewusst ihre B\u00fchne, um seine Performances zu machen. Schlechte englische \u00dcbersetzungen von bekannten Texten, eine schlechte Stimme und seine selbstbewusste Provokation haben ihn in die Charts der bildenden Kunst und der Musik-Szene gebracht. Er benutzt alle m\u00f6glichen Medien, um in die breite \u00d6ffentlichkeit zu kommen, wobei er die typisch lateinamerikanische \u00c4sthetik kompromisslos eigenwillig umsetzt. &#8220;Try to Remember&#8221; zeigt einen Moment w\u00e4hrend eines Geburtstagsfestes, der sich zu immer neuen Varianten desselben Liedes immer wieder wiederholt. Das ist wieder ein Versuch, sich in den Mittelpunkt zu stellen und einen starken Augenblick f\u00fcr ewig festzuhalten.<\/p>\n<p>Gustavo Mendez-Liska, geb. 1968 in Puerto la Cruz, Venezuela; lebt und arbeitet in Wien und Venezuela:<\/p>\n<p>Die Struktur, die Form und die Oberfl\u00e4che spielen eine bedeutende Rolle bei allen Arbeiten von Gustavo Mendez-Liska. In Textur und Farbe findet man eine starke Analogie zur Erde, zu Urgestein, zur Natur und gleichzeitig zu dem verblichenen Papier, das von alten europ\u00e4ischen Zeichnungen bekannt ist: eine braune Oberfl\u00e4che, die das Werk umf\u00e4rbt. Seine Technik besteht aus dem Aufbringen mehrerer Schichten, die am Ende eine kompakte Struktur ergeben. Es gelingt ihm damit, die Komplexit\u00e4t seiner Realit\u00e4ten durch eine spezifische Leichtigkeit zum Ausdruck zu bringen. Er verk\u00f6rpert zwei Kulturen oder mehrere und l\u00e4dt den Betrachter ein, sich damit auseinanderzusetzen. Manchmal wird dem Betrachter erlaubt, in die Tiefe des Werkes zu gehen, manchmal findet er sich darin reflektiert, immer ist er pr\u00e4sent. Paradoxerweise spiegelt sich der Betrachter in der starken Subjektivit\u00e4t des K\u00fcnstlers. &#8220;Doppeldecker&#8221; bezieht sich auf einen bedeutenden Teil Wiens, die G\u00fcrtel-Linie, die als Rand zweier Realit\u00e4ten fungiert. Dieses Gebiet ist der Wendepunkt zweier unterschiedlicher Welten, die wiederum zu einer eigenen Welt werden.<\/p>\n<p>Mehr Informationen zu allen Ausstellungen: <a href=\"http:\/\/www.kunsthallewien.at\/\">http:\/\/www.kunsthallewien.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitgen\u00f6ssische argentinische und s\u00fcdamerikanische Videokunst und Kunstfilme in der KUNSTHALLE wien Eduardo Navarro, &#8220;on\/off&#8221;. Im Rahmen des FOL (Festival Onda Latina), das vom 20. April bis 4. Juni anl\u00e4sslich des EU-Lateinamerika-Gipfels in Wien 2006 veranstaltet wird, wird vom 5. Mai bis 6. 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