{"id":3830,"date":"2010-10-17T14:54:16","date_gmt":"2010-10-17T17:54:16","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=3830"},"modified":"2010-10-27T12:01:20","modified_gmt":"2010-10-27T15:01:20","slug":"wenn-sich-die-alte-freundin-im-labyrinth-verirrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/10\/17\/wenn-sich-die-alte-freundin-im-labyrinth-verirrt\/","title":{"rendered":"Wenn sich die alte Freundin im Labyrinth verirrt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/10\/17\/cuando-la-vieja-amiga-se-pierde-en-el-laberinto\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Beim argentinischen Buchmesseauftritt galten Superlative als Messgr\u00f6\u00dfe des Erfolgs<\/p>\n<p><em>Von J\u00fcrgen Ramspeck<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/juerbuchmesse11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/juerbuchmesse11.jpg\" alt=\"\" title=\"juerbuchmesse11\" width=\"250\" height=\"187\" class=\"alignleft size-full wp-image-3835\" \/><\/a>F\u00fcr das Publikum in Deutschland war es einfach, die argentinischen G\u00e4ste zu beeindrucken. Die Zuh\u00f6rer h\u00e4tten bei jeder Veranstaltung gro\u00dfes Interesse gezeigt, h\u00e4tten viele Fragen gestellt und seien \u00fcberhaupt sehr belesen. Und, so f\u00fcgt Schriftstellerin Claudia Pi\u00f1eiro begeistert hinzu, die Autoren seien f\u00fcr die Auftritte bezahlt worden. Diese Begeisterung l\u00e4sst &#8211; je nach Atlantikseite &#8211; zwei Interpretationen zu.<\/p>\n<p>Zum einen ist dies ein Indiz f\u00fcr einen bedenklichen Zustand der Literaturwelt diesseits des R\u00edo de la Plata, wenn Autoren tats\u00e4chlich nach Europa kommen m\u00fcssen, um Interesse und Geld f\u00fcr ihr Schaffen zu erhalten.<\/p>\n<p>Zum anderen zeugt diese Aussage von einer Naivit\u00e4t. Kann man von Schriftstellern nicht erwarten, den Literaturbetrieb und das Publikum in Europa zu kennen? Freilich, die Aussage k\u00f6nnte auch als freundliche Geste f\u00fcr die Zuh\u00f6rer in Frankfurt gewesen sein. Aber f\u00fcr ein Land, das sich literarisch professionell pr\u00e4sentieren wollte, w\u00e4re das zu wenig.<!--more--><\/p>\n<p>Zudem freute sich die Pr\u00e4sidentin des Comit\u00e9 Organizador para la Participaci\u00f3n Argentina en la Feria del Libro de Frankfurt (COFRA), Magdalena Faillace, \u00fcber die &#8220;Verwirklichung eines Traumes&#8221;: So sei es mit einem &#8220;Labyrinth&#8221; &#8211; etwa vier Dutzend Leinw\u00e4nde und Stellw\u00e4nde &#8211; gelungen, die komplette literarische, politische, soziale und geographische Geschichte Argentiniens abzubilden.<\/p>\n<p>Argentinien sei wie eine alte Freundin, die man nach Jahren wiedertrifft und merkt, dass man sich im Gegensatz zu ihr weiterentwickelt habe. Mit dieser Metapher beschrieb auf der Buchmesse eine seit vier Jahren in Deutschland lebende Journalistin den Auftritt Argentiniens. Oberfl\u00e4chliche Perfektion ersetze ein durchdachtes Konzept mit echten Schwerpunkten. Die komplette Geschichte, die meisten \u00fcbersetzten B\u00fccher aller Ehreng\u00e4ste der Buchmesse, die h\u00f6chste Anzahl an Autoren &#8211; der Superlativ als Messgr\u00f6\u00dfe des Erfolgs. In einem Labyrinth kann man sich auch verlaufen.<\/p>\n<p>Bei aller Kritik: Wenn in Deutschlands kleinen Buchhandlungen, wie zum Beispiel in der N\u00fcrnberger Buchhandlung Jakob mit einer Verkaufsfl\u00e4che von der Gr\u00f6\u00dfe einer Standardwohnung im Barrio Norte, eigens Tische mit Literatur zeitgen\u00f6ssischer argentinischer Schriftsteller aufgebaut werden, dann haben die Autoren die Eintrittskarte in den deutschen Markt gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Dieser Erfolg ist nicht zuletzt auch auf das &#8220;Programa SUR de apoyo a las traducciones&#8221; zur\u00fcckzuf\u00fchren. 291 Werke von 237 Autoren seien demnach in 21 Sprachen \u00fcbersetzt worden, davon 77 ins Deutsche, 37 ins Englische und 33 ins Italienische. Dieses Erwachen ist die Grundvoraussetzung, um argentinische Literatur professionell weltweit vermarkten zu k\u00f6nnen. Trotzdem: Die meist \u00fcbersetzten Schriftsteller bleiben Borges (14 \u00dcbersetzungen) und Cort\u00e1zar (7). Claudio Pi\u00f1eiro bringt es immerhin auf 6 \u00dcbersetzungen.<\/p>\n<p>Die junge Autorengeneration muss beweisen, dass sie aus dem langen Schatten der gro\u00dfen argentinischen Literaten treten k\u00f6nnen. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse sind sie schon einmal auf offene Ohren gesto\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Beim argentinischen Buchmesseauftritt galten Superlative als Messgr\u00f6\u00dfe des Erfolgs Von J\u00fcrgen Ramspeck F\u00fcr das Publikum in Deutschland war es einfach, die argentinischen G\u00e4ste zu beeindrucken. 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