{"id":4026,"date":"2010-06-08T12:29:40","date_gmt":"2010-06-08T15:29:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=4026"},"modified":"2010-11-20T14:38:11","modified_gmt":"2010-11-20T17:38:11","slug":"acht-frauen-acht-fragen-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/06\/08\/acht-frauen-acht-fragen-2003\/","title":{"rendered":"Acht Frauen, acht Fragen (2003)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/06\/08\/ocho-mujeres-ocho-preguntas-2003\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Kunstsaison 2003 der &#8220;Casona de los Olivera&#8221; begann mit Frauen-Ausstellung <\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/hakim.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/hakim.jpg\" alt=\"\" title=\"hakim\" width=\"250\" height=\"140\" class=\"alignleft size-full wp-image-4029\" \/><\/a>Am 8. M\u00e4rz, dem Intemationalen Tag der Frau, wurde in der &#8220;Casona de los Olivera&#8221;, Kultur- und Kunstzentrum im Parque Avellaneda, eine Gemeischaftsausstellung von acht K\u00fcnstlerinnen er\u00f6ffnet. Ein verbindendes Element ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Die K\u00fcnstlerinnen entstammen unterschiedlichen Generationen, und ihre Ausdrucksformen reichen von Skulpturen \u00fcber Objekte, Installationen, Fotografie und Zeichnungen bis hin zu Gem\u00e4lden.<\/p>\n<p>Die interessantesten Beitr\u00e4ge stammen von Patricia Hakim (Skulpturen und Objekte), Elsa Soibelman (Gem\u00e4lde) und Flavia Da Rin (Fotos). Es geht den dreien konkret um K\u00f6rper, Identifikation und Identit\u00e4t, und alle haben sehr individuelle, beunruhigende Fragestellungen, die sie, nicht zuletzt, auf \u00e4sthetische und professionelle Art und Weise zum Ausdruck bringen.<!--more--><\/p>\n<p>Flavia Da Rins Fotos spielen mit der Vervielf\u00e4ltigung des Ichs und werfen philosophische und ethische Probleme auf. Die Fotografin (Jahrgang 1978), eine exzellente Technikerin, ist selbst das Modell ihrer auf verschiedenen B\u00fchnen sich abspielenden Dreier-Konstellationen. Mit ihren Klonen schaut sie fern, liegt sie im Bett oder sitzt im Badezimmer am Boden. Ein \u00fcberirdischer Glanz, ein Touch Kitsch, eine h\u00f6rbare Stille schaffen dichte Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Elsa Soibelmans Bilder sind richtiggehend schockierend. Sie malt in Schwarz-Wei\u00df, gro\u00dfformatig, K\u00f6rper, die aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt sind: der Kopf einer Frau, der Torso eines Mannes, Arme von wieder einem anderen K\u00f6rper, das Geschlecht des Ganzen ist nie eindeutig zu definieren. Verzerrte (Selbst)bilder sprechen vom Identifikationsdruck in einer Welt, in der nicht alle ins Schema passen und in der die Grenzen von Mann\/Frau teilweise verschwimmen.<\/p>\n<p>Patricia Hakim arbeitet mit Blistern, Plastik-Umh\u00fcllungen, aus denen sie &#8220;Verpackungen&#8221; von K\u00f6rperteilen &#8211; Br\u00fcsten, Nasen, M\u00fcndern und Kinnen &#8211; geschaffen hat, die sie beliebig vervielf\u00e4ltigt und &#8211; ihres Inhalts beraubt &#8211; in verschiedenen Pr\u00e4sentationen zur Schau stellt. Die von echten Modellen genommenen Abdr\u00fccke nehmen ein Eigenleben an; dass es Menschen aus Fleisch und Blut waren, die den Ansto\u00df geschaffen haben, f\u00e4llt nicht mehr ins Gewicht. Es herrscht das Gesetz des Marktes, von Angebot und Nachfrage. Bist Du nicht mehr zufrieden mit Deinem K\u00f6rper, dann lass Dir Silikonbr\u00fcste machen, eine neue Nase, ein markanteres Kinn, dickere Lippen. Individualismus ist nicht angesagt in der sch\u00f6nen neuen Welt aus Plastik und Konsum.<\/p>\n<p>Fast jeder der acht K\u00fcnstlerinnen ist ein Raum in dem wundersch\u00f6nen ehemaligen Herrenhaus gewidmet, bis auf Laura Goicochea, die nur wenige kleinformatige Gem\u00e4lde an einer Wand zeigt; eine Art &#8220;Bar-Codes&#8221; der Identit\u00e4t? Raten, um was es sich dreht, muss man auch bei Laura Davis&#8217; Zeichnungen und Ver\u00f3nica Sanes&#8217; Portr\u00e4ts, w\u00e4hrend Jimena Fuertes&#8217; Gem\u00e4lde einen zwischen naiv und eindeutig sexuellen Charakter haben. Originell mit politischem Touch ist die Installation &#8220;Los Caminantes&#8221; von Luj\u00e1n Funes, ein Raum voller alter, ausgelatschter Schuhsohlen, \u00fcber die der Betrachter laufen muss, um an einer Wand Fotografien von gesichtslosen, Schlange stehenden Menschen zu sehen. Was damit gemeint ist, versteht jeder auf Anhieb, der das letzte Jahr in Argentinien \u00fcberstanden hat.<\/p>\n<p>Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum 13. April ge\u00f6ffnet; ein Besuch lohnt sich auch wegen des sch\u00f6nen Hauses und Parks.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><\/p>\n<p>Ein Werk von Patricia Hakim.<\/p>\n<p><em>Erschienen im Argentinischen Tageblatt am 5. April 2003.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Kunstsaison 2003 der &#8220;Casona de los Olivera&#8221; begann mit Frauen-Ausstellung Von Susanne Franz Am 8. 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