{"id":42,"date":"2005-02-19T15:57:50","date_gmt":"2005-02-19T18:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/02\/19\/himmel-und-holle\/"},"modified":"2006-07-29T16:05:09","modified_gmt":"2006-07-29T19:05:09","slug":"himmel-und-holle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/02\/19\/himmel-und-holle\/","title":{"rendered":"Himmel und H\u00f6lle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/02\/19\/el-cielo-y-el-infierno\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Mauro L\u00f3pez\u2019 Fotoausstellung \u201eBrillos &#038; Silencios\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/origami_01.jpg\" alt=\"\" align=left hspace=5 \/>Ein Blatt Papier, mehrfach gefaltet, wird zum Himmel-und-H\u00f6lle-Spiel. Kleine H\u00e4nde erforschen die komplexen M\u00f6glichkeiten des Gebildes, be-greifen es. Nehmen es auseinander, gl\u00e4tten liebevoll die zerknitterte Oberfl\u00e4che und basteln es wieder zusammen. Kleine Augen gucken es aus verschiedenen Richtungen und Entfernungen an. Von nahem ist es ganz gro\u00df; wenn man die Augen zu Schlitzen zusammenkneift, sieht man es verschwommen. Wenn man den Kopf zur Seite legt, sieht es aus wie ein Satellit, der durch das Weltall saust.<\/p>\n<p>Mauro L\u00f3pez zeigt in seiner Fotoserie \u201eBrillos &#038; Silencios\u201c Objekte der Kindheit, wie er sie wahrgenommen hat, als er selbst Kind war.<!--more--> Die Farbe, der Glanz einer Sache hat Bedeutung, der individuelle Blickwinkel der Vergangenheit. Die Funktion des jeweiligen Spielzeugs ist Nebensache. Man sieht Details. Die Fotos sind eine Interpretation des damaligen Moments. Die Gef\u00fchle, die mit dem Spielzeug assoziiert wurden, kommen hoch. Das betonen auch die Titel der Bilder: \u201eSue\u00f1o\u201c (\u201eIch tr\u00e4ume\u201c oder \u201eTraum\u201c), \u201eNavego\u201c (\u201eIch segle\u201c), \u201eVuelo\u201c (\u201eIch fliege\u201c oder \u201eFlug\u201c) &#8211; oder \u201eMiedo\u201c (Angst).<\/p>\n<p>Es ist nicht irgendeine Kindheit, die hier erz\u00e4hlt wird, sondern eine, in der es besonders n\u00f6tig war, im Glanz der Weihnachtskugeln Trost zu finden. Es ist die Geschichte von jemandem, der w\u00e4hrend der Milit\u00e4rdiktatur Ende der 70er-Jahre in Argentinien Kind war, und der heute Worte und Bilder f\u00fcr die Angst sucht, die er damals in sich und um sich gesp\u00fcrt hat, f\u00fcr die er aber keine Worte hatte.<\/p>\n<p>Die poetische Sch\u00f6nheit der Bilder macht traurig und betroffen, denn sie zeigt die Zerbrechlichkeit von Kindern in Situationen, denen sie &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; nicht gewachsen sind.<br \/>\n<em>(Bis 6. M\u00e4rz im Saal 7 des Centro Cultural Recoleta, Jun\u00edn 1930.)<\/em><\/p>\n<p><em>Der Artikel erschien im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 19.2.2005.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Mauro L\u00f3pez\u2019 Fotoausstellung \u201eBrillos &#038; Silencios\u201c Von Susanne Franz Ein Blatt Papier, mehrfach gefaltet, wird zum Himmel-und-H\u00f6lle-Spiel. Kleine H\u00e4nde erforschen die komplexen M\u00f6glichkeiten des Gebildes, be-greifen es. Nehmen es auseinander, gl\u00e4tten liebevoll die zerknitterte Oberfl\u00e4che und basteln es wieder zusammen. 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