{"id":426,"date":"2006-06-05T19:58:52","date_gmt":"2006-06-05T22:58:52","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/06\/05\/cuerpo-y-materia\/"},"modified":"2012-09-03T14:03:37","modified_gmt":"2012-09-03T17:03:37","slug":"cuerpo-y-materia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/06\/05\/cuerpo-y-materia\/","title":{"rendered":"&#8220;Cuerpo y Materia&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Museumsreife Ausstellung \u00fcber argentinische Kunst 1976-1985<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<table align=right>\n<tr>\n<td align=center>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image427\" alt=junge.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/06\/junge.jpg\" \/><br \/>\n<em>Pablo Su\u00e1rez, &#8220;Lustrabotas&#8221;, 1981, 158 x 120 cm.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>In der <a href=\"http:\/\/www.clarin.com\/suplementos\/cultura\/2006\/06\/03\/u-01207467.htm\">Kultur-Zeitschrift \u00d1<\/a> vom vergangenen Samstag schreibt der Kunstkritiker Alberto Giudici, dass die Ausstellung \u201eCuerpo y Materia\u201d \u00fcber argentinische Kunst 1976-1985, mit der die neue Kunstgalerie der Stiftung OSDE am 18. April ihre Tore \u00f6ffnete, es wert sei, als st\u00e4ndige Sammlung eines Museums erhalten zu bleiben. Man kann ihm nur recht geben. Um so schlimmer, dass diese sehenswerte Exposition &#8211; gewiss die sehenswerteste dieses Jahres &#8211; nur noch bis Freitag, den 9. Juni, einschlie\u00dflich ge\u00f6ffnet ist. Man sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!<\/p>\n<p>Die Kuratorin Mar\u00eda Teresa Constantin hat in mehrfacher Hinsicht exzellente Arbeit geleistet: Auswahl der Werke, Montage der Ausstellung und ein ausf\u00fchrliches Vorwort im Katalog &#8211; dessen Erwerb f\u00fcr 35 Pesos sehr zu empfehlen ist! -, in dem sie die Kontinuit\u00e4t der Kunstproduktion in den Jahren der letzten Milit\u00e4rdiktatur (1976-1983) verst\u00e4ndlich macht:<!--more--> So erkl\u00e4rt sie, dass die K\u00fcnstler w\u00e4hrend jener &#8220;bleiernen Jahre&#8221; zwar entweder in die &#8220;innere Emigration&#8221; oder aber ins Exil getrieben worden seien, dass sie aber weitaus weniger Verfolgungen ausgesetzt waren als beispielsweise Intellektuelle aus Literatur- oder Theaterkreisen. Es gab M\u00f6glichkeiten, auszustellen, sich in K\u00fcnstlerwerkst\u00e4tten trotz Versammlungsverbots zu treffen und auszutauschen, und in der Kunstkritik bisweilen sogar mutige, anti-diktatorische T\u00f6ne.<\/p>\n<p>\u201eCuerpo y Materia\u201d findet zwar im Rahmen der Erinnerungsveranstaltungen zum 30. Jahrestag des Milit\u00e4rputsches statt, dreht sich aber im Gegensatz zu den anderen Ausstellungen nicht haupts\u00e4chlich um die Erinnerung. Die Exposition beleuchtet die Produktion, die in jenen Jahren stattfand, und in welcher Weise die Kunst die \u00e4u\u00dferen, brutalen Umst\u00e4nde in unterschiedlichster Weise reflektierte. Dabei dienen die Aspekte &#8220;Cuerpo&#8221; (K\u00f6rper &#8211; ob in seiner An- oder Abwesenheit) und &#8220;Materia&#8221; (Stofflichkeit) als Dreh- und Angelpunkt.<\/p>\n<p>Die fast herzzerrei\u00dfende Sch\u00f6nheit der Werke ist das hervorstechendste Merkmal der Ausstellung \u201eCuerpo y Materia\u201d, in der viele noch nie gezeigte Werke zu sehen sind, oftmals aus der Privatsammlung der K\u00fcnstler. (Mar\u00eda Teresa Constantin schreibt, viele seien einer Selbstzenzur unterworfen gewesen.) Gleich im Eingangsbereich sind die wahrscheinlich sch\u00f6nsten, ausdrucksvollsten Skulpturen von Juan Carlos Dist\u00e9fano ausgestellt, die man je gesehen hat. Eine davon, ein Frauenk\u00f6rper in F\u00f6talposition, mit angstvollem, nach oben gedrehtem Gesicht, steckte der K\u00fcnstler in seine Reisetasche, als er wegen des Verbots eines Buches seiner Frau, Griselda G\u00e1mbaro, das Land verlassen musste.<\/p>\n<p>Auch wer ohnehin Bewunderer Ana Eckells ist, ist tief beeindruckt von dem ungew\u00f6hnlichen, poetischen Werk &#8220;A sus plantas&#8221; (1976). Von der Z\u00e4rtlichkeit der Stilleben und Portr\u00e4ts eines Pablo Su\u00e1rez ist man ebenso tief bewegt wie von der nackten Gnadenlosigkeit der Gem\u00e4lde von Carlos Alonso.<\/p>\n<p>Jedem K\u00fcnstler ist ein abgeteilter Bereich zugeordnet, so dass jeder einzelne perfekt zur Geltung kommt. Bei der hervorragenden Montage der Ausstellung ging Jimena Ferreiro der Kuratorin Mar\u00eda Teresa Constantin zur Hand; Beto De Volder und Ignacio Valdez setzten ihre Vorgaben um.<\/p>\n<p>Auf die zwei Stockwerke des gro\u00dfen, &#8220;Imago&#8221; genannten Ausstellungssaals der Fundaci\u00f3n OSDE verteilt, sind Werke folgender K\u00fcnstler ausgestellt: Carlos Alonso, Jorge \u00c1lvaro, Fernando Bedoya, Alicia Carletti, Ernesto Deira, Juan Carlos Dist\u00e9fano, Diana Dowek, Ana Eckell, Ferm\u00edn Egu\u00eda, Le\u00f3n Ferrari, Carlos Filom\u00eda, Julio Flores, Norberto G\u00f3mez, Carlos Gorriarena, Alberto Heredia, Eduardo M\u00e9dici, Luis Felipe No\u00e9, Roberto P\u00e1ez, Ernesto Pesce, Duilio Pierri, Jorge Pietra, Felipe Pino, Jorge Pirozzi, Juan Pablo Renzi, Juan Carlos Romero, Marcia Schvartz, Oscar Smoje, Eduardo Stup\u00eda, Pablo Su\u00e1rez.<\/p>\n<p>Am 8. Juni um 18.30 Uhr findet ein letztes Rundtischgespr\u00e4ch im begleitenden Kulturprogramm statt: &#8220;Encuentro con la cr\u00edtica: Hugo Morales y Elba P\u00e9rez&#8221;. Moderatorin ist Mar\u00eda Teresa Constantin.<\/p>\n<p><em>\u201eCuerpo y Materia\u201d, argentinische Kunst 1976-1985. Kuratorin: Mar\u00eda Teresa Constantin. Imago (Galerie der Fundaci\u00f3n OSDE), Suipacha 658\/664. Di-Fr 12-20, Sa und So 11-18 Uhr. 18.4.-9.6. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Museumsreife Ausstellung \u00fcber argentinische Kunst 1976-1985 Von Susanne Franz Pablo Su\u00e1rez, &#8220;Lustrabotas&#8221;, 1981, 158 x 120 cm. In der Kultur-Zeitschrift \u00d1 vom vergangenen Samstag schreibt der Kunstkritiker Alberto Giudici, dass die Ausstellung \u201eCuerpo y Materia\u201d \u00fcber argentinische Kunst 1976-1985, mit der die neue Kunstgalerie der Stiftung OSDE am 18. 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