{"id":46,"date":"2005-02-21T22:28:25","date_gmt":"2005-02-22T01:28:25","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/02\/21\/first-view\/"},"modified":"2006-08-12T23:37:19","modified_gmt":"2006-08-13T02:37:19","slug":"first-view","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/02\/21\/first-view\/","title":{"rendered":"Auf den ersten Blick (2004)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2005\/02\/21\/a-primera-vista\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Projekt \u201eFirst View\u201c im Kulturdialog Berlin-Buenos Aires<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/memoria2.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Tanz der Ampelm\u00e4nnchen: \u201eRot Eins\u201c von Cristina Piffer und Gabriel Valansi im Berliner Stadtteil Lichtenberg.<\/em><\/p>\n<p>Mit seinem zugrundeliegenden Prinzip des Austauschs hat das Unternehmen \u201eFirst View &#8211; Interventionen im \u00f6ffentlichen Stadtraum von Berlin und Buenos Aires\u201c die Verwirklichung des  Gegenseitigkeitsgedankens im Metropolenprojekt vielleicht am radikalsten von allen umgesetzt.<\/p>\n<p>Waren die meisten Ausstellungen, Konzerte oder Filmveranstaltungen eher gegenseitige Besuche, um sich einander mit seiner Kultur und Lebensweise vorzustellen, haben bei \u201eFirst View\u201c deutsche und argentinische K\u00fcnstler gemeinsam in beiden St\u00e4dten Ideen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr tempor\u00e4re, das Stadtbild ver\u00e4ndernde Kunstaktionen erarbeitet und umgesetzt. Dabei war die Sensibilit\u00e4t der Beteiligten stark gefragt und beansprucht, denn ausgehend von einem \u201eersten Eindruck\u201c in einer fremden Stadt, einer fremden Kultur, Kreatives, Originelles und Profundes zu erschaffen, kann man nur als gro\u00dfe Herausforderung betrachten.<\/p>\n<p>Was die drei argentinischen K\u00fcnstler Gustavo Romano, Cristina Piffer und Gabriel Valansi und ihre deutschen K\u00fcnstlerkollegen Seraphina Lenz, Ilse Deberle und Roland Boden im August\/September in Berlin auf die Beine gestellt haben, wirkt erstaunlich rund und durchdacht und hat doch den besonderen Reiz der Spontanit\u00e4t.<!--more--> Eine Dokumentation von \u201eFirst View, Teil 1: Berlin\u201c kann man seit Ende September 2004 im Centro Cultural Recoleta sehen.<\/p>\n<p>In den K\u00fcnstlerwohnungen des CCR ist momentan auch die f\u00fcnfk\u00f6pfige<br \/>\ndeutsche \u201eFirst View\u201c- Delegation untergebracht: die drei genannten K\u00fcnstler und Birgit Schumacher und Uwe Jonas. Beide waren in Deutschland nicht nur &#8211; von den Argentiniern hoch gelobte &#8211; Kuratoren und Produzenten des Projekts, sondern haben es auch erdacht. \u201eDer erste Impuls ging vom Iberoamerikanischen Institut und Dr. Dorothea Kolland vom Kulturamt Neuk\u00f6lln aus\u201c, erkl\u00e4rt Birgit Schumacher. Neuk\u00f6lln bildet gemeinsam mit Lichtenberg und Treptow-K\u00f6penick die drei miteinander kooperierenden Bezirke in Berlin, in denen die \u201eFirst View\u201c-Projekte durchgef\u00fchrt wurden. \u201eVor etwa einem Jahr trug Frau Kolland dann die Idee an uns heran, im Rahmen des Metropolenprojekts Berlin-Buenos Aires ein Austausch-Projekt zu konzipieren.\u201c So entstand \u201eFirst View\u201c, ein ganz neuartiges \u201eExperiment\u201c, wie es Uwe Jonas nennt.<\/p>\n<p>Mit Phase 1 sind alle Beteiligten sehr zufrieden, und alle sind mit Enthusiasmus dabei, ihre Interventionen in Buenos Aires zu erdenken und ihre Umsetzung in die Wege zu leiten. Ab Mitte Oktober 2004. wird man \u201eFirst View Teil 2\u201c in Buenos Aires erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dabei werden auch Birgit Schumacher und Uwe Jonas diesmal als K\u00fcnstler in Aktion treten, da hier die Produktion von der Stadt Buenos Aires organisiert wird. Sie haben vor, auf der Stra\u00dfe Thames in Palermo Viejo eine Boutique zu mieten und im typischen \u201eobercoolen\u201c Stil des Hip-Viertels einzurichten &#8211; doch die Sache hat einen Haken.<\/p>\n<p>Seraphina Lenz, die in Berlin ein kleines, vernachl\u00e4ssigtes St\u00fcck Spree-Ufer \u201eneu gestaltet\u201c und erobert hat, will auf der Plaza San Mart\u00edn und vielleicht anderen Pl\u00e4tzen der Stadt kleine Plastikgegenst\u00e4nde liegenlassen und ihre Mitnahme dokumentieren; sie m\u00f6chte auch eine Zeitschrift herausgeben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/ufer3.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Seraphina Lenz&#8217; Uferwelt.<\/em><\/p>\n<p>Ilse Deberle hat in Berlin mit Spreewasser gearbeitet und wollte zun\u00e4chst auch in Buenos Aires das Wasser zum Thema machen. Dann verschob sich ihr Interesse jedoch in eine ganz andere Richtung. Sie befindet sich ganz in der Planungsphase und wollte noch nichts Genaueres verraten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/dusche3.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>&#8220;Im \u00f6ffentlichen Raum wird die Dusche zur Metapher, und bef\u00f6rdert sie Wasser aus dem Fluss genau dorthin zur\u00fcck, stimmt da was nicht.&#8221; Ilse Deberles Installation &#8220;Buenas Aguas&#8221; in Lichtenberg.<\/em><\/p>\n<p>Roland Boden wird mit Aufklebern arbeiten, die auf der Stra\u00dfe verteilt werden und einige ungew\u00f6hnliche Anweisungen enthalten werden.<\/p>\n<p>Der Argentinier Gabriel Valansi hat in Berlin mit Cristina Piffer gemeinsam zwei Projekte durchgef\u00fchrt: Sie projizierten zum einen eine Abfolge von Bildern, auf denen sie \u201eehemalige Ikonen des Ostens\u201c (Valansi) festgehalten hatten, an die Wand einer Unterf\u00fchrung am Spree-Ufer; durch die Spiegelung im n\u00e4chtlichen Wasser wurde eine zus\u00e4tzliche entr\u00fcckte Qualit\u00e4t erreicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/bruecke2.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Spiegelungen der Erinnerung: \u201eRot Zwei\u201c von Cristina Piffer und Gabriel Valansi im Berliner Stadtteil Treptow-K\u00f6penick.<\/em><\/p>\n<p>Zum anderen schufen sie eine Installation mit Ampelm\u00e4nnchen aus dem ehemaligen Ostteil der Stadt, die sie aus rotem reflektierendem Material herstellten und auf dem See anbrachten. \u201eDie sind dann so nach und nach versunken &#8211; auch ziemlich symbolisch! &#8211; oder von den Leuten, die vorbeiruderten, gestohlen worden\u201c, sagt Valansi mit einem L\u00e4cheln in der Stimme. Das sei ja auch der Sinn einer solchen, fl\u00fcchtigen Kunst. Er wird auch jetzt wieder mit Piffer zusammenarbeiten, wobei mehrere Ideen zur Auswahl stehen. Nur der Ort ist schon klar: der Deutsche Brunnen auf der Plaza Alemania.<\/p>\n<p>Zeit ist Geld!, hat sich der ideenreiche <a href=\"http:\/\/www.gustavoromano.com.ar\/postkoelln\/muestra.html\">Gustavo Romano<\/a> in Berlin gedacht, und will nun die U-Bahn-Fahrer in Buenos Aires in \u00e4hnlich skurrile Situationen bringen wie die Passanten in der deutschen Hauptstadt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/money2.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Scheine mit Zeit- statt Geldeinheiten bekamen die erstaunten Passanten in Neuk\u00f6lln am von Gustavo Romano konzipierten Stand angeboten.<\/em><\/p>\n<p>\u201eFirst View\u201c m\u00f6chte mit seinen Projekten eben das erreichen: dass ein zuf\u00e4llig vor\u00fcbergehender Mensch f\u00fcr einen Augenblick seine Umwelt auf andere Weise wahrnimmt. Liebe auf den ersten Blick? Auf jeden Fall.<\/p>\n<p><em>Der Artikel erschien am 9.10.2004 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Das Projekt \u201eFirst View\u201c im Kulturdialog Berlin-Buenos Aires Von Susanne Franz Tanz der Ampelm\u00e4nnchen: \u201eRot Eins\u201c von Cristina Piffer und Gabriel Valansi im Berliner Stadtteil Lichtenberg. 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