{"id":4707,"date":"2010-07-20T23:38:57","date_gmt":"2010-07-21T02:38:57","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=4707"},"modified":"2016-10-15T15:44:34","modified_gmt":"2016-10-15T18:44:34","slug":"ein-vorbewusster-welt-raum-1996","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/20\/ein-vorbewusster-welt-raum-1996\/","title":{"rendered":"Ein vorbewusster Welt-Raum (1996)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/20\/un-universo-pre-consciente-1996\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Gabriel Salom\u00f3n stellt seine j\u00fcngsten Gem\u00e4lde in der Galerie Ruth Benzacar aus<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong> <\/p>\n<p>Schwarz-Schwarzmalerei betreibt Gabriel Salom\u00f3n, der seine neueste Produktion 1995\/1996 in der Galerie Ruth Benzacar vorstellt. Hier gibt es keine Aufteilung in Klischees, Schwarz-Wei\u00df, gut-b\u00f6se, Nicht einmal Farben. Keine Geschichte, die mit &#8220;Es war einmal&#8221; beginnt und mit &#8220;Und wenn sie nicht gestorben sind&#8221; endet. Unser gewohntes Weltbild, unsere Bequemlichkeit wird in Frage gestellt durch die ruhige Eint\u00f6nigkeit des schwarzen Universums eines K\u00fcnstlers: seines Welt-Raums, in dem<br \/>\nSchwerelosigkeit, Stille und Unendlichkeit herrschen. Der Mensch wird zum verlorenen Astronauten in diesem Raum, zu einem, der nicht zu seinem Schiff zur\u00fcckgefunden hat. Der sich, fast unmerklich, langsam, von allem Bekannten entfemt.<\/p>\n<p>Was macht der Mensch ohne gewohnte Muster, auf die das Gehirn blitzschnell zur\u00fcckgreifen kann? Um sich in seiner Welt zurechtzufinden, ohne dass er das Bewusstsein auch nur einschalten muss, greift er zur\u00fcck auf Raster, auf Klischees. Was aber geschieht, wenn das Gehim nichts wiedererkennt, wenn nichts zum Einhaken vorhanden ist? L\u00e4uft dann die Maschine Bewusstsein an, befiehlt dem<br \/>\nangrenzenden K\u00f6rper, in Panik auszubrechen? Und wenn es f\u00fcr die Panik schon zu sp\u00e4t ist?<\/p>\n<p>Gabriel Salom\u00f3ns Werke, Schwarz in Schwarz, mit Rissen, um die Blau und etwas Wei\u00df schimmern kann, mit gl\u00e4nzenden Brillantine-Punkten, die wie Steme aufblitzen, setzen Erkennungsmuster au\u00dfer Kraft und setzen dann sofort die ganze Kraft der \u00c4sthetik dagegen ein, dass im Betrachter auch nur im entfemtesten Angst ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Eine Gratwanderung, um dem Rezipienten in einem Raum, in dem die Naturgesetze, die den Menschen normalerweise zusammenhalten, au\u00dfer Kraft gesetzt sind, ein k\u00fcnstlerisches Erlebnis au\u00dferhalb der Regeln, ohne Paradigmen zu erm\u00f6glichen. So kann er an dunklen Fenstern vorbei &#8220;schweben&#8221;, nur aus den Augenwinkeln wahrnehmen, Vision\/Gef\u00fchl verschmelzen lassen.<\/p>\n<p>Dem K\u00fcnstler Gabriel Salom\u00f3n ist ein waghalsiges Experiment gegl\u00fcckt. In Strenge, in Farblosigkeit, in dunkler Wiederholung verbirgt er die \u00dcberraschung, das Ur-Erlebnis der Wahrnehmung, die r\u00fcckhaltlose Vor-Erkenntnis.<\/p>\n<p>Die namenlosen Gem\u00e4lde der letzten zwei Jahre stehen im abrupten Gegensatz zu der Produktion des K\u00fcnstlers vor diesem Zeitpunkt, als er K\u00e4sten mit plastischen Elementen und Gem\u00e4lde-Fetzen gestaltete, mit denen er in einer Art Puzzle seine Lebens-Einstellung variierte. &#8220;F\u00fcr mich ist die Kunst dem Leben \u00e4hnlich&#8221;, schreibt Gabriel Salom\u00f3n in einem Katalog anl\u00e4sslich einer Ausstellung 1992. &#8220;Wir leben, indem wir st\u00e4ndig Sachen zusammensetzen, wir nehmen \u00dcberbleibsel und Dinge, die zu unserer Vergangenheit geh\u00f6ren, in unsere Gegenwart auf.&#8221;<\/p>\n<p>Jetzt, 1996, ist eine neue Dimension hinzugekommen: die Zukunft. Zeit als Kontinuum zu erleben oder erlebbar zu machen ist pl\u00f6tzlich nicht mehr nur Privileg der G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Noch bis zum 21. September ist die Ausstellung in der Galerie Ruth Benzacar, Florida 1000, zu besuchen.<\/p>\n<p>Anfang 1997 werden die Bilder nach Deutschland gehen, wo Gabriel Salom\u00f3n seit Jahren ausstellt (Berlin, Hamburg, Stade) und mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen wird.<\/p>\n<p><em>Erschienen im \u201cArgentinischen Tageblatt\u201d vom 7.9.1996.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Gabriel Salom\u00f3n stellt seine j\u00fcngsten Gem\u00e4lde in der Galerie Ruth Benzacar aus Von Susanne Franz Schwarz-Schwarzmalerei betreibt Gabriel Salom\u00f3n, der seine neueste Produktion 1995\/1996 in der Galerie Ruth Benzacar vorstellt. Hier gibt es keine Aufteilung in Klischees, Schwarz-Wei\u00df, gut-b\u00f6se, Nicht einmal Farben. 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