{"id":4727,"date":"2010-07-20T23:05:09","date_gmt":"2010-07-21T02:05:09","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=4727"},"modified":"2010-11-20T15:06:55","modified_gmt":"2010-11-20T18:06:55","slug":"uberlegungen-bezuglich-des-landlebens-1995","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/20\/uberlegungen-bezuglich-des-landlebens-1995\/","title":{"rendered":"\u00dcberlegungen bez\u00fcglich des Landlebens (1995)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/07\/20\/el-campo-en-la-mira-1995\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Erste Einzelausstellung der Bildhauerin Cristina Tomsig bei Atica<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/tomsig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/tomsig.jpg\" alt=\"\" title=\"tomsig\" width=\"250\" height=\"189\" class=\"alignleft size-full wp-image-4792\" \/><\/a>Wie stellen wir uns &#8211; als Stadtmenschen &#8211; das Landleben vor? Welche Konzepte und welches Vorstellungsverm\u00f6gen haben wir, um uns ein Bild vom &#8220;Land&#8221; zu machen? In den Kopf kommen: eine vage Sehnsucht nach der Natur, nach dem, was die Stadt eben nicht ist, nach Ruhe, Gesundheit, &#8220;wahrem Leben&#8221; &#8211; ganz sicher nicht nach arbeitsreichem Ernte-Einbringen, sorgenvollem Warten auf den ausbleibenden Regen, strengen Ger\u00fcchen &#8230; Dreck, Erde, nat\u00fcrlichem Werden und Vergehen.<\/p>\n<p>Eine naive Vorstellung vom Landleben, die der reine St\u00e4dter, der &#8220;Zivilisationsmensch&#8221; hat, zeigt Cristina Tomsig anhand gelungener, zynisch-humorvoller Skulpturen in ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Atica (seit 13.11., noch bis zum 9.12.). Die talentierte Bildhauerin begann im vergangenen Jahr, mit dem Konzept &#8220;Land&#8221; zu arbeiten und schuf Relief-Bilder sowie Skulpturen aus Glaserkitt und Hipoxy-Kunststoff, von denen in dieser gekonnt pr\u00e4sentierten Ausstellung drei Werke zu sehen sind. Noch bildet sie in gewisser Weise Natur nach, den weichen Formen ihrer Reliefs k\u00f6nnte man mit den H\u00e4nden folgen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Werke aus diesem Jahr f\u00fchren hingegen den begonnenen Gedanken der Abbildung von &#8220;Natur&#8221; als &#8220;Un-Natur&#8221; konsequent fort: Hochpoliertes Eisen, k\u00fcnstlicher Rasen und andere reine Plastik-Produkte schaffen eine Distanz zum Werk &#8211; man versp\u00fcrt nicht mehr das Bed\u00fcrfnis, es anzufassen &#8211; und dr\u00fccken jetzt Tomsigs Idee von der &#8220;Illusion vom Land&#8221; deutlich aus. Die Skulpturen, saubere, gl\u00e4nzende Maschinen, unverg\u00e4nglich immergr\u00fcner Rasen, fleckenloses, ewig gleiches Gr\u00fcn, stellen Konsum-Visionen von der Natur dar. Die Reliefs sind wie riesige Werbe-Plakatschilder, die in der Stadt, mitten im &#8220;Verbraucherparadies&#8221;, f\u00fcr &#8220;das Landleben&#8221; werben, aber die die kl\u00e4gliche Sprache des Konsums selbst sprechen.<\/p>\n<p>Tomsig beweist unter anderem hier ihren Humor, indem sie das Konzept vom Werbeschild, das inmitten der Natur f\u00fcr Konsumg\u00fcter wirbt, umdreht. Dabei ist die K\u00fcnstlerin weder polemisch aufkl\u00e4rerisch beseelt, noch treibt sie eine besondere \u00f6kologische Mission: Sie kommentiert eher lapidar Tatsachen, pr\u00e4sentiert &#8220;Warnsignale&#8221;, und ist dabei einerseits n\u00fcchtern und scharf beobachtend, andererseits arbeitet sie mit einem t\u00fcchtigen Schuss Ironie, die hin und wieder leicht ins Zynische geht. Kein Wunder bei dem Thema. Man kann gespannt sein, wie diese K\u00fcnstlerin andere Themen des &#8220;modernen Lebens&#8221; in Zukunft angehen wird.<\/p>\n<p>Cristina Tomsigs Ausstellung sei w\u00e4rmstens empfohlen: Nicht oft bekommt man eine originelle und zugleich direkt ansprechende Exposition von Skulpturen in dieser Qualit\u00e4t zu sehen. In der Galerie Atica, Libertad 1240, P.B.<\/p>\n<p><em>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 25.11.95.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Erste Einzelausstellung der Bildhauerin Cristina Tomsig bei Atica Von Susanne Franz Wie stellen wir uns &#8211; als Stadtmenschen &#8211; das Landleben vor? Welche Konzepte und welches Vorstellungsverm\u00f6gen haben wir, um uns ein Bild vom &#8220;Land&#8221; zu machen? 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