{"id":531,"date":"2006-07-19T08:47:24","date_gmt":"2006-07-19T11:47:24","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/07\/15\/marke-perez-celis\/"},"modified":"2010-11-07T18:55:46","modified_gmt":"2010-11-07T21:55:46","slug":"marke-perez-celis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/07\/19\/marke-perez-celis\/","title":{"rendered":"Marke P\u00e9rez Celis (2000)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein popul\u00e4rer argentinischer K\u00fcnstler verbindet Markt und Tr\u00e4nendr\u00fcsen<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image532\" alt=celis.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/celis.jpg\" \/><br \/>\n<em>&#8220;Xentenario&#8221;, 173 x 198 cm, zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um<br \/>\ndes Fu\u00dfballclubs Boca Juniors 2005.<\/em><\/div>\n<p>Der Mann versteht sich zu verkaufen. F\u00fcr einen K\u00fcnstler ist P\u00e9rez Celis in Argentinien sehr bekannt und wird allgemein gesch\u00e4tzt &#8211; vielleicht kennt man sein Werk nicht, seinen Namen aber bestimmt. Als leidenschaftlicher Boca-Fan gestaltete er ein Poster seiner Lieblings-Fu\u00dfballmannschaft, das bringt ja mindestens schon einmal die H\u00e4lfte (plus einen) der Argentinier auf seine Seite. Im letzten Jahr gestaltete er das Programmheft und die Plakate des erfolgreichen Internationalen Theaterfestivals von Buenos Aires. F\u00fcr verschiedene Universit\u00e4ten der Provinz Buenos Aires hat der K\u00fcnstler monumentale Wandmalereien geschaffen, was ihn in den Blickpunkt der Studierenden r\u00fcckt und als einen dastehen l\u00e4sst, der um Dinge wie Erziehung und Jugend bem\u00fcht ist. Seine Malerei ist eing\u00e4ngig und &#8211; wie seine Person &#8211; popul\u00e4r.<\/p>\n<p>Vielleicht appelliert der Mann im Rahmen seiner j\u00fcngsten Ausstellung (im sch\u00f6nen Palais de Glace) nun aber doch zu massiv an die Gef\u00fchle des breiten Publikums.<!--more--> &#8220;Tributo&#8221; nennt er seine Exposition &#8211; und wen ehrt er? Seine Mutter und seine beiden verstorbenen Ehefrauen, die drei Frauen in seinem Leben, die das Genie so sehr unterst\u00fctzt haben&#8230; Welch hehre Geste, welch Pathos. Was w\u00e4re er gewesen ohne diese Frauen, scheint er dem Publikum mitteilen zu wollen, ohne seine Musen, denen er nicht zuletzt seine Kreativit\u00e4t zu verdanken hat? Die Tr\u00e4nendr\u00fcsen werden angestrengt. Der ger\u00fchrte Ausstellungsbesucher kann doch jetzt nicht einfach gehen, ohne am Eingang eine P\u00e9rez-Celis-Schirmm\u00fctze gekauft zu haben, oder &#8211; noch besser &#8211; ein P\u00e9rez-Celis-T-Shirt, einen P\u00e9rez-Celis-Kugelschreiber oder eine der billigen Reproduktionen seiner Werke, wo doch P\u00e9rez-Celis-Originale nicht gerade erschwinglich sind!<\/p>\n<p>Eine r\u00fchrende Hommage-Ausstellung, verbunden mit k\u00fchl kalkulierter Marktstrategie &#8211; irgend etwas passt hier nicht zusammen. Vielleicht hat sich P\u00e9rez Celis diesmal zu gut verkauft: Seine K\u00fcnstlerexistenz droht zu einem Markennamen zu verkommen.<\/p>\n<p>Die neuesten monumentalen Gem\u00e4lde, die im Hauptraum des Palais de Glace zu sehen sind, reichen nicht an die Qualit\u00e4t der Werke aus den fr\u00fcheren Jahren P\u00e9rez Celis&#8217; heran. In den Nebenr\u00e4umen des Saales ist die Geschichte des popul\u00e4ren Argentiniers aber sehr sch\u00f6n und anhand von wertvollen Bildern dokumentiert. Der Besucher geht also doch einigerma\u00dfen zufrieden nach Hause, nat\u00fcrlich nicht, ohne vorher in der P\u00e9rez-Celis-Bar einen Kaffee getrunken zu haben. Immerhin geht ein Prozentsatz der auf der Ausstellung eingenommenen Gelder an das Kinderhospital Garrahan&#8230;<\/p>\n<p><em>Dieser Kommentar erschien im Jahr 2000 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein popul\u00e4rer argentinischer K\u00fcnstler verbindet Markt und Tr\u00e4nendr\u00fcsen Von Susanne Franz &#8220;Xentenario&#8221;, 173 x 198 cm, zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Fu\u00dfballclubs Boca Juniors 2005. Der Mann versteht sich zu verkaufen. 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