{"id":533,"date":"2010-08-17T09:33:51","date_gmt":"2010-08-17T12:33:51","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/07\/16\/am-anfang-war-der-strich\/"},"modified":"2010-11-20T15:19:14","modified_gmt":"2010-11-20T18:19:14","slug":"am-anfang-war-der-strich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/08\/17\/am-anfang-war-der-strich\/","title":{"rendered":"Am Anfang war der Strich (2003)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/08\/17\/al-principio-era-la-linea-2003\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Mart\u00edn Kovensky in der Galerie &#8220;180\u00b0 Arte Contempor\u00e1neo&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image534\" alt=MAR1.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/MAR1.jpg\" align=left hspace=5\/>Zuerst ist man ja doch \u00fcberrascht. In der mit einer Ausstellung des renommierten Foto- und Videok\u00fcnstlers Carlos Trilnick neu er\u00f6ffneten Kunstgalerie &#8220;180\u00b0 Arte Contempor\u00e1neo&#8221; in der Pizzeria Filo, die jetzt unter der Leitung von Pelusa Borthwick und Eduardo Miretti steht, sollen die neuesten Tendenzen der modernen Kunst gezeigt werden. Die momentan zu sehende zweite Exposition tr\u00e4gt den Titel &#8220;Mart\u00edn Kovensky, Mirada n\u00f3made &#8211; Zeichnungen&#8221;. Zeichnungen? Man betritt neugierig den Raum, die Ausstellung, denn man &#8220;kennt&#8221; ja diesen Mart\u00edn Kovensky: Er arbeitet seit sechs Jahren als Illustrator bei der Tageszeitung &#8220;La Naci\u00f3n&#8221;.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sieht man einen geb\u00fcndelten Stapel &#8220;Nationen&#8221; von der Decke h\u00e4ngen. Dort baumelt das Presseprodukt, l\u00e4ngst nicht mehr aktuell, denn bekanntlich gibt es nichts, was \u00e4lter w\u00e4re als die Zeitung von gestern. Das kann man auf Mart\u00edn Kovenskys k\u00fcnstlerische Arbeit f\u00fcr die Zeitung \u00fcbertragen: Obwohl sein Werk hier an ein breites Publikum gelangt, gibt es doch nichts, was so fl\u00fcchtig w\u00e4re wie diese Art des Materials. Das hei\u00dft, kaum etwas. &#8220;Das Fl\u00fcchtige ist symptomatisch f\u00fcr die heutige Zeit&#8221;, sagt Mart\u00edn Kovensky, danach befragt, warum er eines seiner Werke direkt auf die Wand gemalt hat. Nach Ende der Ausstellung wird es \u00fcberpinselt. Der Gedanke gef\u00e4llt ihm.<!--more--><\/p>\n<p>Je intensiver man sich in der Ausstellung umschaut, um so st\u00e4rker werden einem zwei Dinge bewusst:<!--more--> Hier werden tats\u00e4chlich die allerneuesten k\u00fcnstlerischen Techniken gezeigt: Installationen; Fotocollagen hinter Acryl; am Computer entworfene geplottete Bilder, die mit einer UV-Filtermethode auf gro\u00dfformatige Aluminiumplatten aufgezogen werden (Mart\u00edn nennt sie &#8220;grabados contempor\u00e1neos&#8221;, zeitgen\u00f6ssische Graphiken) &#8211; und doch basieren sie alle auf einem: der Zeichnung. Zweitens: Wir haben es hier mit einem K\u00fcnstler zu tun, dem man nicht alle Tage begegnet.<\/p>\n<p>Der 1958 geborene Kovensky hat urspr\u00fcnglich Malerei studiert. Schon bald begann er, Techniken und Medien zu vermischen, Massenmedien zu benutzen und sie zugleich mit subtilem Humor zu kritisieren. Was n\u00fctzt verteufeln? Sie beherrschen l\u00e4ngst unser Leben. Dagegen, daneben, dar\u00fcber stellt Mart\u00edn Kovensky seinen Blick auf die Dinge, seine eigene \u00c4sthetik. Die immer wieder mit dem gezeichneten Strich ausgedr\u00fcckte Quintessenz seiner Gef\u00fchle und Gedanken.<\/p>\n<p>Er ist immer mit Heften unterwegs, die er wie ein zeichnerisches Tagebuch f\u00fchrt (einige sind in der Ausstellung zu sehen und stehen sogar zum Verkauf). &#8220;Mit der Zeichnung antworte ich direkt auf meine Umgebung&#8221;, sagt Mart\u00edn. Es sei die unmittelbarste Art des Ausdrucks. Die Hefte des Krisenjahres 2002 seien in dieser Hinsicht besonders interessant: Er habe direkt auf die Verarmung, die Verschmutzung der Umgebung reagiert, auch die steigende Gewalt spiegele sich direkt in den Heften wider.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image535\" alt=MAR2.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/MAR2.jpg\" align=right hspace=5 \/>\u00dcber das Jahr 2002 hat Martin Kovensky ein Buch herausgegeben, &#8220;Limbo &#8211; Argentina 2002, un relato en im\u00e1genes&#8221;. Es ist ebenfalls in der Ausstellung erh\u00e4ltlich, und man kann es nur jedem empfehlen, der das Jahr 2002 hier erlebt hat oder versucht, interessierten Personen mitzuteilen, wie es war. Ein weiteres Buch aus dem Jahr 1998, &#8220;Kovensky 4.0&#8221;, gibt einen interessanten \u00dcberblick \u00fcber sein k\u00fcnstlerisches Werk.<\/p>\n<p>Jetzt hatte er einmal wieder Lust auf eine Ausstellung, eine &#8220;reduziertere Art&#8221;, seine Kunst zu zeigen. Es kommen weniger Leute, oder sie betreten den Raum und bleiben nicht lange. Das ist schade. Denn, vielschichtig wie vieles bei Kovensky, ist sie zugleich sehr pers\u00f6nlich und sehr k\u00fchl, zugleich auf der Gef\u00fchlsebene verst\u00e4ndlich und intellektuell.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 18.10.2003 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Mart\u00edn Kovensky in der Galerie &#8220;180\u00b0 Arte Contempor\u00e1neo&#8221; Von Susanne Franz Zuerst ist man ja doch \u00fcberrascht. 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