{"id":536,"date":"2006-07-17T08:07:50","date_gmt":"2006-07-17T11:07:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/07\/17\/banane-mit-symbolstatus\/"},"modified":"2010-11-07T18:56:06","modified_gmt":"2010-11-07T21:56:06","slug":"banane-mit-symbolstatus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/07\/17\/banane-mit-symbolstatus\/","title":{"rendered":"Banane mit Symbolstatus (2001)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die ecuatorianische K\u00fcnstlerin Roc\u00edo Pl\u00faas in der OEA<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image537\" alt=banane.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/banane.jpg\" align=left hspace=5\/>Nachdem sie viele Jahre im Ausland, in den unterschiedlichsten Kulturkreisen gelebt hat &#8211; in Singapur, Deutschland, Frankreich und jetzt in Argentinien &#8211; versp\u00fcrt <a href=\"http:\/\/www.rociopluas.gyearte.net\/\">Roc\u00edo Pl\u00faas<\/a> immer st\u00e4rker das Bed\u00fcrfnis, zu ihren Wurzeln zur\u00fcckzukehren, ihre Identit\u00e4t \u00fcber die pers\u00f6nlichen Erlebnisse zu definieren, die sie in ihrer Kindheit in Ecuador gepr\u00e4gt haben. Dabei verf\u00e4llt sie jedoch keineswegs in eine regressive, unbestimmte Sehnsucht, sondern betrachtet mit einem ironisch-kritischen Auge die schwierige Situation, in der sich ihr Land heute befindet, und sie nimmt soziale Missst\u00e4nde ebenso aufs Korn, wie sie um den schleichenden Verlust der Traditionen einer uralten, reichen Kultur trauert, die ebenso wie der Rest des Kontinents zur US-amerikanisch gepr\u00e4gten Coca Cola- und Hamburger-Unkultur verkommt.<\/p>\n<p>Dass sie im Heute ruht, beweist der Aufbau ihrer sehr sehenswerten Ausstellung in der OEA: Im Eingang befinden sich die j\u00fcngsten Werke, die die Banane zum Thema haben, in allen denkbaren Varianten, wobei Roc\u00edo mit dem Klischee arbeitet, dass es in Ecuador nichts als Bananen gibt. Mit viel Humor werden diese Vorstellungen karikiert. Ein Werk mit einer Bananenschale hei\u00dft &#8220;Vorsicht&#8221;, es gibt abstrakte Bananen, blaue Pop-Art-Bananen oder &#8220;United Colors of Ecuador&#8221;-Bananen. In zwei Werken schiebt sich ein Bananenba\u00fcm auch plastisch vor die Stadt und in die Stadt &#8211; das Leben der Menschen &#8211; hinein, Arbeiter auf einer Bananenplantage zeigen, dass die Banane kostbare Lebensgrundlage auch der einfachen Menschen sein sollte und nicht Konsumgut in den H\u00e4nden einiger weniger Gro\u00dfgrundbesitzer.<!--more--><\/p>\n<p>Im oberen Stockwerk des Ausstellungsbereichs geht man weiter in die Vergangenheit zur\u00fcck &#8211; hier h\u00e4ngen einige wundersch\u00f6ne Bilder mit pr\u00e4kolumbischen Motiven, und auch Szenen mit Kindern, die in der Stadt spielen: ein Aufarbeiten der eigenen Kindheit in ergreifender Klarheit und Ausdruckskraft.<\/p>\n<p>Roc\u00edos Bilder sind voller warmer Farben und strahlen im Licht des Sonnenlandes Ecuador, was ihnen eine unverwechselbare Qualit\u00e4t verleiht. Die K\u00fcnstlerin arbeitet mit Erdt\u00f6nen, Sand, Gips, Quarz, experimentiert mit den verschiedensten Techniken, tr\u00e4gt viele Schichten auf, kratzt, holt Tiefliegendes an die Oberfl\u00e4che, l\u00e4sst Untergr\u00fcndiges durchscheinen. Immer arbeitet sie absolut frei, ohne Skizzen, aus ihrer Erinnerung heraus.<\/p>\n<p>Und die bewegt sich im Moment um ihr Land, f\u00fcr das die Banane als Symbol und auch als politisches Element steht &#8211; denn sie war schon da, bevor sie zum Sinnbild der globalisierten, konsumbesessenen Welt geworden ist.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 31.03.2001 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ecuatorianische K\u00fcnstlerin Roc\u00edo Pl\u00faas in der OEA Von Susanne Franz Nachdem sie viele Jahre im Ausland, in den unterschiedlichsten Kulturkreisen gelebt hat &#8211; in Singapur, Deutschland, Frankreich und jetzt in Argentinien &#8211; versp\u00fcrt Roc\u00edo Pl\u00faas immer st\u00e4rker das Bed\u00fcrfnis, zu ihren Wurzeln zur\u00fcckzukehren, ihre Identit\u00e4t \u00fcber die pers\u00f6nlichen Erlebnisse zu definieren, die sie in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,2],"tags":[],"class_list":["post-536","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-zeitmaschine-la-maquina-del-tiempo","category-kunstler-artistas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=536"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/536\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4638,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/536\/revisions\/4638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}