{"id":5768,"date":"2010-12-04T10:00:08","date_gmt":"2010-12-04T13:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=5768"},"modified":"2010-12-04T14:15:09","modified_gmt":"2010-12-04T17:15:09","slug":"aller-guten-dinge-sind-drei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2010\/12\/04\/aller-guten-dinge-sind-drei\/","title":{"rendered":"Aller guten Dinge sind drei"},"content":{"rendered":"<p><strong>3. Biennale am Ende der Welt 2011 mit Consuelo C\u00edscar als Kuratorin<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/conferencia11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/conferencia11.jpg\" alt=\"\" title=\"conferencia11\" width=\"250\" height=\"155\" class=\"alignleft size-full wp-image-5769\" \/><\/a>Am Montag wurde kurzfristig zu einer Pressekonferenz am Folgetag in der Casa del Bicentenario eingeladen, und es kamen erstaunlich viele Journalisten, denn es sollte etwas Wichtiges verk\u00fcndet werden: Consuelo C\u00edscar Casab\u00e1n, die Direktorin des IVAM (Instituto Valenciano de Arte Moderno), die von der UNO als eine der 10 bedeutendsten Frauen weltweit im Kulturbetrieb ausgezeichnet wurde, ist die neue Chefkuratorin der 3. &#8220;Bienal del Fin del Mundo&#8221;, die im August\/September 2011 in Ushuaia stattfinden soll.<\/p>\n<p>Die nicht nur sehr m\u00e4chtige, sondern auch \u00e4u\u00dferst beliebte Spanierin ist oft zu Gast in Argentinien. Sie gilt als Verfechterin der lateinamerikanischen Kunst in der Welt. Als gl\u00fchende Optimistin glaubt sie daran, dass Kunst und Kultur die Welt positiv ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Sie ist davon \u00fcberzeugt, dass von der Biennale in Ushuaia wichtige Impulse ausgehen k\u00f6nnen, die die Welt mit ihren ungel\u00f6sten Umwelt- und Bev\u00f6lkerungsproblemen und Krisen n\u00f6tig hat. &#8220;Ich packe nie ein Projekt an, aus dem dann nicht etwas hervorgeht&#8221;, sagte sie auf der Pressekonferenz, und was versprochen wurde, klang sehr gut: Es soll ein &#8220;Museum der Museen&#8221; (Museo de Museos) gebaut werden und eine Reflexionsst\u00e4tte (Usina de Ideas) entstehen, wo die internationale Kunst und weltweit vernetzte Ideen und Denkanst\u00f6\u00dfe eine Heimat finden sollen.<\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung erfolgte unter Anwesenheit des Unterstaatssekret\u00e4rs f\u00fcr Kultur Gustavo L\u00f3pez, der staatlichen R\u00fcckhalt zusicherte, dem Vorsitzenden des Biennale-Veranstalters &#8220;Fundaci\u00f3n Patagonia Arte y Desaf\u00edo&#8221;, Alberto Grotessi, der Abgesandten der Provinz Tierra del Fuego, Sandra Garnica, und der Repr\u00e4sentantin der Stadtverwaltung von Ushuaia, Carla Fulgenzi, die alle in h\u00f6chsten T\u00f6nen von dem Projekt sprachen, das zur &#8220;Biennale des Bicentenario&#8221; erkl\u00e4rt worden sei und zudem &#8220;die Biennale Argentiniens&#8221; werden solle, denn Argentinien habe ja bislang keine Biennale.<!--more--><\/p>\n<p>Vielleicht erregte das den Unmut einiger anwesender Presseleute und Kulturschaffender, denn die Fragen im Anschluss hatten eher scharfe Untert\u00f6ne. Warum denn eine Biennale \u00fcberhaupt notwendig sei? Darauf wusste Frau C\u00edscar kaum zu antworten, so selbstverst\u00e4ndlich erscheint ihr die Notwendigkeit. Die Bezeichnung &#8220;Biennale Argentiniens&#8221; mag ein Argument gewesen sein, mit dem die charismatische Kunstexpertin gewonnen werden konnte. Stiftungspr\u00e4sident Grotessi hat jedenfalls mit der Wahl C\u00edscars einen echten Haupttreffer gelandet. Wer wagt schon etwas gegen sie (und also gegen die Biennale) zu sagen? Und dann arbeitet sie auch noch gratis!<\/p>\n<p>Der entscheidende Punkt f\u00fcr die Kritik vieler Anwesender war die Frage, warum eine solch bedeutende Kunstbiennale ausgerechnet in Ushuaia stattfinden muss. Wer fliegt schon nach Ushuaia, um eine Biennale zu sehen? Auch diese Frage erschien Frau C\u00edscar befremdlich. Wo doch die Leute st\u00e4ndig durch die ganze Welt fliegen, um Biennalen zu besuchen! Sao Paulo, Tokio, wo auch immer! F\u00fcr den argentinischen Normalverdiener sind jedoch auch Inlandsfl\u00fcge teuer, und dass es in Argentinien m\u00f6glich sein k\u00f6nnte, mit einer Fluglinie ein verbilligtes Biennale-Ticket auszuhandeln &#8230; da kann man nur skeptisch sein.<\/p>\n<p>Auf die Frage, welche Strategien er habe, damit die Biennale nicht zu einer &#8220;absoluten Nullnummer&#8221; werden w\u00fcrde, hatte Herr Grotessi auch nur ausweichende Antworten (wie schon zuvor, als es um das Budget und die genaue Planung ging). Dass alle Schulkinder Ushuaias durch die Veranstaltung gelotst werden und &#8220;ihre Augen leuchten&#8221;, scheint etwas d\u00fcnn f\u00fcr ein solch ambiti\u00f6ses Unternehmen.<\/p>\n<p>Eine anwesende Kunstkritikerin gab als Anregung mit auf den Weg, dass man bei der n\u00e4chsten Biennale vielleicht auch die Bewohner von Ushuaia davon unterrichten sollte, dass eine solche Veranstaltung in ihrer Stadt stattfindet. Bei der letzten Biennale h\u00e4tten nicht einmal die Taxifahrer Bescheid gewusst.<\/p>\n<p>Herr Grotessi wird in den n\u00e4chsten Monaten um die Welt fliegen, um zusammen mit der charmanten, intelligenten und entwaffnenden Chefkuratorin die Werbetrommel f\u00fcr seine Biennale zu r\u00fchren. Und wer wei\u00df, vielleicht bewirkt Consuelo C\u00edscar Casab\u00e1n ja wirklich Wunder? Sogar am Ende der Welt.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Pressekonferenz (v.l.): Sandra Garnica, Carla Fulgenzi, Gustavo L\u00f3pez, Consuelo C\u00edscar und Alberto Grotessi.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Bienal del Fin del Mundo&#8221;<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>1. Biennale: M\u00e4rz\/April 2007<\/li>\n<li>Kuratoren: Leonor Amarante (Brasilien), Ibis Hern\u00e1ndez (Kuba), Corinne Sacca Abadi (Argentinien)<\/li>\n<li>Motto: &#8220;Pensar en el Fin del Mundo, qu\u00e9 otro mundo es posible&#8221; (etwa: Vom Ende der Welt aus eine bessere Welt erdenken)<\/li>\n<li>Teilnahme von 62 K\u00fcnstlern<\/li>\n<li>2. Biennale: April 2009<\/li>\n<li>Kuratoren: Alfons Hug (Deutschland), Fernando Farina, Karina Maddonni (Argentinien)<\/li>\n<li>Motto: &#8220;Intemperie&#8221; (etwa: Dem Wetter ausgesetzt)<\/li>\n<li>Teilnahme von 60 K\u00fcnstlern aus 16 L\u00e4ndern<\/li>\n<li>3. Biennale: August\/September 2011<\/li>\n<li>Kuratoren: Consuelo C\u00edscar Casab\u00e1n (Spanien), Fernando Farina, Karina Maddonni (Argentinien), Ibis Hern\u00e1ndez (Kuba), Rafael Sierra, Jos\u00e9 Mar\u00eda Lozano (Spanien)<\/li>\n<li>Motto: &#8220;Bienvenidos al Antropoceno&#8221; (Willkommen im Anthropoz\u00e4n)<br \/>\n(Das Anthropoz\u00e4n ist &#8211; laut Wikipedia &#8211; eine von Paul Crutzen im Jahr 2000 gepr\u00e4gte Bezeichnung f\u00fcr dasjenige Erdzeitalter, in dem die Einwirkungen menschlicher Aktivit\u00e4ten auf die Umwelt eine mit nat\u00fcrlichen Einfl\u00fcssen vergleichbare Dimension erreicht haben.)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Biennale am Ende der Welt 2011 mit Consuelo C\u00edscar als Kuratorin Von Susanne Franz Am Montag wurde kurzfristig zu einer Pressekonferenz am Folgetag in der Casa del Bicentenario eingeladen, und es kamen erstaunlich viele Journalisten, denn es sollte etwas Wichtiges verk\u00fcndet werden: Consuelo C\u00edscar Casab\u00e1n, die Direktorin des IVAM (Instituto Valenciano de Arte Moderno), [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein-general"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5768"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5790,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5768\/revisions\/5790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}