{"id":618,"date":"2006-08-14T07:51:50","date_gmt":"2006-08-14T10:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/08\/14\/vortasten-im-zeit-nebel-1999\/"},"modified":"2006-08-19T13:40:02","modified_gmt":"2006-08-19T16:40:02","slug":"vortasten-im-zeit-nebel-1999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/08\/14\/vortasten-im-zeit-nebel-1999\/","title":{"rendered":"Vortasten im Zeit-Nebel (1999)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Luis Felipe No\u00e9 zeigt Gem\u00e4lde der letzten zwei Jahre bei Rubbers<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<table align=left>\n<tr>\n<td align=center>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image620\" alt=NOE2.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/08\/NOE2.jpg\" \/><br \/>\n<em>Luis Felipe No\u00e9<br \/>\n(Foto von der Webseite des <a href=\"http:\/\/www.cceba.org.ar\/db\/artista.pl?id=63\">CCEBA<\/a>).<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Die ausgezeichnet montierte und beleuchtete Ausstellung der j\u00fcngsten Gem\u00e4lde des renommierten K\u00fcnstlers Luis Felipe No\u00e9 in der Galerie Rubbers zeigt einen Maler, der in seiner Technik der expressiven Pinself\u00fchrung zu Hause ist und der sich doch kein bisschen auf den Lorbeeren ausruht, die verdienterma\u00dfen die 40 Jahre seiner K\u00fcnstlerkarriere schm\u00fccken. No\u00e9 l\u00e4sst durchaus Neuerungen in seine Bilder einflie\u00dfen &#8211; hier das profane Kalenderblatt, das an seinem Werk \u201eEnero 2000&#8243; h\u00e4ngt, da das aus dem Rahmen tretende Portr\u00e4t eines ostentativ Wegschauenden -, aber er verwendet ganz bewusst keine der Ausdruckssprachen der \u201eneuen Technologien&#8221;. In einem poetischen Vorwort zu dem Katalog, der zur Ausstellung erscheint, sagt No\u00e9, er wolle nicht das Neue mit alten Techniken darstellen, sondern unserer Zeit anhand der Mittel gerecht werden, die er zur Hand habe. Nun &#8211; und er hat eben die Pinsel zur Hand. Das Bild, mit dem er das Heute beschreibe, sagt er weiter, entstehe vom einzig m\u00f6glichen Ausgangspunkt aus &#8211; dem desjenigen, der schaut, und schlie\u00dfe in einem Rundumpanorama den Sehenden mit ein.<\/p>\n<p>So treten wir in einen lebendigen Dialog mit den vielschichtigen Werken No\u00e9s, in denen Farbe gleichbedeutend mit Hoffnung ist, und geraten in eine Art Zeitlosigkeit, in einen Zeit-Nebel, der auch sp\u00fcrbar durch einige Bilder wabert, in einen Zwischenraum zwischen zwei vorbeiflitzenden Z\u00fcgen, in dem relativ keine Zeit abl\u00e4uft. Die zwei Z\u00fcge sind das alte und das neue Jahrtausend, und der Nebel, durch den wir waten, ist der unendlich verz\u00f6gerte Zeitablauf kurz vor dem Wechsel der Millennien.<\/p>\n<p>No\u00e9s Bestandsaufnahme unseres Heute, das die Vergangenheit mit einschlie\u00dft und auch den Zukunftsentwurf, nimmt in diesem verlangsamten Beinahe-Vakuum die Form einer bitteren Bilanz an. <!--more-->Technologischer Overkill und Globalisation f\u00fchren zur Vereinsamung des Individuums und zur Fremdbestimmung durch die Medien, die so hochgelobte \u201eFreizeit&#8221; ist ein Spielplatz f\u00fcr Wenige und \u00e4u\u00dfert sich zumeist in Arbeitslosigkeit und bitterer Armut oder Mehrfachjobs, um das Existenzminimum zu sichern. No\u00e9 prangert auch \u201eethnische S\u00e4uberungen&#8221; an &#8211; und so werden seine kritischen, hochaktuellen Bilder zu einer \u201eZeit der Abrechnung&#8221;.<\/p>\n<p>Dieses Thema der Werke des Jahres 1999 hat sich wohl logisch aus dem ergeben, mit dem er sich 1998 besch\u00e4ftigte: mit dem Vergessen bzw. der (seiner) Erinnerung an das Vergessen. So hei\u00dft die sehr pers\u00f6nliche Bilanz No\u00e9s \u201eRecuerdos del olvido en tiempo de descuento&#8221; (Erinnerungen an das Vergessen in einer Zeit der Abrechnung).<\/p>\n<p>\u201eMit einem lachenden und einem weinenden Auge&#8221; betrachtet der K\u00fcnstler Luis Felipe No\u00e9 in seinen unglaublich dichten Kompositionen das Ende des Jahrtausends. Neben dem reinen Kunstgenuss bietet die Ausstellung uns so auch reichlich Zeit und Anlass zum eigenen Nach-Denken und Bilanz-Ziehen.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 06.11.1999 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luis Felipe No\u00e9 zeigt Gem\u00e4lde der letzten zwei Jahre bei Rubbers Von Susanne Franz Luis Felipe No\u00e9 (Foto von der Webseite des CCEBA). 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