{"id":637,"date":"2006-08-20T07:11:39","date_gmt":"2006-08-20T10:11:39","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/08\/20\/kunstler-fotografieren-kunstler\/"},"modified":"2006-08-19T17:29:31","modified_gmt":"2006-08-19T20:29:31","slug":"kunstler-fotografieren-kunstler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/08\/20\/kunstler-fotografieren-kunstler\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstler fotografieren K\u00fcnstler"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;12 x 68&#8221; in der Galerie Palatina<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Von Susanne Franz<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image638\" alt=Minujin.JPG src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/08\/Minujin.JPG\" \/><br \/>\n<em>Gian Paolo Minelli fotografierte Marta Minuj\u00edn 1993. In ihrer Hand h\u00e4lt die schrillste Pop-Diva Argentiniens wiederum ein Foto, das sie selbst mit Andy Warhol zeigt.<\/em><\/p>\n<p>Der Schweizer Fotograf Gian Paolo Minelli, geboren 1968 in Genf, lebt und arbeitet abwechselnd in Argentinien und der Schweiz. Argentinien, Peru und Bolivien bereiste er zum ersten Mal 1993, 1994 lie\u00df er sich in Buenos Aires als zweiter Heimat nieder. Im Jahr 1997 gab er das Buch &#8220;Buenos Aires. Encuentro con treinta artistas&#8221; (Begegnung mit 30 K\u00fcnstlern) heraus, in dem er auf sensible Weise ber\u00fchmte argentinische K\u00fcnstler wie Oscar Bony, Carlos Dist\u00e9fano, V\u00edctor Grippo, Luis Felipe No\u00e9, Clorindo Testa, Luis Wells u.a. verewigt hat.<\/p>\n<p>Ausstellungen im Centro Cultural Recoleta und dem Museo de Arte Moderno (MAMBA) machten die Schwarz-Wei\u00df-Fotografien des Schweizers einem breiten Publikum bekannt &#8211; und obwohl er im MAMBA ein hervorragendes Foto-Essay \u00fcber das ehemalige Gef\u00e4ngnis in Caseros gezeigt hat, verbindet man ihn doch haupts\u00e4chlich mit seinen Portr\u00e4ts. Viele davon hat er dem MAMBA &#8211; das nun schon seit l\u00e4ngerem wegen Umbaus geschlossen ist &#8211; f\u00fcr seine hervorragende Sammlung zeitgen\u00f6ssischer Fotografie geschenkt.<\/p>\n<p>Eine umfangreiche Auswahl dieser emblematischen Fotografien Gian Paolo Minellis kann man zur Zeit in der Galerie <a href=\"http:\/\/www.galeriapalatina.com.ar\/\">Palatina<\/a> bewundern, wo im Rahmen des landesweiten Fotografiefestivals <a href=\"http:\/\/www.encuentrosabiertos.com.ar\/sitio\/\">&#8220;Festival de la Luz 2006&#8221;<\/a> die von Mario H. Gradowczyk kuratierte Ausstellung &#8220;Artistas x artistas &#8211; 12 x 68&#8221; gezeigt wird.<\/p>\n<p>Wie der Name verr\u00e4t, handelt es sich um eine Schau von 12 Fotok\u00fcnstlern, die &#8211; zwischen den Jahren 1938 und 2006 &#8211; ihrerseits wiederum 68 andere K\u00fcnstler abgebildet haben. <!--more-->Neben Minelli handelt es sich bei den 12 Protagonisten um Anatole Saderman (1904-1993), Annemarie Heinrich (1912-2005), Sameer Makarius (geb. 1924), Sara Facio (geb. 1932), Humberto Rivas (geb. 1937), Alejandro Kuropatwa (1956-2003), Julio Grinblatt (geb. 1960), Alberto Goldenstein (geb. 1951), Sandro Pereira (geb. 1974), Rosana Schoijett (geb. 1969) und Melina Berkenwald (geb. 1972).<\/p>\n<p>Es ist eine wahre &#8220;Geschichte der argentinischen Kunst&#8221;, die da Revue passiert. Nicht nur, weil verschiedene Generationen &#8220;handelnder&#8221; K\u00fcnstler ihre Werke zeigen, sondern auch &#8211; oder gerade -, weil ihre &#8220;Objekte&#8221; so interessant sind. Darunter befinden sich Antonio Berni, Ra\u00fal Lozza, Gyula Kosice, Enio Iommi, Roberto Aizenberg, Diana Dowek, Margarita Paksa, Liliana Porter, Roberto Jacoby, Guillermo Kuitca, Alfredo Prior, Pablo Siquier, Fabio Kacero, Graciela Hasper, Sebasti\u00e1n Gord\u00edn, Flavia Da Rin und Leopoldo Estol.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kenner und Bewunderer der argentinischen Kunstszene ist diese Schau nat\u00fcrlich besonders sch\u00f6n, denn sie hat vor allem einen hohen Wiedererkennungswert. F\u00fcr den Laien mag es ab und zu anstrengend sein, immer wieder zu den Bildhinweisen zu laufen, um zu wissen, wer denn da von wem abgelichtet worden ist. Aber er kann nat\u00fcrlich einfach auch nur dem Kunstgenuss fr\u00f6nen &#8211; und einfach nicht immer nachschauen!<\/p>\n<p>Der Nostalgiker findet wahre Perlen &#8211; so ein Foto von einem gel\u00f6st wirkenden Federico Klemm, links und rechts von ihm Nicol\u00e1s Guagnini und Nessy Cohen, vor einem Gem\u00e4lde von Roberto Aizenberg, das Julio Grinblatt 1995 geschossen hat. Wer den glamour\u00f6sen Kunstsammler Klemm kannte, kann nur vermuten, dass er auf dem Foto eine Brokatweste des von ihm so verehrten Rudolf Nureyev tr\u00e4gt!<\/p>\n<p>Ebenso vielschichtig ist auch das oben abgebildete Werk Gian Paolo Minellis, das &#8220;die Minuj\u00edn&#8221; gestern und heute zeigt &#8211; in der einen Hand die Foto-Dokumentation ihrer Performance, als sie Andy Warhol Maiskolben \u00fcberreichte, in der anderen Hand ein Telefon, ein Zeichen, dass die \u00fcberaus kommunikative, einen sympathischen Personenkult betreibende Ikone der argentinischen Kunst immer die Nase vorn hat.<\/p>\n<p>Einige K\u00fcnstler werden in ihrem Atelier gezeigt (Berni 1966, wie Facio ihn sah; oder Deborah Pruden 2005, von Rosana Schoijett abgebildet), andere in der sie pr\u00e4genden Umgebung (Benito Quinquela Mart\u00edn 1938 im Stadtteil La Boca, fotografiert von Annemarie Heinrich). Aber das Geheimnis des k\u00fcnstlerischen Prozesses verr\u00e4t keiner der hier abgebildeten &#8211; oder agierenden &#8211; K\u00fcnstler. Es verst\u00e4rkt sich nur noch. <\/p>\n<p><em>(&#8220;Artistas por artistas &#8211; 12 x 68&#8221;, Fotos. Im Rahmen des Festival de la Luz 2006. Palatina, Arroyo 821. Mo-Fr 10.30-20, Sa 10.30-13 Uhr. Bis 23.8.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;12 x 68&#8221; in der Galerie Palatina Von Susanne Franz Gian Paolo Minelli fotografierte Marta Minuj\u00edn 1993. In ihrer Hand h\u00e4lt die schrillste Pop-Diva Argentiniens wiederum ein Foto, das sie selbst mit Andy Warhol zeigt. Der Schweizer Fotograf Gian Paolo Minelli, geboren 1968 in Genf, lebt und arbeitet abwechselnd in Argentinien und der Schweiz. 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