{"id":6392,"date":"2011-02-19T12:22:27","date_gmt":"2011-02-19T15:22:27","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=6392"},"modified":"2011-02-20T14:24:49","modified_gmt":"2011-02-20T17:24:49","slug":"traumhafte-darstellung-des-weiblichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/02\/19\/traumhafte-darstellung-des-weiblichen\/","title":{"rendered":"Traumhafte Darstellung des Weiblichen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/02\/19\/la-feminidad-onirica-de-grete-stern-2\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Fotoausstellung &#8220;Grete Stern. Los sue\u00f1os 1948-1951&#8221; erneut im Malba<\/p>\n<p><em>Von Paula Bonnet<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Grete-Stern11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Grete-Stern11.jpg\" alt=\"\" title=\"Grete-Stern11\" width=\"500\" height=\"177\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6395\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Grete-Stern11.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Grete-Stern11-300x106.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die in Wuppertal geborene, junge Grafik\/Design-Studentin Grete Stern (1904-1999) vom Werk der beiden US-amerikanischen Fotografen Edward Weston und Paul Outerbridge dazu angeregt, sich in dieser k\u00fcnstlerischen Disziplin ausbilden zu lassen. Sie zog 1927 nach Berlin und wurde Sch\u00fclerin des Mathematikers und Fotografen Walter Peterhans. Zwanzig Jahre sp\u00e4ter wanderte die K\u00fcnstlerin, die auch am Bauhaus studiert hatte, mit ihrem italienischen Ehemann Horacio Coppola nach Argentinien aus.<\/p>\n<p>Bekannt sind ihre ohne Blitzlicht aufgenommenen Portr\u00e4tfotos des Dichters Jorge Luis Borges, des Malers Lino Enea Spilimbergo, der S\u00e4ngerin Mar\u00eda Elena Walsh oder ihres Studienkollegen Bertolt Brecht. Im Museum f\u00fcr Lateinamerikanische Kunst von Buenos Aires <a href=\"http:\/\/www.malba.org.ar\/web\/\">Malba<\/a> (Av. Figueroa Alcorta 3415) werden vom 28. Februar bis 25. April aber ganz andere Werke Grete Sterns gezeigt.<!--more--><\/p>\n<p>Im Jahr 1948 begann die K\u00fcnstlerin, die Psychologie-Kolumne &#8220;El psicoan\u00e1lisis le ayudar\u00e1&#8221; (Die Psychoanalyse wird Ihnen helfen) der Frauenzeitschrift &#8220;Idilio&#8221; zu bebildern. Hier wurden Tr\u00e4ume, die Leserinnen eingeschickt hatten, interpretiert, und zwar von dem Soziologen Gino Germani, der unter dem Pseudonym Richard Rest publizierte.<\/p>\n<p>Grete Stern schlug vor, mit Foto-Collagen zu arbeiten, die sie aus Deutschland kannte &#8211; in Argentinien war dieses Stilmittel zuvor nie verwendet worden. Die kleinen Kunstwerke, die daraufhin entstanden, waren sozusagen \u00dcbersetzungen in eine Bildersprache der Tr\u00e4ume der &#8220;Idilio&#8221;-Leserinnen.<\/p>\n<p>Freunde, Familienmitglieder und Nachbarn standen der Fotografin f\u00fcr ihre Schwarz-Wei\u00df-Werke Modell, dazu verwendete sie zahlreiche Bilder aus ihrem Archiv. Ihre jugendliche Tochter Silvia und ihre Hausangestellte Etelvina sind auf den meisten Fotos zu sehen; auch die Szenerie der Bilder und die Kost\u00fcmierung stammen zumeist aus ihrem h\u00e4uslichen Bereich.<\/p>\n<p>In ihrem Buch &#8220;Sue\u00f1os&#8221; (Tr\u00e4ume) betont Grete, dass Germani eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Fotomontagen zugekommen sei: &#8220;Er hat mir gesagt, dass diese oder jene Figur erscheinen sollte und was sie zu tun habe, manchmal bestand er darauf, dass ich Elemente aus der Pflanzen- oder Tierwelt verwendete.&#8221;<\/p>\n<p>Wenn man Sterns Fotografien heute betrachtet, erscheint es, dass die argentinische Frau der 50er Jahre ein unterdr\u00fccktes Dasein f\u00fchrte. Ein Zug frisst sie auf, so wie eine riesige Schlange ihr Opfer verschlingt; sie ist in einer Flasche gefangen, wird von ihren Kindern herumkommandiert oder erscheint als winziges Wesen. Sie steht vor vielen Herausforderungen und hat den Kopf voller Ideen, aber sie ist ver\u00e4ngstigt und f\u00fchlt sich isoliert. Nicht einmal die Liebe kann sie retten: In &#8220;Los sue\u00f1os de muerte&#8221; k\u00fcsst die Tr\u00e4umende ihren Geliebten auf einem Friedhof. \u00dcberall lauern Probleme, f\u00fcr Freude und Lust ist kein Raum, und die Uhr scheint auf die unbarmherzig ablaufende Zeit hinzuweisen.<\/p>\n<p>Im Katalog zu ihrer ersten Ausstellung in Argentinien schrieb Grete Stern: &#8220;Die Fotografie hat eine soziale Komponente.&#8221; Ihr Werk macht keine Ausnahme. Ohne Feministin zu sein, zeigt Stern die Frau so, wie sie ist: in ihrer Situation gefangen, unschl\u00fcssig, aber st\u00e4ndig auf der Suche nach Perfektion.<\/p>\n<p>Die Ausstellung &#8220;Grete Stern. Los sue\u00f1os 1948-1951&#8221; wurde im Malba erstmals im M\u00e4rz 2010 gezeigt. Von der kompletten Serie der Fotomontagen Sterns existieren f\u00fcnf signierte Ausgaben, eine davon &#8211; die hier gezeigte &#8211; befindet sich im Besitz des Malba-Direktors und bedeutenden Kunstsammlers Eduardo F. Costantini.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.malba.org.ar\/web\/\">Malba<\/a>, Av. Figueroa Alcorta 3415, Saal 3, 1. Stock. Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Mi bis 21 Uhr, dienstags geschlossen. Eintritt 20 Pesos, Lehrer, Rentner und Studenten 10 Pesos, unter 5-J\u00e4hrige gratis. Mittwochs: Eintritt 8 Pesos, Lehrer und Rentner 4 Pesos, Studenten gratis. 28.2.-25.4.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Fotoausstellung &#8220;Grete Stern. 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