{"id":737,"date":"2006-10-14T08:50:03","date_gmt":"2006-10-14T11:50:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/10\/14\/vorstoss-in-andere-dimensionen\/"},"modified":"2006-10-14T13:06:22","modified_gmt":"2006-10-14T16:06:22","slug":"vorstoss-in-andere-dimensionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2006\/10\/14\/vorstoss-in-andere-dimensionen\/","title":{"rendered":"Vorsto\u00df in andere Dimensionen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die MAMBA-Telef\u00f3nica Preise f\u00fcr \u201cKunst und Neue Technologien\u201d<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image738\" alt=display.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2006\/10\/display.jpg\" \/><br \/>\n<em>Vorschau auf die Kunst der Zukunft:<br \/>\n\u201cMoebius Display\u201d von Mart\u00edn Bonadeo gewann den Hauptpreis.<\/em><\/div>\n<p>Aus der Werbung kennt man seit den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Leuchtreklamen, gerne verwendet als aufblinkende und verl\u00f6schende Namen von Schnellrestaurants oder Kneipen. Meist deuten sie auf etwas Eiliges hin, irgendwie haben es etwas Anr\u00fcchiges, diese fl\u00fcchtigen, nerv\u00f6sen Blinksignale. Oft in Rot, wollen sie Aufmerksamkeit erregen, sie dr\u00e4ngen sich auf, nichts an ihnen ist elegantes Understatement.<\/p>\n<p>Schwer vorstellbar, dass jemand aus tausenden blinkenden &#8220;Leds&#8221; ein intellektuell anspruchsvolles Kunstwerk schaffen k\u00f6nnte. Der argentinische K\u00fcnstler Mart\u00edn Bonadeo, Gewinner des &#8220;Gran Premio a las Nuevas Tecnolog\u00edas&#8221;, hat es vollbracht, nach zwei Jahren Arbeit und mit der gro\u00dfz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung der Firma Osram, die die 10.000 notwendigen &#8220;Leds&#8221; gespendet hat.<\/p>\n<p>Bonadeo bricht aus der Zweidimensionalit\u00e4t aus und lotet mit seinem Werk \u201cMoebius Display\u201d in neue Dimensionen. Man betritt einen dunklen Raum. An der Decke h\u00e4ngt ein aus viereckigen schwarzen Platten zusammengesetztes Band, das einen Kreis bildet, indem es sich in einer Moebius-Schleife dreht, sich umkehrt, in seinen Originalzustand zur\u00fcckkehrt, sich wieder dreht, und so weiter. Es hat weder Beginn noch Ende. \u00dcber das unendliche Band laufen ununterbrochen W\u00f6rter, die in dem Moment, in dem sie sich auf der Moebius-Schleife umdrehen, in ihr Gegenteil umgewandelt werden, eine Kurve weiter wieder auftauchen und so fort. Aus Tag wird Nacht und wieder Tag, aus Frieden Krieg, aus dem Guten das B\u00f6se, aus Drinnen Drau\u00dfen. Die Realit\u00e4t wandelt sich in Fiktion, Ja wird zu Nein und wieder zu Ja, + wird zu -, und so fort.<\/p>\n<p>Die Begriffe gehen ineinander \u00fcber, einer kann ohne den anderen nicht existieren. Sie sind nicht eigentlich Gegens\u00e4tze, sondern zwei Seiten einer Medaille, eine Einheit. Nach etwa 10 Minuten des Betrachtens des von passender Musik untermalten Werks ger\u00e4t man in eine Art meditativen Zustand und &#8220;versteht&#8221; das bin\u00e4re Wesen unserer Existenz, ohne \u00fcber Details philosophieren zu wollen. Ein seltsam psychedelischer Effekt bei einem &#8220;technologischen&#8221; Werk, der Ansto\u00df zu vielen Fragen gibt. \u201c(Moebius Display) dient der Reflexion und der Kritik\u201d, schreibt der Kritiker Rodrigo Alonso, \u201cdenn es stellt die Repr\u00e4sentationssysteme in Frage, an die wir gew\u00f6hnt sind, und die alle unweigerlich auf der cartesianischen Geometrie beruhen.\u201d Ob es an diesem Mangel an Mystik liegt, dass die Verbindung von Kunst und Technologie oft kalt und n\u00fcchtern wirkt und die Sinne nicht anzusprechen vermag?<\/p>\n<p>Am 9. September wurde die Ausstellung &#8220;Arte y Nuevas Tecnolog\u00edas&#8221; mit Mart\u00edn Bonadeos Werk und den Werken der Preistr\u00e4ger in anderen Kategorien (Experimentelles Video, Experimentelle Multimediakunst, etc.) im &#8220;Espacio Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica&#8221; in der Arenales 1540 eingeweiht. Noch bis zum 22. Oktober kann man dort, immer dienstags bis samstags von 14.00-20.30 Uhr, und bei freiem Eintritt, erleben, was Argentinien auf dem Gebiet der Digitalkunst an neuen kreativen Ideen zu bieten hat.<\/p>\n<p>Zum vierten Mal sind die vom Museum f\u00fcr Moderne Kunst MAMBA und der Stiftung Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica gemeinsam vergebenen Preise f\u00fcr das Jahr 2005 verliehen worden. Nach einer gemeinsamen Exposition der Preistr\u00e4ger von 2002, 2003 und 2004 ist dies die zweite Ausstellung der &#8220;Premios MAMBA-Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica, Arte y Nuevas Tecnolog\u00edas&#8221;.<\/p>\n<p>Zu den weiteren Preistr\u00e4gern der renommierten Auszeichnung z\u00e4hlen Graciela Taquini, Leonello Zambon, Leonardo Solaas, Jos\u00e9 Jim\u00e9nez und Paula Gaetano Adi.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 14.10.06 im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die MAMBA-Telef\u00f3nica Preise f\u00fcr \u201cKunst und Neue Technologien\u201d Von Susanne Franz Vorschau auf die Kunst der Zukunft: \u201cMoebius Display\u201d von Mart\u00edn Bonadeo gewann den Hauptpreis. Aus der Werbung kennt man seit den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Leuchtreklamen, gerne verwendet als aufblinkende und verl\u00f6schende Namen von Schnellrestaurants oder Kneipen. 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