{"id":8086,"date":"2011-07-22T14:10:39","date_gmt":"2011-07-22T17:10:39","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=8086"},"modified":"2011-07-24T19:32:25","modified_gmt":"2011-07-24T22:32:25","slug":"panorama-sur-deutscher-besuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/07\/22\/panorama-sur-deutscher-besuch\/","title":{"rendered":"&#8220;Panorama Sur&#8221;: Deutscher Besuch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Deutscher Theaterkritiker Prof. Gerald Siegmund in Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/gerald1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/gerald1.jpg\" alt=\"\" title=\"gerald\" width=\"250\" height=\"167\" class=\"alignleft size-full wp-image-8088\" \/><\/a>Im Rahmen der Theaterakademie <a href=\"http:\/\/www.panorama-sur.com.ar\/\">&#8220;Panorama Sur&#8221;<\/a> (18.7.-12.8.) hielt der deutsche Tanz- und Performance-Kritiker Prof. Dr. Gerald Siegmund von der Justus Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen, der mit der Unterst\u00fctzung des Goethe-Institut in Buenos Aires weilt, am Mittwoch im Malba den Vortrag &#8220;In die Geschichte eintreten &#8211; Strategien des Erinnerns im deutschen Theater der Gegenwart&#8221;. Es war die zweite Meisterklasse im Rahmen des Theatertreffens, das am Montag mit einem Vortrag des argentinischen Dramaturgen Javier Daulte begonnen hatte.<\/p>\n<p>Die von der Siemens Stiftung und der Asociaci\u00f3n para el Teatro Latinoamericano\/THE organisierte Veranstaltung &#8220;Panorama Sur&#8221; findet zum zweiten Mal statt und besteht aus Workshops, Meisterklassen und Auff\u00fchrungen internationaler Theatergr\u00f6\u00dfen. Die Meisterklassen im Malba werden am Montag, dem 25. Juli, um 18.30 Uhr, mit den argentinischen Autoren\/Regisseuren Mariano Pensotti und Mat\u00edas Feldman fortgesetzt. Am Mittwoch, dem 27. Juli, um 17 Uhr, spricht der Portugiese Jo\u00e3o Fiadeiro. Weitere Klassen finden am 1., 3., 8. und 10. August statt (Kostenpunkt 50 Pesos pro Meisterklasse, $160 f\u00fcr vier; Veranstaltungsort ist jeweils das Malba, Av. Figueroa Alcorta 3415).<\/p>\n<p>Prof. Siegmund entwickelte f\u00fcr seine Zuh\u00f6rer am Beispiel von drei Inszenierungen die These, dass eine Jetztzeit des Erinnerns im Theater unm\u00f6glich sei, egal, ob die B\u00fchne als Institution aufrechterhalten oder durch andere Orte ersetzt werde, wie in seinem ersten Beispiel, der Auff\u00fchrung &#8220;Call Cutta&#8221; von Rimini Projekt aus dem Jahr 2005, die in einer Stadtf\u00fchrung durch Berlin bestand, in deren Rahmen die Teilnehmenden (die &#8220;Zuschauer&#8221;) per Kopfh\u00f6rer von Call Center-Agenten in Kalkutta durch die Stadt gef\u00fchrt wurden &#8211; eine Stadt, die die besagten Agenten selbst nie gesehen hatten. Dabei erz\u00e4hlten die Agenten die Geschichte eines indischen Nationalisten, der einst mit Hitlers Hilfe eine Armee gegen sein eigenes Land zusammenstellte &#8211; eine wahre Geschichte, die jedoch so unglaubw\u00fcrdig klingt, dass die Zuschauer st\u00e4ndig an ihrem Wahrheitsgehalt zweifeln. Auch die Geschichte Berlins w\u00e4hrend des 2. Weltkriegs flie\u00dft als Ebene in die Inszenierung ein. Durch diese Elemente werde der Teilnehmende st\u00e4ndig &#8220;in der Schwebe gehalten&#8221;, so Prof. Siegmund.<!--more--><\/p>\n<p>Als weitere Inszenierung, in der &#8220;die Orte des Geschehens selbst zu Mitspielern werden&#8221;, beschrieb Dr. Siegmund ausf\u00fchrlich Klaus Michael Gr\u00fcbers &#8220;Winterreise&#8221; von 1977 im M\u00fcnchner Olympiastadion, um dann als drittes und letztes Beispiel Nicolas Stemanns Inszenierung des unver\u00f6ffentlichten Jelinek-Textes &#8220;Ulrike Maria Stuart&#8221; im Hamburger Thalia Theater von 2006 anzuf\u00fchren, wo nur vordergr\u00fcndig die B\u00fchne als Auff\u00fchrungsort erhalten bleibe, w\u00e4hrend durch die Inszenierungsstrategien &#8220;das b\u00fcrgerliche Theater von innen ausgeh\u00f6hlt&#8221; werde.<\/p>\n<p>Die Strategie des Gegenwartstheaters, sich an die traumatische Geschichte (im letzten Beispiel die von Ulrike Meinhof und dem RAF-Terror) anzun\u00e4hern, best\u00fcnde darin, Fragen zu stellen, diese w\u00fcrden &#8220;an das Publikum zur\u00fcckgeworfen&#8221;. Das &#8220;Ich&#8221;, der Zuschauer m\u00fcsse selbst Position beziehen und seine eigene Haltung reflektieren, in diese Aussage m\u00fcndete Prof. Siegmunds Vortrag, der den zahlreichen Anwesenden (haupts\u00e4chlich Theaterstudenten) sicher viele Denkanst\u00f6\u00dfe gab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutscher Theaterkritiker Prof. Gerald Siegmund in Buenos Aires Von Susanne Franz Im Rahmen der Theaterakademie &#8220;Panorama Sur&#8221; (18.7.-12.8.) hielt der deutsche Tanz- und Performance-Kritiker Prof. Dr. Gerald Siegmund von der Justus Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen, der mit der Unterst\u00fctzung des Goethe-Institut in Buenos Aires weilt, am Mittwoch im Malba den Vortrag &#8220;In die Geschichte eintreten &#8211; Strategien [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-8086","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-theater-teatro"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8086","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8086"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8086\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8110,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8086\/revisions\/8110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8086"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8086"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8086"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}