{"id":8200,"date":"2011-08-01T12:14:57","date_gmt":"2011-08-01T15:14:57","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=8200"},"modified":"2011-08-03T12:54:26","modified_gmt":"2011-08-03T15:54:26","slug":"karikaturen-kritik-und-kindheitserinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/08\/01\/karikaturen-kritik-und-kindheitserinnerungen\/","title":{"rendered":"Karikaturen, Kritik und Kindheitserinnerungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Grabados 1996-2010&#8221; &#8211; eine Schenkung von 122 Graphiken von Antonio Segu\u00ed ans MAMba<\/p>\n<p><em>Von Jasmin M\u00fcller<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/antonio-segui-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/antonio-segui-2.jpg\" alt=\"\" title=\"antonio-segui-2\" width=\"250\" height=\"205\" class=\"alignleft size-full wp-image-8202\" \/><\/a>Wie ein Kind mit Wachsmalstiften, welches mit groben Strichen das Gesicht eines Mannes mit Hakennase malt, wirkt Antonio Segu\u00ed. In dem Kurzfilm &#8220;Cuando sea grande&#8221; ist der K\u00fcnstler in seinem hellen Atelier in Paris bei der Arbeit zu sehen. In einem kleinen, von der restlichen Ausstellung abgetrennten Raum l\u00e4uft das Video, welches einen kleinen Eindruck gibt, wie die Werke f\u00fcr &#8220;Grabados 1996-2010&#8221; entstanden.<\/p>\n<p>Am 28. Juli um 19 Uhr fand im <a href=\"http:\/\/www.museodeartemoderno.buenosaires.gob.ar\/mam2.htm\">Museo de Arte Moderno de Buenos Aires<\/a> (MAMba) die Er\u00f6ffnung der Ausstellung statt, und argentinische und franz\u00f6sische Kunstliebhaber trafen sich an diesem Abend, um die Bilder des ber\u00fchmten K\u00fcnstlers zu bestaunen. Zum zweiten Mal nach 2001 profitiert das MAMba von der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit Segu\u00eds, und so schm\u00fccken nun 122 Graphiken einen gro\u00dfen Saal im Erdgeschoss des Museums.<\/p>\n<p>Der Protagonist der Arbeiten ist die Figur eines Mannes. Meist tr\u00e4gt dieser einen Hut, einen Mantel und eine Aktentasche. Und er ist immer in Eile, die Figuren k\u00f6nnen nicht stehenbleiben. Sie bewegen sich mit gro\u00dfen hastigen Schritten fort. Die abgebildeten M\u00e4nner, die zum Markenzeichen des in C\u00f3rdoba geborenen K\u00fcnstlers geworden sind, sehen sich \u00e4hnlich und sind doch alle unterschiedlich. Man findet die Figuren in Portr\u00e4ts oder auch mehrfach in gro\u00dfen Wandgem\u00e4lden.<!--more--><\/p>\n<p>Segu\u00eds Werke sind Erz\u00e4hlungen, die aus Erinnerungen seiner Kindheit und allt\u00e4glichen Situationen entstanden sind. Kleine Erlebnisse oder Beobachtungen h\u00e4lt der Argentinier in seinen Bildern fest. Wie beispielsweise ein Mann, der der hinteren zweier Frauen, die gerade an ihm vorbei gelaufen sind, auf den Po schaut.<\/p>\n<p>In all seinen Graphiken schwingt immer ein humoristischer Unterton mit. &#8220;Alles, was ich mache, bekommt unweigerlich einen karikaturistischen Aspekt&#8221;, so der 77-J\u00e4hrige. Seine Bilder leben vom Humor, der h\u00e4misch und manchmal sogar kritisch ist.<br \/>\nManchmal ist die Kritik offensichtlich wie bei der Graphik &#8220;Pollution&#8221;, auf der ein gro\u00dfe schwarze Rauchwolke zu sehen ist, aus der zwei Paar M\u00e4nner- und ein Paar Frauenbeine ragen. Ein anderes Mal schwingt die Kritik nur leise mit. Das Bild &#8220;Homme press\u00e9&#8221; (Mann in Eile) zeigt den R\u00fccken eines Mannes, der einen blauen Mantel, eine beige Hose sowie einen braunen Hut tr\u00e4gt. Es scheint so, als ist er gerade mit gro\u00dfen Schritten an dem Maler vorbeigesaust, so dass dieser ihn nur noch von hinten sehen kann. Wohl ein Klischee-&#8220;Business-Man&#8221; mit Aktentasche, Krawatte und den Gedanken immer bei der Arbeit.<\/p>\n<p>Auch bei den bunten Zeichnungen, die sehr kindlich wirken, muss man genauer hinsehen. Einige gro\u00dfe Wandbilder, die das Get\u00fcmmel einer Gro\u00dfstadt darstellen, sind gef\u00fcllt mit den typischen M\u00e4nnerfiguren des seit 1963 in Paris lebenden K\u00fcnstlers. Dazwischen erkennt man au\u00dferdem einige Frauen, die einen sehr kr\u00e4ftigen und muskul\u00f6sen K\u00f6rper sowie markante Gesichtsz\u00fcge haben. Das Dargestellte wirkt wie ein wirres Theater, jeder lebt in seiner eigenen kleinen Welt, und doch sind sie alle nur ein gro\u00dfer Haufen Marionetten, die an den F\u00e4den ihrer gesellschaftlichen Rollen h\u00e4ngen. Doch manchmal entkommen sie dieser Rolle \u2013 gewollt oder ungewollt \u2013, und der Vorzeigemann tanzt pl\u00f6tzlich ausgelassen auf einem Tisch wie in dem Bild &#8220;Perdiendo Equilibro&#8221;, oder steht mit heruntergelassener Hose da (&#8220;Sentirse inc\u00f3modo&#8221;).<\/p>\n<p>So gelingt es Segu\u00ed mit ein paar scheinbar groben Strichen und kindlicher Leichtigkeit das Bild unserer heutigen &#8211; aber besonders der argentinischen &#8211; Gesellschaft einzufangen. <\/p>\n<ul>\n<li>Antonio Segu\u00ed, &#8220;Grabados 1996-2010&#8221;<\/li>\n<li>Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (MAMba)<\/li>\n<li>Saal &#8220;PB&#8221; (Erdgeschoss)<\/li>\n<li>Av. San Juan 350<\/li>\n<li>Mo-Fr 12-19, Sa, So und feiertags 11-20 Uhr<\/li>\n<li>Eintritt 1 Peso, dienstags gratis<\/li>\n<li>Seit 28.7.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Grabados 1996-2010&#8221; &#8211; eine Schenkung von 122 Graphiken von Antonio Segu\u00ed ans MAMba Von Jasmin M\u00fcller Wie ein Kind mit Wachsmalstiften, welches mit groben Strichen das Gesicht eines Mannes mit Hakennase malt, wirkt Antonio Segu\u00ed. In dem Kurzfilm &#8220;Cuando sea grande&#8221; ist der K\u00fcnstler in seinem hellen Atelier in Paris bei der Arbeit zu sehen. 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