{"id":8206,"date":"2011-08-03T14:51:28","date_gmt":"2011-08-03T17:51:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=8206"},"modified":"2011-08-03T14:51:28","modified_gmt":"2011-08-03T17:51:28","slug":"szenen-einer-ehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/08\/03\/szenen-einer-ehe\/","title":{"rendered":"Szenen einer Ehe"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Copie conforme&#8221; von Abbas Kiarostami<\/p>\n<p><em>Von Anna Weber<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/copia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/copia.jpg\" alt=\"\" title=\"copia\" width=\"250\" height=\"141\" class=\"alignleft size-full wp-image-8209\" \/><\/a>Wir leben in einer Welt voll von Kopien. Wir imitieren und vervielf\u00e4ltigen. Wir kopieren und f\u00e4lschen. Und gleichzeitig suchen wir das Wahre, das Echte, das Einzigartige. Ist eine Kopie notgedrungen eine Verf\u00e4lschung? Ist ein Original echter als sein Imitat? Und wer entscheidet dies?<\/p>\n<p>&#8220;Es ist meine Absicht zu zeigen, dass die Kopie selbst Wert besitzt und zum Original f\u00fchrt&#8221;, sagt der Protagonist im Film &#8220;Copie conforme&#8221; von Abbas Kiarostami (Der Geschmack der Kirsche, 1997). James (William Shimell) ist Schriftsteller und hat ein Buch \u00fcber Originale und Kopien verfasst. Er pr\u00e4sentiert sein Werk an einer Lesung in der Toscana, und im Zuschauerraum sitzt eine namenlose franz\u00f6sische Galeristin (Juliette Binoche). Sie kommt zu sp\u00e4t und geht zu fr\u00fch. Was bleibt, ist eine Telefonnummer. Es folgt ein Treffen, eine Autofahrt zwischen Zypressen und eine kalte Tasse Kaffee in einem Dorf, wo sich Kopien in Originale verwandeln. Schriftsteller und Galeristin werden f\u00fcr ein Ehepaar gehalten, und statt dieses Missverst\u00e4ndnis aufzukl\u00e4ren, nehmen sie die Herausforderung an und schaffen die perfekte Imitation einer f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen Ehe.<!--more--><\/p>\n<p>Handlung ist da kaum. Doch aus der Aneinanderreihung von Dialogen und Gro\u00dfaufnahmen entstehen Szenen einer Ehe, die aufw\u00fchlen und verunsichern. Sind dies wirklich zwei Fremde, die Ehe spielen? Oder aber verh\u00e4lt sich alles genau umgekehrt und dem Zuschauer wird ein echtes Paar gezeigt, das vorgibt, sich nicht zu kennen? Kiarostami entzieht dem Zuschauer den festen Boden, von dem er urteilen k\u00f6nnte, und verbietet mit seinen Kameraeinstellungen jegliche Objektivit\u00e4t. Selten sieht der Zuschauer, wovon die beiden Protagonisten sprechen. Er ist auf deren Worte angewiesen, auf die Reaktion des Gesehenen in ihren Gesichtern. Und schlie\u00dflich wird ihm ein Gesicht gezeigt, das sich selbst im Spiegel betrachtet. Er erh\u00e4lt das Abbild des Abbilds.<\/p>\n<p>Niemals spielen Binoche und Shimell f\u00fcr die Kamera. Statt durch die Linse, sieht man das Gesicht der beiden Schauspieler stets durch die Augen des jeweils anderen, niemals von au\u00dfen. Ist das Gesehene echt? Wer wei\u00df. Echt ist auf jeden Fall die darstellerische Leistung. Als schauspielende Schauspielerin gewann Juliette Binoche den Preis als beste Hauptdarstellerin in Cannes, und der S\u00e4nger William Shimell wird in seiner ersten Filmrolle als Neuentdeckung gefeiert.<\/p>\n<p>Aber was ist denn nun echt: Original oder Kopie? Ehe oder Schauspiel? Vielleicht sind diese Fragen gar nicht wichtig, scheint Kiarostami zu antworten. Wichtig ist lediglich, was aus der Reibung zwischen Realit\u00e4t und Fiktion entsteht: Ein Neubeginn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Copie conforme&#8221; von Abbas Kiarostami Von Anna Weber Wir leben in einer Welt voll von Kopien. Wir imitieren und vervielf\u00e4ltigen. 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