{"id":8294,"date":"2011-08-06T20:08:48","date_gmt":"2011-08-06T23:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=8294"},"modified":"2011-08-07T15:02:16","modified_gmt":"2011-08-07T18:02:16","slug":"augen-die-ein-ganzes-jahrhundert-sahen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/08\/06\/augen-die-ein-ganzes-jahrhundert-sahen\/","title":{"rendered":"Augen, die ein ganzes Jahrhundert sahen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Horacio Coppola, ein gro\u00dfer Vertreter der Fotografie der Moderne, feierte seinen 105. Geburtstag<\/p>\n<p><em>Von Jasmin M\u00fcller<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Obelisk-Coppola.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Obelisk-Coppola.jpg\" alt=\"\" title=\"Obelisk-Coppola\" width=\"250\" height=\"179\" class=\"alignright size-full wp-image-8295\" \/><\/a>Horacio Coppola ist zweifellos einer der gro\u00dfen Vertreter der Fotografie der Moderne. Am vergangenen Sonntag feierte der argentinische K\u00fcnstler in seinem Haus zwischen der Calle Esmeralda und Libertador seinen 105. Geburtstag. Coppola, der am 31. Juli 1906 als Kind von Einwanderern in Buenos Aires geboren wurde und dort auch aufwuchs, bildete seine Heimatstadt ab wie sonst keiner.<\/p>\n<p>Mit der Fotografie kam Coppola bereits als Kind durch seinen Bruder, der Hobbyfotograf war, in Ber\u00fchrung. Im Jahr 1931 unternahm er eine Reise nach Europa, und sein Galerist Jorge Mara bezeichnet dieses Erlebnis als den Anfang seiner Fotografenkarriere. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der K\u00fcnstler noch nicht entschieden, ob er sich dem Fotografieren, Filmen oder der Literatur oder der Philosophie widmen sollte. Auf der Reise kaufte er sich jedoch seine erste Kamera &#8211; eine Leica -, die nicht nur die Geschichte der Fotografie, sondern auch die Sichtweise des jungen Coppola revolutionierte und den Fotografen dieser Zeit technische Flexibilit\u00e4t und Mobilit\u00e4t gab. Bereits auf dem R\u00fcckweg, welcher durch Brasilien f\u00fchrte, schoss er seine ersten Fotos.<!--more--><\/p>\n<p>Im Jahr 1932 unternahm er eine weitere Reise nach Europa, um dort das fotografische Handwerk zu erlernen. So studierte der Argentinier bis zur Schlie\u00dfung durch die Nazis einige Jahre an der Bauhaus-Schule und nahm unter anderem an einem Fotokurs mit Walter Peterhans teil. Dort traf er auch auf die deutsche Fotografin Grete Stern, und durch sie lernte er Hans Eisler, Karl Korsch und Bertolt Brecht kennen. Nachdem das Bauhaus geschlossen wurde, reiste er gemeinsam mit Grete Stern weiter durch Europa und heiratete sie 1935 in London. Immer mit dabei &#8211; seine Kamera. Der K\u00fcnstler schoss auf dieser zweiten Reise Hunderte von Fotos: London, Budapest, Berlin.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Horacio-Coppola.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Horacio-Coppola.jpg\" alt=\"\" title=\"Horacio-Coppola\" width=\"250\" height=\"156\" class=\"alignleft size-full wp-image-8296\" \/><\/a>Zur\u00fcck in  Buenos Aires wurde der damals 30-j\u00e4hrige K\u00fcnstler damit beauftragt, den Bau des Obelisken zu dokumentieren und Fotografien der Stadt f\u00fcr das Buch &#8220;Buenos Aires 1936&#8221; zusammenzustellen. Dieses erschien anl\u00e4sslich des 400. Geburtstags der Stadtgr\u00fcndung und war ein wichtiger Schritt in der Karriere des Fotografen. Im Jahre 1937 zeigte Coppola zusammen mit seiner Frau Grete einige Fotografien in einer gemeinsamen Ausstellung und er\u00f6ffnete ein Fotostudio. Zu dieser Zeit wurde Coppola zwar in Kennerkreisen seines Landes als Meister der Fotografie bewundert, jedoch musste er \u00fcber 90 Jahre alt werden, um internationale Anerkennung zu erreichen. Erst eine Ausstellung im Instituto Valenciano de Arte Moderno in Spanien im Jahre 1996 brachte ihm internationalen Ruhm und die Werke in die angesehenen Galerien und Museen Europas. Seit diesem Zeitpunkt gilt er als einer der gro\u00dfen Fotografen des zwanzigsten Jahrhunderts, und das MoMA in New York sowie das Tate Modern in London besitzen Werke des Fotografen.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler, der darauf spezialisiert war, Gro\u00dfst\u00e4dte &#8211; besonders seine Heimat Buenos Aires &#8211; abzulichten, hat klassische Fotografie immer abgelehnt. Denn diese wende f\u00fcr das Fotografieren einer Stadt die Strategien der Landschaftsmalerei an. Coppolas Arbeiten hingegen erforschen die Metropole und ihre Architektur mit einem genauen, pr\u00e4zisen Auge. Er kreiert unbekannte Winkel und schwindelerregende Fluchtpunkte. Buenos Aires wird in einem Zusammenspiel aus Formen und Geometrie dargestellt. &#8220;Er ist au\u00dfergew\u00f6hnlich begabt und hat ein Auge, das gro\u00dfartig ausw\u00e4hlt und das Objekt respektiert&#8221;, so sein Galerist Mara.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Raquel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Raquel.jpg\" alt=\"\" title=\"Raquel\" width=\"250\" height=\"177\" class=\"alignright size-full wp-image-8297\" \/><\/a>Nach der st\u00fcrmischen Ehe mit Grete Stern fand er mit Raquel Palomeque sein ruhiges Gegenst\u00fcck und heiratete sie im Jahr 1959. Bis 2004, als sie im Alter von 96 Jahren verstarb, begleitete sie Coppola. Heute, mit 105 Jahren &#8211; er selbst nennt sein Alter eine &#8220;\u00dcbertreibung&#8221; &#8211; erinnert er daran, dass der Zweck der Fotografie ist, das Leben zu dokumentieren. &#8220;Es sind die Augen, die ein ganzes Jahrhundert sahen&#8221;, so beschreibt Juan Manuel Bonet, der f\u00fcr die Ausstellung in Valencia verantwortlich war, den K\u00fcnstler. Diese au\u00dfergew\u00f6hnlichen Augen haben bis vor zwei Jahren noch nicht einmal eine Lesebrille gebraucht. Au\u00dferdem h\u00f6rt der Argentinier noch gut, geht ohne Stock und unterschreibt mit einer ruhigen Hand. Seine Tage verbringt Horacio Coppola heute damit, Musik zu h\u00f6ren &#8211; nur Mozart und Beethoven -, und nebenbei l\u00e4uft tonlos der TV-Kanal Animal Planet.<\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nHoracio Coppola, &#8220;Buenos Aires 1936 &#8211; Plaza de la Rep\u00fablica&#8221;.<\/p>\n<p>Schwindelerregende Fluchtpunkte: Coppola fotografierte seine Heimatstadt auf unverwechselbare Art und Weise.<\/p>\n<p>Coppola und Raquel Palomeque 2003.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Horacio Coppola, ein gro\u00dfer Vertreter der Fotografie der Moderne, feierte seinen 105. Geburtstag Von Jasmin M\u00fcller Horacio Coppola ist zweifellos einer der gro\u00dfen Vertreter der Fotografie der Moderne. Am vergangenen Sonntag feierte der argentinische K\u00fcnstler in seinem Haus zwischen der Calle Esmeralda und Libertador seinen 105. Geburtstag. Coppola, der am 31. 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