{"id":8397,"date":"2011-08-08T14:51:51","date_gmt":"2011-08-08T17:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=8397"},"modified":"2011-08-10T22:05:54","modified_gmt":"2011-08-11T01:05:54","slug":"waffenstarrende-marchenwelt-und-ein-wunderbares-gewachshaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/08\/08\/waffenstarrende-marchenwelt-und-ein-wunderbares-gewachshaus\/","title":{"rendered":"Waffenstarrende M\u00e4rchenwelt und ein wunderbares Gew\u00e4chshaus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jimena Brescia und Gaspar Lima im Pabell\u00f3n 4<\/p>\n<p><em>Von Jasmin M\u00fcller<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/brescia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/brescia.jpg\" alt=\"\" title=\"brescia\" width=\"250\" height=\"165\" class=\"alignleft size-full wp-image-8399\" \/><\/a>&#8220;Es war einmal vor langer, langer Zeit&#8230;&#8221;, so beginnen die meisten M\u00e4rchen, die uns als Kind unsere Eltern oder Gro\u00dfeltern vorlasen. Einige dieser Geschichten sind gruselig und jagen einem in jungen Jahren Angst ein \u2013 ein b\u00f6ser Wolf frisst erst die Gro\u00dfmutter und anschlie\u00dfend das kleine Rotk\u00e4ppchen, das h\u00fcbsche Schneewittchen wird vergiftet, und Dornr\u00f6schen wird von einer b\u00f6sen Fee verflucht. In den alten Erz\u00e4hlungen geraten oft nette M\u00e4dchen in Gefahr und k\u00f6nnen nur mit Hilfe anderer gerettet werden, da sie selbst dazu nicht in der Lage sind.<\/p>\n<p>In ihren Fotografien und Installationen dreht Jimena Brescia, eine junge argentinische K\u00fcnstlerin,  den Spie\u00df um: Die zierlichen kleinen M\u00e4dchen sind erwachsen geworden. Die von ihr dargestellten Frauen sind eine Mischung aus Kindheitsvorstellungen der M\u00e4rchenfiguren und dem Bild der heutigen Frau. Mit Messern bewaffnet, stehen Alice im Wunderland, Rotk\u00e4ppchen, Rapunzel und Dornr\u00f6schen in einer Dusche. Sie haben einen festen, selbstbewussten Blick und geben den Protagonistinnen der M\u00e4rchen eine Dimension der Spannung und Gefahr.<!--more--><\/p>\n<p>So zeigt eine Fotografie eine Frau, die in einer rosa, wei\u00df und hellblau gefliesten Dusche steht und ein gro\u00dfes glitzerndes Beil in der Hand h\u00e4lt. Die Frau, die Alice im Wunderland darstellt, hat einen Porzellanhasen unterm Arm und kr\u00e4ftig geschminkte Augen und Lippen, die sie skeptisch zuammenzieht. Neben der Fotografie ragen zwei Plastikbeine aus der Wand. Man erkennt, dass sie zu Alice geh\u00f6ren, da sie die typisch schwarzen Schuhe mit wei\u00dfen R\u00fcschensocken tragen.<\/p>\n<p>Das M\u00e4rchen von Schneewittchen ist mit einem Spiegel dargestellt, auf dem mit kleinen Leuchtpunkten &#8220;the end&#8221; geschrieben steht. Im Ausstellungsraum findet man au\u00dferdem ein Beil, welches in der Wand steckt und aus der Blut \u2013 roter Wachs &#8211; herunter auf den Boden l\u00e4uft und in einer Blutlache endet. Aus der gegen\u00fcberliegenden Wand ragen zwei strickende Plastikh\u00e4nde.<\/p>\n<p>Einen gewissen surrealen M\u00e4rchenzauber haben auch die Fotografien von Rotk\u00e4ppchen, Rapunzel und Dornr\u00f6schen, die alle silbern funkelnde Waffen in der Hand halten. Rapunzel hat sich mit ihrem glitzernden Messer einen Teil der Haare abrasiert. Keine dieser Frauen w\u00fcrde sich von einer b\u00f6sen Zauberin die Haare abschneiden, sich vom b\u00f6sen Wolf fressen oder sich von der gemeinen Stiefmutter runtermachen lassen. Denn aus den kleinen naiven M\u00e4dchen sind starke selbstbewusste Frauen geworden.<\/p>\n<p>Die Ausstellung mit dem Namen &#8220;Mitos, emblemas e indicios&#8221; (Mythen, Symbole und Zeichen) wurde am 2. August um 19 Uhr in der Galerie Pabell\u00f3n 4 er\u00f6ffnet. Das junge, hippe Publikum hatte in der Bar im hinteren Bereich der R\u00e4umlichkeiten Gelegenheit, sich bei Wein und Musik einer DJane \u00fcber die Werke Brescias und die eines anderen K\u00fcnstlers auszutauschen.<\/p>\n<p>Denn am gleichen Abend wurde eine weitere Ausstellung er\u00f6ffnet: &#8220;Cosm\u00e9tica de la criatura&#8221; von Gaspar Lima. Der argentinische K\u00fcnstler nimmt uns dabei mit in eine Art wunderbares Gew\u00e4chshaus voll bizarrer Objekte organischer Herkunft. Seine Zeichnungen, Illustrationen und Objekte zeigen und bestehen aus Insekten, Erde und Wurzeln sowie Pflanzen.<\/p>\n<ul>\n<li>Jimena Brescia, &#8220;Mitos, emblemas e indicios&#8221;, Fotos, Videos und Objekte<\/li>\n<li>Gaspar Lima, &#8220;Cosm\u00e9tica de la criatura&#8221;, Zeichnungen, Illustrationen und Objekte<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.pabellon4.com\/\">Pabell\u00f3n 4 Arte Contempor\u00e1neo<\/a>, Uriarte 1332<\/li>\n<li>Mo-Sa 16-20 Uhr. Eintritt frei<\/li>\n<li>2.8.-27.8.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jimena Brescia und Gaspar Lima im Pabell\u00f3n 4 Von Jasmin M\u00fcller &#8220;Es war einmal vor langer, langer Zeit&#8230;&#8221;, so beginnen die meisten M\u00e4rchen, die uns als Kind unsere Eltern oder Gro\u00dfeltern vorlasen. 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