{"id":9282,"date":"2011-10-15T18:56:52","date_gmt":"2011-10-15T21:56:52","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=9282"},"modified":"2011-10-15T19:03:10","modified_gmt":"2011-10-15T22:03:10","slug":"wer-war-es-bloss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/10\/15\/wer-war-es-bloss\/","title":{"rendered":"Wer war es blo\u00df?"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Wir doch nicht!&#8221; &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Euro-Krise.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Euro-Krise.jpg\" alt=\"\" title=\"Euro-Krise\" width=\"250\" height=\"133\" class=\"alignright size-full wp-image-9284\" \/><\/a>&#8230; sagen die Politiker. &#8220;Wir hetzen schlie\u00dflich seit 1 \u00bd Jahren von einer Sitzung in die n\u00e4chste, um die Krise in den Griff zu bekommen. Es g\u00e4be sie gar nicht, die Krise, wenn die nimmersatten Banken und anderen Finanzjongleure nicht st\u00e4ndig in unverantwortlicher Weise gegen die Schuldnerl\u00e4nder spekulierten. Getriebene sind wir Politiker, von den M\u00e4rkten Getriebene!&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Spekulanten?&#8221;, emp\u00f6ren sich die Fondsmanager. &#8220;Solch ein Unsinn! Wir verwalten Spargelder der B\u00fcrger und das Verm\u00f6gen von Pensionskassen und Versicherungen. Sollen wir tatenlos zusehen, wie diese durch zahlungsunf\u00e4hige Schuldnerl\u00e4nder immer weniger werden?&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Na, na&#8221;, meinen die Banken, &#8220;es ist schon richtig, dass manche von uns sich verzockt hatten und zum \u00dcberleben Staatshilfe brauchten. Aber das ist doch nur ein Teil der Geschichte. Der andere Teil ist, dass die Politik in vergangenen Jahrzehnten nicht nur widerstandslos unseren Forderungen nach Deregulierung des Systems nachgab, sie hat uns sogar erlaubt und in vielen F\u00e4llen animiert, insolvente H\u00e4uslebauer und \u00fcberschuldete Staaten zu finanzieren, indem sie Hypothekenkredite und solche an (westliche) Staaten von der Risikovorsorge ausnahm. Sollten wir diese M\u00f6glichkeiten etwa nicht nutzen? Letzten Endes sind wir private Gesellschaften, unseren Aktion\u00e4ren verantwortlich. Auch von den Rating Agencies haben wir lange keine Warnungen geh\u00f6rt.&#8221;<!--more--><\/p>\n<p>&#8220;Von wegen!&#8221;, ereifern sich die Rating Agencies, &#8220;schon 2004 fingen wir an, Griechenland herabzustufen. Au\u00dferdem werden wir nicht m\u00fcde klarzustellen, dass unsere Wertungen keine Empfehlungen sind, sondern unverbindliche Meinungen. Schlie\u00dflich verf\u00fcgen Banken und andere gro\u00dfe Marktteilnehmer und auch die staatlichen Aufsichtsorgane \u00fcber sehr kompetente eigene Risikomanager.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Das ist v\u00f6llig richtig&#8221;, schalten sich die Volkswirte ein, &#8220;schon zu Beginn der W\u00e4hrungsunion haben wir darauf hingewiesen, dass die Abwesenheit \u00fcbereinstimmender Finanz- und Sozialpolitiken in Euroland durch unterschiedliche Zinss\u00e4tze f\u00fcr Staatsanleihen kompensiert werden m\u00fcssen. Das w\u00e4ren f\u00fcr einige L\u00e4nder fr\u00fche \u00dcberschuldungssignale gewesen. Blo\u00df haben die M\u00e4rkte diese Signale nicht gegeben. Sie betrachteten Euroland als einen Gesamthafter.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Oho!&#8221;, entgegnet die EU-Kommission, &#8220;dabei ist eine gegenseitige Haftung in unseren Vertr\u00e4gen expressis verbis ausgeschlossen. \u00dcbrigens kann an unserem Risikobewusstsein kein Zweifel bestehen. Schon anl\u00e4sslich des Beitritts Griechenlands haben wir schwere Bedenken angemeldet. Es waren dann die Nationalstaaten, die in blindem Voluntarismus den Beitritt durchsetzten.&#8221;<\/p>\n<p>Wer war es dann also? Zwei Vorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p>Ein g\u00fctiges Schicksal, das uns Wohlstandsb\u00fcrgern in Europa und Nordamerika zwei Jahrzehnte hindurch zu verdr\u00e4ngen erlaubte, dass einige hundert Millionen in die globale Wirtschaft eingetretene intelligente, flei\u00dfige und bescheidene Asiaten und Osteurop\u00e4er durch ihre Arbeit Anrecht auf einen Teil unseres Wohlstands erwarben, den wir als unangreifbar zu betrachten gewohnt waren.<\/p>\n<p>Ein grausames Schicksal, das uns damit blendete, durch halsbrecherische Finanztransaktionen und massive Kredite an Private, Institutionen und Staaten die drohende Wohlstandsminderung austricksen zu k\u00f6nnen, welches hierdurch jedoch das Problem nur vergr\u00f6\u00dferte und seine L\u00f6sung in die (vermutlich nicht ferne) Zukunft verlagerte.<\/p>\n<p>Der Leser m\u00f6ge sich einen aussuchen.  <\/p>\n<p>(<strong>Von Friedbert W. B\u00f6hm<\/strong><em>)   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wir doch nicht!&#8221; &#8230; &#8230; sagen die Politiker. &#8220;Wir hetzen schlie\u00dflich seit 1 \u00bd Jahren von einer Sitzung in die n\u00e4chste, um die Krise in den Griff zu bekommen. Es g\u00e4be sie gar nicht, die Krise, wenn die nimmersatten Banken und anderen Finanzjongleure nicht st\u00e4ndig in unverantwortlicher Weise gegen die Schuldnerl\u00e4nder spekulierten. 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