{"id":9752,"date":"2011-11-19T10:36:18","date_gmt":"2011-11-19T13:36:18","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=9752"},"modified":"2011-11-29T10:40:25","modified_gmt":"2011-11-29T13:40:25","slug":"sauerstoff-im-kunstbetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2011\/11\/19\/sauerstoff-im-kunstbetrieb\/","title":{"rendered":"Sauerstoff im Kunstbetrieb"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erste Kollektivausstellung von Stra\u00dfenk\u00fcnstlern in Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Laura Wagener<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/AMEBA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/AMEBA.jpg\" alt=\"\" title=\"AMEBA\" width=\"250\" height=\"167\" class=\"alignleft size-full wp-image-9753\" \/><\/a>Das Geb\u00e4ude in der Stra\u00dfe Boulogne Sur Mer 345 in Once mutet von au\u00dfen erst einmal gar nicht so an, als w\u00fcrden sich hinter den T\u00fcren die Werke diverser zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler verbergen. Relativ unauff\u00e4llig ist sie, die &#8220;F\u00e1brica de ox\u00edgeno&#8221;, in der fr\u00fcher Sauerstofftanks hergestellt wurden. Die ehemalige Fabrik verf\u00fcgt auf vier Stockwerken \u00fcber insgesamt 4.500 m\u00b2, und die Terrasse auf dem Dach des Geb\u00e4udes ist da noch nicht mitgerechnet.<\/p>\n<p>Guillermo Rozenblum, Direktor der Stiftung Rozenblum, war es, der bereits vor f\u00fcnf Jahren begann, das Geb\u00e4ude in einen Raum f\u00fcr Kunst und K\u00fcnstler zu verwandeln. Das Ganze basiert auf dem Prinzip des M\u00e4zenatentums, das hei\u00dft, ein M\u00e4zen, oder F\u00f6rderer, unterst\u00fctzt ausgesuchte K\u00fcnstler ohne die Forderung einer direkten Gegenleistung, um damit eine \u00f6ffentlich wirksame soziale Bewegung zu unterst\u00fctzen. Im ersten Stock des Geb\u00e4udes sind also bereits seit einiger Zeit K\u00fcnstler wie Paula Toto Blake, Marcolina Dipierro, Marcello Mortarotti etc. ans\u00e4ssig, die, als Gegenleistung f\u00fcr den ihnen zur Verf\u00fcgung gestellten Raum, ab und an der Fundaci\u00f3n Rozenblum eines ihrer Werke spenden. So ganz uneigenn\u00fctzig ist die F\u00f6rderung wohl also doch nicht.<\/p>\n<p><strong>Open Studio<\/strong><\/p>\n<p>Es sind jedoch nicht nur die in den st\u00e4ndigen Ateliers arbeitenden K\u00fcnstler, die in den Genuss der Nutzung der weiten Fl\u00e4chen der Fabrik kommen. Bereits zum vierten Mal rief Rozenblum dieses Jahr wieder zum &#8220;Open Studio&#8221; auf und lud \u00fcber das Kollektiv &#8220;Street Arte BA&#8221; (SABA) diverse K\u00fcnstler gegenw\u00e4rtiger Stra\u00dfenkunst dazu ein, die oberen Stockwerke und andere Teile des Geb\u00e4udes, wie die K\u00fcche und die Garage, zu ihrem k\u00fcnstlerischen Spielplatz zu machen. Die Organisatoren des Kollektivs vereinten \u00fcber 50 K\u00fcnstler aus Argentinien und anderen Teilen der Welt, ihre Kunst im Open Studio auszustellen, anzufertigen oder zu installieren.<!--more--><\/p>\n<p>Das Besondere an der Ausstellung, die am 16. November er\u00f6ffnet wurde, ist, dass sie durch so viele verschiedene R\u00e4umlichkeiten, Oberfl\u00e4chen und Stimmungen besticht. W\u00e4hrend es im zweiten und vierten Stockwerk neben Loft-artigen R\u00e4umen und langen G\u00e4ngen auch viele kleine &#8220;B\u00fcros&#8221; f\u00fcr einzelne K\u00fcnstler zu gestalten gab, sind die gro\u00dfe K\u00fcche der Fabrik, die Garage samt eines dort stehenden Autos und die Kellerr\u00e4ume von verschiedenen Graffiti-K\u00fcnstlern gemeinsam gestaltet worden.<br \/>\nDrei Tage lang arbeiteten die K\u00fcnstler unabl\u00e4ssig an der Fertigstellung ihrer Werke, und auch w\u00e4hrend der Ausstellungstage kann man einigen K\u00fcnstler live beim Fertigstellen oder Erweitern ihrer Werke zusehen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist besonders abwechslungsreich, da naturgem\u00e4\u00df bei derart vielen K\u00fcnstlern vielerlei verschiedene Stile und Medien benutzt werden, so dass es von Fotos \u00fcber Gem\u00e4lde, Projektionen, bildende Kunst, bemalte Skateboards, Bleistiftzeichnungen, Collagen etc. alles zu bestaunen gibt.<\/p>\n<p>Es handelt sich mit dem diesj\u00e4hrigen &#8220;Open Studio&#8221; um die erste Ausstellung von Werken eines Stra\u00dfenk\u00fcnstlerkollektivs in Buenos Aires.<\/p>\n<p><strong>Zusammentreffen der Welten<\/strong><\/p>\n<p>Der besondere Coup des diesj\u00e4hrigen &#8220;Open Studios&#8221; ist jedoch die Zusammenf\u00fchrung der jungen &#8220;artistas callejeros&#8221; (Stra\u00dfenk\u00fcnstlern) mit den eher etablierten Galeristen und Sammlern der Stadt, da im Erdgeschoss der Fabrik eine Kollektivausstellung renommierter &#8220;Galerienkunst&#8221; abgehalten wird. Es ergab sich bei der Er\u00f6ffnung eine interessante Mischung der Besucher, wobei sich Damen und Herren in feiner Abendkleidung neben Skateboardern, Hipstern, eindeutig identifizierbaren K\u00fcnstlern und 0815-Besuchern durch die Ausstellungsr\u00e4ume bewegten.<\/p>\n<p>Der auch international bekannte Stra\u00dfenk\u00fcnstler Christian Riffel, auch als &#8220;Poeta&#8221; bekannt, freute sich \u00fcber die Mischung der Klientel: &#8220;Ein Event wie das heutige hilft unserer Szene wirklich enorm! Obwohl die Stra\u00dfenkunst hier in Buenos Aires in den letzten Jahren wirklich einen gro\u00dfen Aufschwung erlebt hat, haben die K\u00fcnstler vor allem unter den Galeristen nach wie vor ein sehr negatives Image. Es ist schwierig f\u00fcr jemanden wie mich, der Kunst als Ausdruck seines Herzens betreibt, vor solchen Leuten die Art und Weise meines Ausdrucks zu rechtfertigen. Also zu rechtfertigen, wie und wo wir unsere Kunst betreiben. Ich glaube, eine solche Veranstaltung hilft, den Graben zwischen den Kunstwelten zu \u00fcberwinden, was ich toll finde.&#8221;<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich wird es beim Besuch der Ausstellung schnell offensichtlich, dass alle der ausgestellten K\u00fcnstler, egal welcher Gruppe sie zuzuordnen sind, einen gleich wichtigen Beitrag zur zeitgen\u00f6ssischen Kunst leisten, gerade weil Kunst so viele Dimensionen hat, die darzustellen verschiedene Akteure, Ideen, Philosophien und Stile braucht.<\/p>\n<p>Diese imposante und ausgefallene Ausstellung kann ab Samstag, den 19. November, jeden Samstag bis zum 17. Dezember besucht werden. An Wochentagen k\u00f6nnen \u00fcber streetarteba@gmail.com private Termine vereinbart werden.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin AMEBA bei der Arbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erste Kollektivausstellung von Stra\u00dfenk\u00fcnstlern in Buenos Aires Von Laura Wagener Das Geb\u00e4ude in der Stra\u00dfe Boulogne Sur Mer 345 in Once mutet von au\u00dfen erst einmal gar nicht so an, als w\u00fcrden sich hinter den T\u00fcren die Werke diverser zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler verbergen. 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