Neue Perspektiven in der Debatte über Kunst und neue Technologien

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Euro-amerikanisches Film-, Video- und Digitalkunstfestival MEACVAD 07

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Der deutsche Beitrag zum Festival stammt vom Videokünstler Bjørn Melhus, der nicht nur nach Buenos AIres kommt, sondern auch nach Tucumán reisen wird.

Vom 5. bis 9. November veranstalten die Fundación Telefónica, die Alianza Francesa, die Französische Botschaft und das Goethe-Institut Buenos Aires das MEACVAD 2007 (Muestra Euroamericana de Cine, Video y Arte Digital). Programm und Veranstaltungsorte sind auf der Internetseite des Festivals zu finden.

Ziel dieses Festivals ist es, eine neue Perspektive in der Debatte über Kunst und neue Technologien einzubringen, die traditionsgemäß den Kern der Diskussion auf den Fortschritt der Verwendung des Internets reduziert oder sich auf rein theoretische Fragen beschränkt. Um dies zu erreichen, hat sich das MEACVAD zu einem echten Netz entwickelt, in dem öffentliche und private, in- und ausländische Organisationen, Universitäten, Künstler und Intellektuelle interagieren.

Auf dem diesjährigen Festival werden angesehene Künstler und Intellektuelle aus Lateinamerika und Europa ihre Werke mit dem Ziel präsentieren, die künstlerische, kreative und kritische Anwendung der Technologie zu zeigen und zu debattieren, wobei sie das Denken der Künste und der Wissenschaften kombinieren.

Im Vorfeld der Ausstellung gab es im August bereits eine Veranstaltungsreihe mit dem berühmten Künstler, Akademiker und Forscher Roy Ascott. Zwei Publikationen werden die Ausstellung begleiten: Zum einen das Buch “Ver y Poder” des französischen Künstlers Jean-Louis Comolli, das von Aurelia Rivera und Nueva Librería mit der Unterstützung der Alianza Francesa und der Fundación Telefónica herausgegeben wurde. Der andere Band ist “Artes y Medios Audiovisuales, un estado de situación”, eine Zusammenstellung von Jorge La Ferla, die von der Alianza Francesa, der Fundación Telefónica und dem Goethe-Institut produziert wurde. Sie vereint Schriften über Dokumentarfilm, Kino, Fernsehen, Video, Telematik und neue Medien, die von Forschern und Künstlern verfasst wurden.

Der deutsche Beitrag zum Festival stammt vom Videokünstler Bjørn Melhus. Ähnlich wie ein argwöhnischer Filmkritiker misstraut Melhus, der in seiner Videokunst die unendliche Reproduktion seines jedesmal neu dargestellten Selbstporträts in den Mittelpunkt stellt, der Handlung von Filmen. Seine Geschichten sind das Produkt von Dekonstruktion und Rekonstruktion von Wort- und Bildensembles in einer neuen rhythmischen, räumlichen und zeitlichen Sequenz.

Melhus, “der Klonmacher”, wie die argentinische Künstlerin und Forscherin Ana Claudia García ihn benannte, ist gleichzeitig sein eigener Klon. Um sich selbst zu klonen, arbeitet er mit bereits vorhandenem akustischem Material, das er aus klassischen Filmen, dem Fernsehen und der Popmusik nimmt. In seinen Werken verlangt er von den Bildern, dass sie sich neu erfinden, um mit neuen visuellen Herausforderungen mithalten zu können: den Bildern von Melhus selbst. Und das geschieht mit allen begleitenden Emotionen. Wenn keine andere Wahl bleibt, stellt Bjørn Melhus nicht nur Bilder und Sprache zusammen, sondern auch die mit ihnen verbundenen Emotionen.

Nach seinem Stipendium am International Studio and Curatorial Program (ISCP) in New York erhielt er 2005 ein Atelierstipendium am Kyoto Art Center in Japan sowie ein Civitella Ranieri Stipendium in Italien (2006). Seit 2003 ist er Professor an der Kunsthochschule Kassel (Bildende Kunst / Virtuelle Realitäten). Er lebt in Berlin.

Bjørn Melhus wird nicht nur beim MEACVAD in Buenos Aires sein, sondern auch nach Tucumán reisen, um seine Werke vorzustellen und mit Studenten der Staatsuniversität an einem offenen Forum teilzunehmen.

Das MEACVAD wird außerdem vom British Council, dem Centro Cultural de España en Buenos Aires, den Botschaften Brasiliens, Kolumbiens und Mexikos, der Fundación Centro de Estudios Brasileiros sowie den akademischen Einrichtungen der DiCom (UBA), UCA, Universidad del Cine, Universidad Nacional de La Plata, Instituto Universitario Nacional del Arte und Universidad Tres de Febrero unterstützt.

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