12. Kinofestival BAFICI

Independent-Filmfest vor neuem Besucherrekord

Von Susanne Franz

bafici11.jpgDas Independent-Kinofestival BAFICI (Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente), das in diesem Jahr schon zum 12. Mal veranstaltet wird, zeichnet sich vor allem durch seine hervorragende Qualität aus, mit der es das Kinofestival von Mar del Plata weit in den Schatten stellt. Aber auch die unvergleichlich günstigen Preise von 10 bzw. im Vorverkauf 8 Pesos sind für den Zustrom der vielen jungen Filmfans verantwortlich. Zum Vergleich: “normale” Kinotickets kosten in Argentinien zwischen 24 und 28 Pesos, so dass die meisten Argentinier ohnehin die Billigtage oder irgendwelche Rabatte nutzen, wenn sie ins Kino gehen wollen.

Der Vorverkauf für das diesjährige BAFICI hatte am 29. März begonnen, und laut Organisatorenangaben wurden innerhalb der ersten 48 Stunden 24.700 Karten verkauft, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. 2009 besuchten insgesamt 245.000 Filmfans das BAFICI.

Den Startschuss zur diesjährigen 12. Ausgabe des BAFICI gaben am Mittwochabend Kulturminister Hernán Lombardi (rechts auf dem Foto) und Festivaldirektor Sergio Wolf (links). Eröffnungsfilm war Rafael Filippellis “Secuestro y Muerte” über die Entführung und Ermordung des früheren argentinischen Putschisten und Diktators Aramburu durch Montonero-Guerrilleros. Gut für denjenigen (Ausländer), der das vorher wusste, denn wie so oft in argentinischen Filmen fehlt der historische Kontext völlig, angeblich, um die “Universalität” eines Themas zu erreichen.

Auf dem Festival werden 422 Filme gezeigt, darunter 36 deutsche Streifen und deutsch-internationale Koproduktionen.

Einige Filmtipps von Valerie Thurner:

  • Dem in Berlin lebenden österreichischen Dokumentarfilmer Bernhard Sallmann wird beim BAFICI eine Retrospektive gewidmet. Am 10. April um 19 Uhr wird die Reihe mit dem Film “Deutsche Dienststelle” eröffnet. Außerdem findet am selben Tag um 15.30 Uhr im Auditorium des BAFICI-Gebäudes an der Guardia Vieja 3332, im 1. Stock, ein Talk mit dem Regisseur statt. Eintritt ist frei.
  • “Die Frau mit den 5 Elefanten” von Vadim Jendreyko, CH/Deutschland 2009. 93 Min.
    Der Dokumentarfilm gewann den Schweizer Filmpreis 2010 und ist ein spannendes Porträt der Dostojewski-Übersetzerin Svetlana Geier, die sämtliche Schrecken des 20. Jahrhunderts überlebt hatte und als größte Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche gilt. Ihre Neuübersetzungen von Dostojewskis fünf großen Romanen, genannt die “fünf Elefanten”, sind ihr Lebenswerk und literarische Meilensteine.
    9.4., Hoyts Abasto, 15.30 Uhr
  • “Der Räuber” von Benjamin Heisenberg, Deutschland 2009. 96 Min.
    Bei der letzten Berlinale uraufgeführt; ein bemerkenswerter Beitrag des neuesten Deutschen Kinos.
    9.4., Hoyts Abasto, 23 Uhr
    10.4., Atlas Santa Fe, 22 Uhr
    11.4., Complejo Cultural Cine Teatro 25, 16.30 Uhr
  • In der Reihe ‘Filme im Dialog’ stellt Rosa von Praunheim, einer der extravagantesten deutschen Filmemacher, seine beiden Filme über drei New Yorker Frauen vor. Der Filmemacher suchte die Protagonisten des ersten Films von 1989 in diesem Jahr erneut auf.
    “Survival in New York”, USA 1989. 87 Min.
    8.4., Arteplex Caballito, 23 Uhr
    9.4., Hoyts Abasto, 20.15 Uhr
    11.4., Hoyts Abasto, 19.15 Uhr
    ***
    “New York Memories”, USA 2010. 89 Min.
    9.4., Hoyts Abasto, 22.30 Uhr
    11.4., Hoyts Abasto, 21.15 Uhr
    12.4., Arteplex Caballito, 19.15 Uhr
  • Die Vorstellung “Das weiße Band” von Michael Haneke, das in der Reihe ‘Trayectorias’ zu sehen sein wird, ist leider restlos ausverkauft. Das Oscar nominierte Drama war der erste der 422 Langspielfilme, der bereits am ersten Vorverkaufstag vergriffen war.

Details zum Programm auf der Webseite des Festivals.

Escriba un comentario