Eine Reise durch drei Lebensphasen

Nico Sara bei Elsi, Emilia de las Carreras bei Gachi Prieto und Diego Santurio bei Bisagra

Von Jasmin Müller

“Drei Eröffnungen, drei Galerien, eine Nacht”, unter diesem Motto wurden am Donnerstag voriger Woche drei Ausstellungen im Stadtteil Palermo eröffnet. Ein bunt gemischtes Publikum traf sich ab 19.00 Uhr, um sich Werke der Künstler Nico Sara, Emilia de las Carreras und Diego Santurio anzusehen. Da die Galerien Elsi del Río, Gachi Prieto und Proyecto Bisagra nicht weit voneinander entfernt sind, war es kein Problem, zwischen den Ausstellungen hin- und herzulaufen, um sich alle Werke anzusehen und dann beispielsweise noch einmal zu seinem Favoriten zurückzukehren.

Wenn man sich die Ausstellungen in der Reihenfolge Elsi del Rio – Gachi Prieto Gallery – Proyecto Bisagra anschaut, erlebt man eine kleine Reise durch drei prägende Lebensphasen eines Menschen.

Nico Sara thematisiert die Kindheit, er arbeitet mit knalligen Farben und Kinderspielzeug als Objekten. Die Ausstellung findet unter dem Namen “Pinturas 2.0” statt und lässt Malerei mit Technologie verschmelzen, so entstehen farbige Pop-Art Gemälde mit einem surrealistischen Touch. Er kreiert Bilder, die die Magie des Kind-Seins ausdrücken – kantige geometrische Formen mit Flügeln schweben schwerelos durch die Luft, ein Motorradhelm hat menschliche Ohren. Meist erinnern die Formen an Bauklötze, und auch die verwendeten Farben erinnern an Spielzeug aus der Kindheit.

Nico Sara geht es nicht darum, über das Warum und Wie nachzudenken, sondern einfach nur mit der Unbesorgtheit eines Kindes zu betrachten und zu genießen.

Ein paar Blocks weiter folgt ein Ausflug in die Pubertät. An den weißen Wänden der Galerie Gachi Prieto sieht man comicartige, mit Kuli angefertigte Zeichnungen nackter, wohlgeformter Frauen hängen, die sich mit unterschiedlichen Tieren herumräkeln. Emilia de las Carreras, die 1989 in Buenos Aires geboren wurde, will mit ihren ins Perverse lotenden Bildern schockieren und provozieren. Mit ihrer Kunst spielt sie vielleicht auch auf das heutige Leben an, welches von Klein auf schon durch Sex und Nacktheit in den Medien geprägt wird. Denn heutzutage wachsen Kinder nicht mehr nur mit harmlosen bunten Bausteinen auf.

Daneben sind in der Ausstellung “Petite Mort” noch weitere nackte oder leicht bekleidete Frauen zu sehen, die mit Öl auf ein Surfbrett oder auf Holzkästen bzw. Holztüren gemalt sind.

Geht man anschließend zur Galerie Proyecto Bisagra, dringt man in die Welt des Erwachsen-Seins. Kalte Metallinstallationen erinnern an Arbeit und eine gewisse Nüchternheit. Diego Santurio, 1977 in Salto geboren, wuchs als Sohn eines Schmieds auf. So kam er schon sehr früh in Berührung mit Eisen, und im Alter von 17 entdeckte er das Fertigen von Skulpturen als eine Art, seine Gefühle auszudrücken.

Die Ausstellung “Aires vacíos” besteht aus verschiedenen zusammengeschweißten Eiseninstallationen, die an einem dünnen Metallseil von der Decke hängen. Sie bewegen sich, und trotz der Schwere, die dieses Metall ausstrahlt, wirken sie leicht.

Foto:
Blick auf Nico Saras Ausstellung bei Elsi del Río.
(Foto: Andy Donohue)

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