Raum für künstlerische Experimente

Espacio Kamm wird heute im Galerienviertel von Buenos Aires eröffnet

Von K.M.

about wall
Kurz bevor die internationale Kunstmesse arteBA ihre Tore öffnet und Buenos Aires im Fokus der internationalen Kunstwelt steht, eröffnet Espacio Kamm am heutigen 17. Mai seine Pforten mitten im Galerienviertel von Buenos Aires.

Das Format des Kunstraumes ist neu, denn bei den drei Gründern handelt es sich um den Zusammenschluss der deutschen Künstlerin Kirsten Mosel, des kolumbianischen Künstlers Julián León Camargo und des Schweizer Galeristen Ivo Kamm, der mit seiner Galerie in Zürich auf lateinamerikanische Kunst spezialisiert ist. Der Kunstraum versteht sich als Raum für künstlerische Experimente und will eine Brücke schlagen zwischen Künstlern in Lateinamerika und Europa.

Die erste Ausstellung mit dem Titel ABOUT WALL lädt ein in die hohen renovierten Räume des Kunstraumes in der Straße Mario Bravo in Palermo, für den vier Künstler ortsbezogene Arbeiten entwickelten. Die Wand ist der Ort des Bildes. Die vier Künstler befragen diesen Ort, indem sie sich der Wand mit ihrem Material nähern und ausloten, welche Realisierungsmöglichkeiten ihre Konzeption von Bild an diesem spezifischen Ort haben.

Die Argentinierin Elena Dahn zeigt zwei farbintensive Gips-Bilder, die in Schichten direkt auf die Wand aufgetragen sind: das Prozessuale der Bilder ist kontrastreich in die Situation des Kunstraumes gesetzt.

Auf der gegenüberliegenden Wand arbeitet Carola Zech mit in kühlen Farben lackierten Modulen aus Metall. Die Argentinierin setzt das architektonische Element einer Tür in einen Dialog mit ihren minimalistischen Modulen, die zwischen Wandobjekt und Skulptur changieren.

Eine verbindende Arbeit zwischen zwei Räumen zeigt Kirsten Mosel, die seit vielen Jahren große Wand-Cut-Outs realisiert. Hier zeigt sie eine monochrome sich öffnende organische Doppelform aus Folie, die direkt auf die Wand installiert wurde.

Der aus Bogotá stammende Julián León Camargo antwortet auf diese drei künstlerischen Statements mit einer Installation aus (Trockenbau-)Wänden, die in den Kunstraum hineinwachsen und die Behauptung aufstellen, dass nur die Wand als Modell Fragen nach dem Ort des Bildes beantworten kann.

Eine spannende Gegenüberstellung von vier Künstlern, die auf sehr unterschiedliche Weise an einem Thema arbeiten und deren Bezüge klug und präzise gesetzt sind.

Diese Eröffnungsausstellung wird nach der Station in Buenos Aires eine Brücke schlagen nach Europa und in der Galerie Ivo Kamm in Zürich zu sehen sein. Die Kunstmesse arteBA hat die Galerie Ivo Kamm dieses Jahr eingeladen, im Programm U-Turn by Mercedes-Benz teilzunehmen. So entsteht, wie es der Kurator von U-Turn, Agustín Peréz Rubio, als Idealfall sieht, ein Synergie-Effekt zwischen Kunstmesse und Kunstorten wie dem neu gegründeten Kunstraum Espacio Kamm in der Stadt Buenos Aires.

  • ABOUT WALL, Werke von Elena Dahn, Julián León Camargo, Kirsten Mosel, Carola Zech.
  • Espacio Kamm, Mario Bravo 1136, Palermo, Buenos Aires.
  • Eröffnung am Samstag, den 17. Mai 2014, von 18-23 Uhr.
  • 17. Mai bis 21. Juni 2014, donnerstags und freitags 16-20 Uhr.
  • Öffnungszeiten während arteBA: Mittwoch, 21.5. bis Montag, 26.5. 12-20 Uhr.

Foto:
ABOUT WALL im neuen Kunstraum Espacio Kamm, ortsbezogene Arbeiten von Kirsten Mosel (doble orange) und Julián León Camargo (Insostenible 2).

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