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Ausstellungskalender 19/05/2012-26/05/2012
Von Susanne Franz

Bis Dienstag steht die Kunstmesse arteBA in der argentinischen Hauptstadt im absoluten Zentrum des Interesses. Unglaublich, wie viele Menschen locker 50 Pesos Eintritt hinblättern – viel zu viele Besucher drängeln sich durch die Gänge des Grünen und Blauen Pavillons des Messegeländes La Rural in Buenos Aires! So manch einer schrappt so gerade eben mit dem Rucksack an einem der wertvollen Gemälde vorbei, die an den Wänden der über 80 Galerien hängen, die mehr als 850 Künstler vornehmlich aus Lateinamerika zeigen.
Vielleicht werden die beiden letzten Tage etwas ruhiger sein – denn ein Besuch bei arteBA kann nur empfohlen werden. Die Messe ist in ihrem 21. Jahr endgültig auf Weltniveau angekommen, wo sie schon immer hingestrebt hat – bisher standen anscheinend lokale Loyalitäten oder andere Interessen im Wege.
Zur Qualität der Messe tragen Stargäste wie Julio Le Parc oder Pablo Reinoso bei, argentinische Kultkünstler mit Wohnsitz in Paris, aber auch der zweite Auftritt der von Mercedes Benz gesponserten Sektion “U-Turn Project Rooms”, die 24 Künstler aus 14 Ländern in 12 Galerien aus Argentinien, Brasilien, Spanien, Mexiko, Dänemark, der Schweiz, Kolumbien und Deutschland vorstellt. Erfreut stellt man hier fest, dass der vielversprechende argentinische Künstler Eduardo Basualdo mittlerweile bei einer deutschen Galerie untergeschlüpft ist. Das schönste Werk bei U-Turn ist allerdings das 10-minütige Video “All about my work and me” des deutschen Künstlers Christian Jankowski (bei Proyectos Monclova aus Mexiko).
Irgendwie vermisst man die alte Wildheit im “Jungen Viertel”, dem Barrio Joven Chandon. Am ehesten erinnern noch die jungen Vertreter von Rayo Lazer aus dem Buenos Aires-Stadtteil Colegiales oder die schrille chilenische Galerie Daniel Morón an die alten Chaos-Tage. Sonst scheinen alle zu versuchen, im nächsten Jahr in den Galerien-Bereich “aufzusteigen” – viele, die dort dieses Jahr einen Stand haben, waren letztes Jahr unter den “jungen Wilden”. Im Eingangsbereich des Barrio Joven schwebt ein geniales Werk von Pablo Reinoso (oben als Entwurf zu sehen).
Der arteBA-Petrobras-Preis wird immer mehr zu einer Art lateinamerikanischem Turner-Preis. War man letztes Jahr von Carlos Herreras verfaulendem Fisch hin- und hergerissen bzw. angezogen und im Verlauf der Tage immer mehr abgestoßen – steht man diesmal etwas ratlos vor dem Werk des Gewinnerteams (von immerhin 50.000 Pesos). Ein Kommentar auf der Facebook-Seite von arteBA fasst es ganz gut zusammen: “Mehr denn je scheint der Preis eine Reflektion über die argentinische Wirklichkeit zu sein: jede Menge Karton, Blech, Klebeband, Filzstift … und die Beleuchtung ist eher bescheiden.”
Auf jeden Fall hingehen! arteBA 2012 ist in jeder Hinsicht eine bereichernde Erfahrung und eine Fundgrube für Sammler.
Leckerbissen: Montag 13-15 Uhr: “Art Conversation” mit Argentiniens Superstar Marta Minujín. Dienstag ab 13 Uhr: Musik- und Performance-Marathon im Barrio Joven.
Die Ausstellungen der Woche: (más…)