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Ausstellungskalender vom 02/04/2016

Von Susanne Franz

macchi2Die Ausstellung “Jorge Macchi. Perspectiva”, die am 18. März im Malba eröffnet wurde und bis zum 23. Mai zu sehen ist, umfasst 60 Werke unterschiedlicher Formate: Werke auf Papier, Videos, Gemälde, Fotos und Installationen, geschaffen zwischen 1990 und heute, die aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus Argentinien, Spanien, Portugal und den USA stammen.

“Perspectiva” wird im April mit zwei großen Installationen auch über die Museumsgrenzen hinaus zu sehen sein. Die erste ist “Refracción” (2012), die vom 8. April bis zum 3. Juni im Ausstellungssaal der Universität Torcuato Di Tella (UTDT) gezeigt wird. Sie greift ein wiederkehrendes Thema im Werk Macchis auf: das plötzliche Einbrechen von etwas Unvorhergesehenem in die Realität.

Die zweite Installation, “La noche de los museos” (2016), wurde als Site-specific für das Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA) geschaffen und kann vom 15. April bis zum 31. Juli bewundert werden. Beide Werke sind in Zusammenarbeit der UTDT bzw. des MNBA mit dem Malba entstanden.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 02/04/2016

Por Susanne Franz

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La exposición “Jorge Macchi. Perspectiva” que se inauguró en el Malba el 18 de marzo (hasta el 23 de mayo), incluye cerca de 60 obras en múltiples formatos: obras sobre papel, videos, pinturas, fotografías e instalaciones, realizadas entre 1990 y la actualidad, provenientes de numerosas colecciones públicas y privadas de Argentina, España, Portugal y Estados Unidos.

“Perspectiva” se extiende más allá de las salas del Malba con dos grandes instalaciones. La primera es “Refracción” (2012), que se exhibirá en la Sala de Exposiciones de la Universidad Torcuato Di Tella (UTDT) desde el 8 de abril hasta el 3 de junio, y convoca uno de los temas principales de la poética de este artista: la sorprendente irrupción de lo impensable en la realidad.

La segunda instalación es “La noche de los museos” (2016), un site-specific para el Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), que se presentará entre el 15 de abril y el 31 de julio de 2016. Ambas piezas fueron producidas íntegramente por la UTDT y el MNBA, como socios institucionales del Malba en este proyecto.

Las muestras de la semana:

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Der Kreativität auf der Spur

“Las Ideas”“ von Federico León im Zelaya

Von Susanne Franz

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Federico León ist wieder da. Sein neuestes Theaterstück “Las ideas”, in dem er zusammen mit Julián Tello auch als Schauspieler auftritt, wird seit dem 25. März und bis zum 17. April im Theater Zelaya gezeigt. Danach geht das Stück auf Tournee durch Frankreich, Holland, Portugal, Kanada, Italiien und Japan.

Im Jahr 2015 war León mit seinem Werk auf renommierten internationalen Theaterfestivals unterwegs, darunter das Kunstenfestivaldesarts (Brüssel), das Festival delle Colline Torinesi (Turin), “El lugar sin límites – CDN” (Madrid), “La Bâtie” (Genf), FIBA (Buenos Aires), Festival d’automne (Paris), FIT (Cádiz), BAD (Bilbao), BRUT (Wien) und Home Works 7- Ashkal Alwan (Beirut).

“Las ideas” hat den kreativen Prozess zum Thema. Aus einem Treffen zweier Freunde entsteht ganz allmählich ein Schaffensprozess. Sind es die Ideen des einen oder des anderen? Oder machen sich die Ideen vielleicht sogar selbstständig?

Aufführungen sind noch am Samstag, dem 2.4., um 21 Uhr; Sonntag, 3.4., 20 Uhr: Donnerstag, 7.4., 21 Uhr; Freitag, 8.4., 21 Uhr; Samstag, 9.4., 21 Uhr; Sonntag, 10.4., 20 Uhr; Donnerstag| 14.4., 21 Uhr; Freitag, 15.4., 21 Uhr; Samstag, 16.4., 21 Uhr und Sonntag, 17.4., 20 Uhr, im Teatro Zelaya, Zelaya 3134. Eintritt: 180 Pesos. Karten über Alternativa Teatral. Infos unter Tel.:15 4477 2732. Facebook.

Göttliche Theatermaschine

Heiner Goebbels` “Stifters Dinge” im Teatro Colón

Von Susanne Franz

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Einzigartige Mischung aus Performance und Installation: Am vergangenen Wochenende kam das Theaterpublikum von Buenos Aires in den Genuss, das Werk “Stifters Dinge” des berühmten deutschen Theaterschaffenden Heiner Goebbels im Teatro Colón zu sehen. Im Rahmen des Programms “Colón Contemporáneo” (Zeitgenössisches Colón) und mit der Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires und der Deutschen Botschaft in Argentinien konnten jeweils 150 Menschen die vier Vorstellungen des 2007 entstandenen Werkes erleben, das in der Schweiz uraufgeführt wurde und seitdem auf den renommiertesten Theaterfestivals und den wichtigsten Bühnen der Welt gezeigt wird.

Im Teatro Colón durfte das Publikum erstmals in der Geschichte des ehrwürdigen Opernhauses mit auf der Bühne sitzen, und vor seinen Augen agierte – eine Maschine. Die verschiedenen Bestandteile des Ungetüms, mehrere Klaviere, Schlaginstrumente, verdorrte Bäume, Lautsprecher, große Video-Leinwände, sind auf drei hintereinander liegenden Schienen angebracht nd werden von Kabeln und Roboter-Greifarmen bewegt. Die Schienen trennen drei Becken voneinander ab, neben denen jeweils ein beleuchtetes Wärterhäuschen steht. Die Becken sind zu Anfang leer, dann streuen zwei im Dienst der Maschine stehende Menschen eine Saat über sie aus und bewässern sie, später sind sie mit einer Art Ursuppe gefüllt, die vor geheimnisvollem, blubberndem Leben zu wimmeln scheint.

Die drei Ebenen der Maschine fahren gegen Ende des Werkes nach vorne und verbinden sich zu einem hämmernden Ganzen, das sich dem Publikum nähert, Dieses aber hat zu dem Zeitpunkt bereits die Angst vor dem Unbekannten verloren und hat verstanden, dass die Maschine Perlen der menschlichen Zivilisation gesammelt hat und versucht, diese demjenigen behutsam in Erinnerung zu rufen, der sie kennt, oder dem nahe zu bringen, der sie vergessen hat oder nie erfahren durfte.

Heiner Goebbels’ Werk ist ein kultureller Webteppich – eine Klangcollage mit visuellen Reizen, die dem Publikum erlaubt, in eine packende Erzählung Adalbert Stifters einzutauchen, Bachs ergreifende Musik zu genießen, über Lévi-Strauss’ Gedanken in einem Interview zu lächeln und zu staunen, Malcolm X’ revolutionäre Ideen zu vernehmen, dem Sprechgesang eines vergessenen Volkes zu lauschen, ein Klagelied zu hören, das allen Schmerz und alles Leid auszudrücken scheint. Die Töne, die die Maschine dazu erzeugt, sind teilweise so fremd, als stammten sie von einem anderen Planeten.

Was ist diese Maschine? Ein letztes Überbleibsel der menschlichen Zivilisation, ein besonders sensibles und poetisches Destillat, das wenigen Übriggebliebenen deutlich macht, was alles verlorengegangen ist? Ist sie eine Mahnung? Oder vielleicht einfach ein Traum?

Sicher ist sie für jeden einzelnen Zuschauer etwas anderes. Im Anschluss an das Stück wird das Publikum eingeladen, die Maschine von Nahem zu bestaunen, und es gibt keinen, der nicht ausgiebig und neugierig um sie herumstromert und sie zu verstehen versucht.

Heiner Goebbels war persönlich in Buenos Aires und verbeugte sich bescheiden beim begeisterten Applaus. Er deutete hinter sich – hier, die Maschine war es, nicht ich – und stand am Ende lächelnd am Rande, um die Menschen beim Betrachten seiner Kreation zu beobachten.

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Ausstellungskalender vom 29/02/2016

Von Susanne Franz

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Gute Nachrichten: Die Ausstellung “La Menesunda” der berühmten argentinischen Künstlerin Marta Minujín, die seit Oktober 2015 im Museo de Arte Moderno von Buenos Aires (Av. San Juan 350) zu sehen ist, ist bis zum 22. Mai verlängert worden.

Über fünfzig Jahre nach dieser bahnrechenden Installation, die Minujín zusammen mit Rubén Santantonín im Mai 1965 für das legendäre Instituto Di Tella schuf, kann man die leicht an die heutige Zeit angepasste Rekonstruktion des damaligen Werkes weiterhin besuchen.

Die “Menesunda” von damals war kein Happening im klassischen Sinne, sondern eine Provokation. Das Projekt wurde der Skandal des Jahres, ging aber auch als ein Meilenstein in die Geschichte der argentinischen Kunst ein. Das Werk, das aus einer Art Labyrinth mit elf verschiedenen Räumen und Situationen besteht, ist ein wahres Fest für die Sinne.

“La Menesunda” ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 20 Pesos und ist dienstags frei. Aufgrund von eingeschränkten Kapazitäten können maximal 500 Menschen pro Tag die Ausstellung besuchen. Der Eintritt erfolgt nach der Reihenfolge des Erscheinens. Kinder unter 16 Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden (pro Kind ein Erwachsener). Für Menschen mit Gehbehinderungen oder Platzangst ist die Ausstellung nicht geeignet.

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Agenda de Muestras del 29/02/2016

Por Susanne Franz

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Más de cincuenta años después de la histórica ambientación que Marta Minujín realizó junto a Rubén Santantonín en mayo de 1965 en el Centro de Artes Visuales del Instituto Torcuato Di Tella, el Museo de Arte Moderno de Buenos Aires se convierte en escenario y testigo de una reconstrucción fiel que se despliega dentro de un espacio de 400 metros cuadrados en el primer piso del Museo. “La Menesunda según MArta Minujín” recupera en la actualidad el conjunto de relaciones materiales, sensoriales y simbólicas que hicieron posible su existencia en 1965.

La muestra, que fue inaugurada en Octubre de 2015, se extenderá hasta el 22 de Mayo de 2016. Capacidad limitada, podrá ingresar un máximo de 500 personas por día. Ingreso por orden de llegada. Niños y menores de 16 años deberán ingresar acompañados por un adulto (hasta un niño por adulto). La sala no cuenta con acceso para personas con movilidad reducida y se solicita el acceso con calzado sin tacos. No se recomienda para personas con claustrofobia.

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Begegnung zweier Genies

“Franz & Albert” thematisiert ein fiktives Treffen Einsteins mit Kafka

Von Michaela Ehammer

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Fast zeitgleich mit der Entdeckung der Gravitationswellen, deren Existenz Albert Einstein sich sicher war, ist das Stück “Franz und Albert” des Journalisten und Dramaturgen Mario Diament wieder aufgenommen worden. Mit einem einfachen Szenenbild, zwei Genies und vielen grundlegenden Gedanken, verpackt in grandiose Dialoge, ist unter der Regie von Daniel Marcove ein wahrhaftes Meisterwerk entstanden. Ein Werk, das unter anderem auch wegen der talentierten Theaterschauspieler viele Nominierungen und Auszeichnungen erhalten hat.

Den bedeutenden Schriftsteller des literarischen Welterfolgs “Die Verwandlung” und den berühmten Wissenschaftler mit den zerzausten Haaren, den Vater der Relativitätstheorie, kennt wohl ein jeder. Doch was passiert, wenn sich zwei Größen wie Franz Kafka und Albert Einstein zum ersten Mal begegnen?

Mozarts Musik erklingt und das Theaterstück beginnt. Wir befinden uns in Prag, im Jahre 1911, in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. In den nächsten eineinhalb Stunden werden wir zu Zeugen der Begegnung der beiden Genies, die das 20. Jahrhundert geprägt haben. Als Einstein nach seinem fulminanten Geigenauftritt die Szene betritt und auf den am Boden knienden Kafka trifft, prallen zwei Welten aufeinander, die anfangs unterschiedlicher gar nicht sein könnten: Kafkas trauriges und ruhiges Gemüt, dessen Leben geprägt ist von Ängsten und Selbstmordgedanken und der trotz seiner Neugier und dem Hang zum “Anderssein” den strengen, archaischen Regeln seines Vaters folgt, trifft auf Einsteins quirlige Person. Ein verheirateter Familienmann, der, wie es scheint, den Sorgen seines Alltags in der Musik, im Alkohol und im Pfeifentabak zu entfliehen versucht und sich mit aller Leidenschaft der Wissenschaft verschrieben hat.

All das bietet einen hervorragenden Stoff für ein bühnenreifes Theaterstück. Beide verstehen nicht viel vom Fach des anderen, bringen dem Gegenüber aber Neugier und Interesse entgegen. Mit der Zeit kommen sich Kafka, gespielt von Miguel Sorrentino, und Einstein, dessen Rolle Julián Marcove übernimmt, näher und geben uns einen Einblick in die Tiefen ihrer Seelen: Ihre Ängste, Sorgen und Träume kommen ans Tageslicht und eine Freundschaft scheint sich anzubahnen. Mit einem Walzer tanzen sie beschwingt in eine wunderbare Zukunft. Und am Ende ist auch der Zuschauer beiden näher, als er zuvor gedacht hätte.

“Franz & Albert” wird sonntags um 20.15 Uhr im Teatro El Tinglado, Mario Bravo 948, aufgeführt. Reservierungen unter Tel.: 4863-1188.

Das Meer als sechster Kontinent

“Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration” in den Hamburger Deichtorhallen

Von Nicole Büsing und Heiko Klaas

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Wer in diesen Tagen am Hamburger Hauptbahnhof ankommt, trifft auf Teeküchen, Essensausgaben und provisorische Zelte, in denen Menschen, die ihre angestammte Heimat verlassen mussten, zumindest notdürftig versorgt werden. An den Stadträndern entstehen Massenunterkünfte, häufig in Form schlecht beheizter Zeltlager, die mit bis zu 3000 Menschen vollkommen überbelegt sind. Viele der Neuankömmlinge haben auf ihrer Odyssee zumindest ein Meer überwunden. Sei es das Meer zwischen Nordafrika und Süditalien oder die griechische Ägäis.

Als die aus dem Senegal stammende Kuratorin Koyo Kouoh vor rund zwei Jahren mit der Vorbereitung der Ausstellung “Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration” begann, konnte sie nur ahnen, wie virulent das Thema ihrer Ausstellung zur Zeit der Eröffnung sein würde. 15 internationale Künstler aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa – viele davon haben für die Schau ganz neue Arbeiten entwickelt – schauen jetzt einmal genauer hin. Wie hängen die Warenströme, die Flucht- und Migrationsbewegungen, der Transfer von Informationen, Kultur, aber auch von Konflikten und Gewalt miteinander zusammen? Und welche Rolle spielt dabei das Meer?
 
Koyo Kouoh, die in der senegalesischen Hafenstadt Dakar aufgewachsen ist, war 2007 und 2012 Mitglied im Kuratorenteam der Documenta in Kassel. Die Ozeane definiert sie als den sechsten Kontinent: “Auf eine metaphorische Art und Weise haben die Ozeane keine Grenzen. Und sie widersetzen sich jedem, der versucht, welche zu ziehen.”
 
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Obwohl nahezu allen Arbeiten kritisch-analytische Ansätze zugrunde liegen, ist “Streamlines” zu einer überaus sinnlichen Ausstellung geworden. Einen ersten Eindruck davon vermittelt gleich zu Beginn des Parcours die Arbeit von Otobong Nkanga. Die in Antwerpen lebende Nigerianerin hat eine Wandarbeit mit den Konturen der Elbe geschaffen, die mit Genussmitteln und Gewürzen, wie sie in der Hamburger Speicherstadt verarbeitet werden, angefüllt ist. Schreitet man sie ab, so sieht und riecht man Pfeffer, Kaffee, Tee, Kakao und Tabak. Alles Waren aus weit entfernten Weltgegenden, die aber seit Jahrhunderten auch den kulturellen Kosmos in Deutschland prägen.

cocoaWeniger sinnlich, dafür aber in ihrer minimalistischen Konsequenz beeindruckend ist die neue Arbeit des Berliner Bildhauers Thomas Rentmeister. Aus 6900 Tetra Paks mit Kakao Drinks hat er eine Bodenskulptur geschaffen, die auf geradezu erschreckende Art und Weise zeigt, wie aus einem exotischen Rohstoff durch industrielle Verarbeitung ein hässlich verpacktes Massenprodukt entsteht.

Ganz unmittelbar auf das Schicksal von Flüchtlingen geht der algerischstämmige Franzose Kader Attia ein. In drei Leuchtkästen zeigt er Fotografien junger algerischer Männer, die voller Sehnsucht am Strand von Algier sitzen und in Richtung Europa schauen. Gleich davor hat er die aus rund 300 gebrauchten blauen Kleidungsstücken bestehende Bodenskulptur “La Mer Morte” aufgebaut. Die ramponierten Textilien wirken wie Überbleibsel menschlicher Existenzen. In dieser ansonsten an eleganten Metaphern und Allegorien reichen Schau das wohl konkreteste und bedrückendste Exponat.
 
Eine Künstlerin, die sie sich schon seit Jahrzehnten mit dem Austausch von Handelsgütern, Wissen, Techniken, Religionen und Weltanschauungen beschäftigt, ist die 1942 geborene Berliner Filmemacherin und Fotografin Ulrike Ottinger. Im hinteren Teil der Halle hat sie eine Art Containerdorf aufgebaut. Für ihre Arbeit “Diamond Dance” besuchte sie Anfang der 1980er-Jahre die Zentren des Diamantenhandels in New York, Hong Kong, Antwerpen und Bombay. Ihre bildgewaltige Hamburger Installation vereinigt Fotografien, Filme, Wandtapeten, historisches Quellenmaterial und bedruckte Vorhänge. “Weltweite Verbindungen”, so Ottinger, “gab es, lange bevor das Wort Globalisierung in aller Munde war.”
 
Ob farbenfrohe, großformatige Tapisserien von Abdoulaye Konaté aus Mali zu Themen wie Kolonialismus und Umweltverschmutzung oder das anrührende Video des Thailänders Arin Rungjang über seinen Vater, einen Seemann, der 1977 in Hamburg von Neonazis verprügelt wurde und kurz nach seiner Rückkehr nach Thailand starb: “Streamlines” ist eine intelligent zusammengestellte Schau mit 15 prägnanten Positionen aus vier Kontinenten, die ausgehend von den Ozeanen als Metapher für den Austausch zwischen den Kulturen den Finger in die Wunde des alten und neuen Kolonialismus legt, aber durchaus auch Perspektiven für ein besseres Miteinander aufzeigt.
 
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Auf einen Blick: 

  • Ausstellung: Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration
  • Ort: Deichtorhallen Hamburg, Halle für aktuelle Kunst
  • Zeit: 4. Dezember 2015 bis 3. März 2016. Di-So 11-18 Uhr. 1. Do im Monat 11-21 Uhr
  • Katalog: Snoeck Verlag, 256 S., zahlreiche Abb., 29,80 Euro
  • Internet

Fotos von oben nach unten:

Peter Buggenhout: “The Blind Leading the Blind (Herzliya Piece), #1 final state”, 2008. (Foto: Klaas)

Die Künstler mit der Kuratorin Koyo Kouoh (5. v.l.).
(Foto: Klaas)

Thomas Rentmeister: “Cocoa Milk”, 2015.
(Foto: Klaas)

Kader Attia: “La Mer Morte”, 2015.
(Foto: Klaas)

Mit Bombos und Platillos

In Buenos Aires prägen die Murgas die Karnevalssaison

Von Michaela Ehammer

La Redoblona
Vergangenes Wochenende startete in Buenos Aires die Karnevalssaison. Jeder Jeck ist ja bekanntlich anders – in Buenos Aires sind die “Murgas” der Inbegriff des Karnevals. Mit rhythmischen Trommelschlägen auf Bombos, Platillos und Redoblantes, wildem Gepfeife, Tänzen und Gesang ziehen an die etwa 100 Murgas mit insgesamt 15.000 “Murgueros” an den Februarwochenenden abends durch ihre Viertel.

Jede Murga pflegt ihre eigenen Traditionen, hat ihre eigenen besonderen Farben und Maskottchen. So treten etwa die “Los Elegantes De Palermo” in den Farben Schwarz und Rosarot auf, und ihre paillettenbestickten und phantasievoll verzierten Kostümen glitzern und schillern bei jeder Verrenkung und jedem Sprung. Die Murga “La Redoblona” zeigt sich hingegen in lila-gelben Clownskostümen mit zirkusähnlichen Auftritten, bevor sie dann auf der Bühne mit politischen Satireeinlagen die alte und neue Regierung sarkastisch aufs Korn nimmt.

Murgas waren wegen ihrer schonungslosen Kritik an den sozialen Verhältnissen stets dem Argwohn der Regierungen ausgeliefert und während der Militärdiktatur sogar verboten. Aufgrund ihrer großen politischen Relevanz haben Murgas vor allem bei Jugendlichen in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.

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Ausstellungskalender vom 09/02/2016

Von Susanne Franz

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Am 4. Februar wurde im Centro Cultural Borges in Buenos Aires die Ausstellung “Diagonal Sur – Arte Argentino Hoy” eröffnet, die das ganze Kulturzentrum einnimmt. Die Schau umfasst 400 Werke der letzten 30 Jahre von anerkannten argentinischen Künstlern wie Ernesto Arellano, Eduardo Basualdo, Fabián Burgos, Tomás Espina, Gachi Hasper (Foto), Jorge Macchi, Rosana Schoijett, Pablo Siquier und vielen anderen. Kurator ist der französische Kritiker Philippe Cyroulnik. Die Werke – Zeichnungen, Gemälde, Fotos, Installationen und Skulpturen – gehören zur Sammlung Esteban Tedesco.

“Diagonal Sur – Arte Argentino Hoy” kann man bis zum 27, März in der Viamonte Ecke San Martín, Buenos Aires, besuchen. Öffnungszeiten sind montags bis samstags von 10 bis 21 Uhr, sonntags von 12 bis 21 Uhr.

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Agenda de Muestras del 09/02/2016

Por Susanne Franz

Gachi Hasper2
El 4 de Febrero se inauguró la exposición “Diagonal Sur – Arte Argentino Hoy”, que ocupa la totalidad del Centro Cultural Borges y está integrada por casi 400 obras de los últimos 30 años de destacados artistas argentinos como Ernesto Arellano, Eduardo Basualdo, Fabián Burgos, Tomás Espina, Gachi Hasper (foto), Jorge Macchi, Rosana Schoijett y Pablo Siquier, entre otros. El crítico francés Philippe Cyroulnik es el curador de la exposición. Las obras – dibujos, pinturas, fotografías, instalaciones y esculturas – pertenecen a la colección de Esteban Tedesco.

“Diagonal Sur – Arte Argentino Hoy” se podrá visitar hasta el 27 de Marzo en Viamonte Esq. San Martín, Buenos Aires. Horarios: Lunes a sábado de 10 a 21 horas, domingos de 12 a 21 horas.

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